Methoden

Die Paläontologie untersucht anhand von Fossilien (Versteinerungen von Pflanzen und Tieren) die Entwicklung des Lebens auf der Erde. Aufgabe der Paläontologie ist u.a., die versteinerten Lebewesen zu erforschen und nach systematischen Grundsätzen zu gliedern. Sie versucht auch, die Entstehungsbedingungen und die vergangenen ökologischen Verhältnisse in erdgeschichtlicher Zeit zu untersuchen und zu rekonstruieren.


Aufgabe der paläontologischen Bodendenkmalpflege des LWL-Museums für Naturkunde ist es, für Westfalen-Lippe das paläontologische Inventar auf Dauer zu schützen, zu retten, Forschung zu initiieren und insbesondere neue Forschungsergebnisse allgemein verständlich in die Öffentlichkeit weiterzugeben.
 

Einteilung der Bodendenkmäler

Nach DSchG NW unterscheidet man zwischen unbeweglichen und beweglichen paläontologischen Bodendenkmälern.
Unbewegliche Bodendenkmäler können Fossilien sein, die sich noch an Ort und Stelle in den Gesteinsschichten befinden. Unbewegliche Bodendenkmäler sind Gesteinsschichten oder –folgen mit bedeutendem Fossilinhalt.
Bewegliche Bodendenkmäler sind bereits dem Gesteinsverband entnommene Fossilien mit besonders herausragender Bedeutung.


Zur Wahrnehmung dieser Aufgaben bedient sich das Museum folgender Methoden.

Erfassung des paläontologischen Inventars von Westfalen-Lippe

Grundlegende Arbeiten der Inventarisation unbeweglicher paläontologischer Bodendenkmäler wurden von 1985 bis 1992 vom LWL-Museum für Naturkunde durchgeführt. Dabei handelte es sich um die flächendeckende Bestandsaufnahme des paläontologischen Inventars in Westfalen-Lippe, und zwar insbesondere im Hinblick auf spätere Unterschutzstellungen unbeweglicher Bodendenkmäler nach dem Denkmalschutzgesetz von Nordrhein-Westfalen (DSchG NW). Das paläontologische Inventar vor Ort wird sichtbar in Steinbrüchen, Tongruben, Sandgruben, usw. Hier können Fossilien mit geringem vorbereitendem Aufwand untersucht werden. Diese Lokalitäten wurden kreisweise von Fachwissenschaftlern aufgesucht, dokumentiert und begutachtet. Insgesamt wurde während der Inventarisationsarbeiten ca. 16.700 Hinweisen im Gelände nachgegangen. Etwa 400 Objekte sind als potentielle ortsfeste paläontologische Bodendenkmäler bewertet worden.
 

Bestimmung des Denkmalwertes von Fossilien gemäß DSchG NW.

Ziel der paläontologischen Bodendenkmalpflege ist der dauerhafte Erhalt bedeutender Zeugnisse tierischen und pflanzlichen Lebens aus erdgeschichtlicher Zeit sowie deren wissenschaftlicher Forschung. Zur Festlegung der wissenschaftlichen Bedeutung im Sinne des Denkmalschutzgesetzes wurde vom LWL-Museum für Naturkunde ein Kriterienkatalog erarbeitet. Die einzelnen Kriterien sind als Hilfestellung bei der Festlegung des Denkmalwertes zu verstehen. Über den Denkmalwert ist im Einzelfall zu entscheiden.

 

Eintragung der paläontologischen Bodendenkmäler in die Denkmalliste

Erfüllen einzelne Fossilien oder fossilführende Schichten die Voraussetzung als paläontologische Bodendenkmäler, werden die Objekte in die Denkmalliste der zuständigen Gemeinde (Untere Denkmalbehörde) eingetragen. Die Vorschläge für die Eintragung werden vom LWL-Museum für Naturkunde erarbeitet und den Gemeinden zugeleitet.


Rettung von Fossilien

Häufig werden denkmalwerte Fossilien durch Eingriffe in den Boden, z.B. in Steinbrüchen, gefährdet. Derartig bedrohte Fossilien mit hoher wissenschaftlicher Bedeutung sollen rechtzeitig vor ihrer Zerstörung gerettet und dokumentiert werden. Die Fossilien werden in aufwendigen Ausgrabungen des LWL-Museums für Naturkunde dem natürlichen Gesteinsverband entnommen. Dabei erfolgt eine Dokumentation der Fundsituation. Die geborgenen Fossilien, die bei entsprechender Bedeutung zu beweglichen Bodendenkmälern werden, können in der Regel nur durch umfangreiche Präparationsarbeiten im Museum konserviert werden. Später erfolgt dann die wissenschaftliche Bearbeitung der Funde und deren Veröffentlichung. Besondere Fossilien werden auch in Ausstellungen des Museums gezeigt.