Eine Ausstellung
19. Januar bis 23. Februar 2003
Geschäftsstelle der Nyland-Stiftung, Köln, Brüsseler Str. 72, 50672 Köln
Weitere Abbildungen unter www.nyland.de
»So direkt, so ungeduldig und anklägerisch hat wohl kein Schriftsteller der Nachkriegsliteratur nach dem Verbleib der Wahrheit gefragt und nach den Schlussfolgerungen, zu denen sie uns zwingt.« Mit diesen Worten charakterisierte Siegfried Lenz das literarische Werk Paul Schallück (1922-1976). Schallück zählte zu den profiliertesten Schriftstellerpersönlichkeiten der 50er und 60er Jahre. Oft wurde sein Name in einem Atemzug mit dem seines Freundes und literarischen Wegbegleiters Heinrich Böll genannt. Sein Werk wurde mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet, unter anderem 1955 mit dem Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis und 1973 dem Nelly-Sachs-Preis. Schallücks literarische Heimat war die legendäre »Gruppe 47«, an deren Treffen er von 1952 bis 1964 regelmäßig teilnahm.
Schallücks eigentliches Metier war die Prosa. Seine fünf Romane, die zwischen 1951 und 1967 herauskamen, sowie seine Kurzgeschichten, von denen einen Auswahl unter dem Titel »Lakrizza« (1966) erschien, trafen den Nerv des Zeitgeschmacks. Schallück war jedoch nicht nur "Belletrist", sondern auch ein profilierter Kritiker. Eine Auswahl seiner gesellschaftskritische Essays kam 1962 unter dem Titel »Zum Beispiel« heraus. Der Nachlass im Historischen Archiv der Stadt Köln birgt Hunderte kritischer Leitartikel, Statements und Pamphlete, die im Rundfunk zu hören waren oder in Zeitungen und Zeitschriften erschienen. Man erkennt einen unbeugsamen, unbestechlichen Moralisten, der es mit seinem gesellschaftspolitischen Engagement radikal ernst meinte und keiner Auseinandersetzung aus dem Weg ging. Daneben betätigte sich Schallück als Herausgeber. In dieser Eigenschaft verhalf er - auf internationaler Ebene - in der Zeitschrift »Dokumente« wichtigen gesellschaftskritischen Aufsätzen zur Veröffentlichung. Im Rahmen seines gesellschaftspolitischen Engagements baute er das Kölner Dokumentationszentrum »Germania Judaica« maßgeblich mit auf.
Sonntag, 19. Januar 2003
18.00 Uhr Eröffnung der Ausstellung
Dr. Winfried Gellner: Begrüßung
Dr. Walter Gödden / Dr. Jochen Grywatsch: Einführung in die Ausstellung
Montag, den 27. Januar 2003
19.30 Uhr Lengfeld'sche Buchhandlung, Kolpingplatz 1, Köln (Altstadt-Nord)
Lesung aus Werken Paul Schallücks
Donnerstag, den 30. Januar 2003
19.00 Uhr Dr. Walter Gödden / Dr. Jochen Grywatsch: »Ich lese in kleinen Städten«
Ein Paul Schallück-Porträt (mit Bild- und Tonzeugnissen)
Mittwoch, 19. Februar 2003
19.00 UhrDr. Wolfgang Delseit: »Stadt mit tausend Gesichtern«. Paul Schallück und Köln
Veranstalter
Nyland-Stiftung, Köln und Literaturkommission für Westfalen, Münster
in Zusammenarbeit mit:
Historisches Archiv der Stadt Köln
Kulturamt der Stadt Köln
Literaturhaus Köln e. V.
Lengfeld'sche Buchhandlung
Ort
Geschäftsstelle der Nyland-Stiftung
Brüsseler Str. 72
50672 Köln
Öffnungszeiten
mittwochs, freitags, sonntags
jeweils von 13.00 bis 18.00 Uhr
Eintritt frei!