Über das Naturschutzgebiet

Das Naturschutzgebiet „Heiliges Meer“ befindet sich an der Nordwestgrenze von Westfalen zu Niedersachsen, 30 km nordwestlich von Osnabrück, zwischen den Orten Obersteinbeck und Hopsten an der Landstraße L 504. Politisch ist das „Heilige Meer“ den Nachbargemeinden Hopsten und Recke im Kreis Steinfurt zuzuordnen.

 

Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 965 n.Chr. und bezeichnet das heutige „Heilige Meer“ als „Drevanameri“ (= Dreigrenzenmeer): hier stießen die Grenzen von drei sächsischen Gauen zusammen. Noch heute sind diese Grenzen teilweise vorhanden, so läuft die Grenze zwischen den Gemeinden Hopsten und Recke mitten durch das Große Heilige Meer. Die Herleitung der Bezeichnung „Heiliges“ Feld bzw. „Heiliges“ Meer ist nicht klar. Es hat vermutlich nichts mit dem Wort „heilig“ zu tun, sondern ist entweder von „hel“ (Hölle) oder von „hil“ (hillig = arg, schlimm) abzuleiten, oder möglicherweise auch auf „hola“ (hol = Bruch, Tiefe, Loch) zurückzuführen. Man könnte dann das „Heilige Feld“ als Bruchfeld und das „Heilige Meer“ als Bruch- bzw. Einsturzmeer deuten. Denkbar ist auch eine Deutung, die von einer langjährigen Nutzung der Gewässer ausgeht. So haben die „Heiligen“ Frauen vom Kloster Gravenhorst nach urkundlichen Angaben im Mittelalter die Fischereirechte am Großen Heiligen Meer besessen.

Die Entstehung der Gewässer steht in Zusammenhang mit dem geologischen Untergrund. Entlang einer geologischen Störungszone liegen unter dem Heiligen Feld ab einer Tiefe von etwa 100 m Salinargesteine. Durch Lösung und Auswaschung dieser wasserlöslichen Gesteine entstehen Hohlräume, in die quartäre Sande einsacken oder eingeschwemmt werden. Diese Sackungen können allmählich erfolgen, oder die Sande können plötzlich in die Hohlräume einbrechen. An der Oberfläche entstehen auf diese Weise flache Mulden oder Einbrüche mit steilen Rändern. Diese Erdfälle füllen sich bei genügend hohem Grundwasserstand mit Wasser, es entstehen neue Gewässer, die sich durch Nachsackungen noch vergrößern können.