Gustav Sack (1885-1916) gilt als großer Vergessener der Literaturgeschichte. Sein dichterisches Werk steht in der Ahnenfolge der 'mächtigen Skurrilen' von Raabe zu Kafka. Neben Hatzfelds 'Franziskus' wird Sacks Roman 'Ein verbummelter Student'als der westfälische Roman des 20. Jahrhunderts schlechthin verehrt. Die experimentell-moderne literarische Haltung des Schermbecker Dichters und seine antibürgerlich-existentialistische Lebensweise wirken auf seine Zeitgenossen faszinierend. Posthum avancierte der Autor nach dem Ersten Weltkrieg zum Mythos und Kultautor.
Der in Schermbeck am Niederrhein geborene Sack ist ein Avantgarde-Autor, den es wieder zu entdecken gilt. Die LWL-Literaturkommission stellt ihn als radikalen frühexpressionistischen Grenzgänger der Moderne vor. Sack war Verfasser "schwarzer", sprachmächtig-monströser Romane. Er war Draufgänger, Schnorrer und empfindsam Liebender. Im Ersten Weltkrieg wurde er zum verzweifelten Soldaten, zum Deserteur und "Vaterlandsverräter".
Die Ausstellung im Heinrich-Heine-Institut in Düsseldorf zeigt Manuskripte, Skizzen, Briefe und Fotografien aus dem Nachlass des Dichters. Ein umfangreicher Katalog mit Aufsätzen zu Biografie und Werk ist im Aisthesis-Verlag erschienen.
AUSSTELLUNGSDATEN:
Ausstellung vom 14. April bis 22. Mai 2011
Heinrich-Heine-Institut
Bilker Straße 12-14
40213 Düsseldorf