Sauriergrabungen im Wiehengebirge

Regelmäßige Geländebegehungen

Seit dem Jahre 1996 führt das LWL-Museum für Naturkunde regelmäßige Geländebegehungen im Bereich des Weser-Wiehengebirges durch. Anfänglich bestand das Ziel, eine Revision aller Aufschlüsse in diesem Bereich zu erreichen, zur Aktualisierung der bereits 10 Jahre zuvor erfolgten kreisweisen Erfassung aller potentiellen paläontologischen Bodendenkmäler, die seinerzeit flächendeckend in ganz Westfalen-Lippe durch das LWL-Museum durchgeführt worden ist.

 

Reste von fossilen Wirbeltieren

Sehr bald wurden bei den Geländetätigkeiten, die überwiegend durch junge Wissenschaftler im Rahmen von Werkverträgen durchgeführt wurden, Reste von fossilen Wirbeltieren, insbesondere aus dem hier anstehenden Ornatenton des mittlern Jura, aufgefunden.
In einer Abbauwand eines Steinbruchbetriebes im Wesergebige steckten Ober- und Unterkiefer eines Meereskrokodils (Steneosaurus), die später mit technischer Unterstützung des Steinbruchbetreibers geborgen werden konnten.


Fund eines Teilskelettes eines Landraubsauriers

Die Aufschlüsse des Ornatentons im westlich gelegenen Wiehengebirge lieferten anfangs hin und wieder vereinzelte Knochen und Wirbel von Schwimmsauriern. Im Oktober 1998 gelang dem Diplom-Geologen Friedrich Albat, der im Auftrag des LWL-Museums für Naturkunde tätig war, schließlich der Fund eines Teilskelettes eines Landraubsauriers, eines Dinosauriers, in dem marinen Ornatenton. Auf einer Erstreckung von 4,5 m waren Teile des Schädels und des Unterkiefers, vereinzelte Zähne, beide Wadenbeine, ein Rollbein, drei Schwanzwirbel, mehrere Rippen und eine Phalange der Hand erhalten. Bei den sich bis zum Jahre 2001 hinziehenden Nachuntersuchungen in der Umgebung der Fundstelle fanden sich in 30 m Entfernung wenige Reste, überwiegend Schädel- und Zahnfragmente, eines zweiten Raubsauriers.

 

Trittsiegeln von Dinosauriern

In den Schichten des oberen Jura, dem Malm, konnten in den vergangenen Jahren einzelne Blöcke mit Trittsiegeln von Dinosauriern entdeckt werden. Diese befanden sich am Fuß einer Abbauwand und sind offensichtlich aus einem hier in größerer Höhe anstehenden Fährtenhorizont abgestürzt. Neben Trittsiegeln von dreizehigen Raubsauriern fand sich, zuletzt im Mai 2007, die Schwimmspur eines Sauropoden.