Grabungen im Kupferschiefer bei Uffeln

Die Lokalität

Die Ausgrabungsstelle liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Ibbenbüren in Uffeln (MTB 3611 Hopsten). Die Ausgrabung findet im ehemaligen Steinbruch Schwienheer statt, der seit 1993 als ortsfestes Bodendenkmal eingetragen ist. Dieser Steinbruch ist heute ein geschützter Landschaftsbestandteil.

 

Lebensfeindliches Milieu

Der Kupferschiefer gehört stratigraphisch zum Perm, dem jüngsten Zeitabschnitt des Erdaltertums, und umfasst den Zeitraum von 296-251 Mio. Jahren. Der Kupferschiefer, der sich aus Ton-, Mergel-, Kalk- und Sandsteinen zusammensetzt, ist die älteste stratigraphische Einheit der Zechstein-Gruppe. Die Mächtigkeit beträgt in der Regel weniger als 1 Meter. In den Randbereichen des damaligen Kupferschiefermeeres, wie in Ibbenbüren-Uffeln, kann die Mächtigkeit jedoch 2,5 Meter erreichen.

 

Superkontinent Pangaea

Im Perm waren alle Kontinente zu dem Superkontinent Pangaea vereinigt. Durch Riftbewegungen zu Beginn der Kupferschieferzeit drang das Meer zwischen Schottland und Norwegen in das mitteleuropäische Becken ein. Uffeln geriet dabei unter Meeresbedeckung, lag aber dicht an der Küste. Die geringe Zirkulation führte dazu, dass sich im gesamten Becken Schwarzschieferbedingungen etablieren konnten. Das heißt, in der Wasserschicht über dem Boden herrschte ein sauerstofffreies, lebensfeindliches Milieu. Erst oberhalb dieser Wasserschicht konnten Lebewesen existieren. Zu Boden gesunkene Tierleichen und Pflanzen konnten so, vor bakterieller Zersetzung und von Aasfressern geschützt, unzerstört einsedimentiert werden.
Das Bild zeigt Menaspis armata, einen der jüngsten Panzerfische der Erdgeschichte.

 

Im Gelände wenig zu sehen

Die Grabungsfläche besitzt eine Größe von ca. 25 qm. Das untersuchte Gestein besteht aus einer Wechselfolge von Tonmergelsteinen und kalkigen Sandsteinen. Fossilien finden sich überwiegend in den Tonmergelsteinen. Viele Lagen dieser Tonmergelsteine lassen sich sehr schlecht spalten. Im Gelände ist deshalb von den Funden nur wenig zu sehen. Erst nach erfolgter Präparation zeigen sie sich in ihrer ganzen Schönheit.
Bis zum Sommer 2007 wurden 14 Schichten untersucht und ca. 1000 Funde geborgen. Bei dem überwiegenden Teil der Fossilien handelt es sich um Fische, die in großer Artenvielfalt vorliegen. Ein besonders wichtiger Fund ist hier ein Exemplar von Menaspis armata.