Jüdische Kulturerbe in Westfalen. Spurensuche zu jüdischer Literatur und Kultur in Vergangenheit und Zukunft

19. Okt. - 21. Okt. 2007, Franz Hitze Haus, Münster

in Zusammenarbeit mit:
Universität Paderborn, Literaturkommission für Westfalen LWL, Gesellschaft für deutsch-jüdische Zusammenarbeit Münster e.V., WDR Münster

Interessierte an jüdischer Literatur in Westfalen sind bei diesem Symposion herzlich willkommen. Wir laden Sie herzlich ein.

Prof. Dr. Thomas Sternberg, Akademiedirektor
Gabriele Osthues, Tagungsleiterin
Prof. Dr. Dr. h.c.mult Hartmut Steinecke
Dr. Iris Nölle-Hornkamp, Universität Paderborn
Ruth Frankenthal, Vorsitzende der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit

Wir danken insbesondere der Stiftung Westfaleninitiative für die Förderung des Symposions.






PROGRAMM

Fr., 19.10.2007

18:00 Begrüßung

20:00 Hartmut Steinecke und Iris Nölle-Hornkamp: Vorstellung der Anthologie: "Westfälische Lebenssituationen. Texte und Zeugnisse jüdischer Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus Westfalen."

Lesung mit J. Monika Walther "Landschaft zu besichtigen"

Sa., 20.10.2007

08:00 Frühstücksbuffet

09:15 Hartmut Steinecke und Iris Nölle-Hornkamp: Das Projekt "Jüdische Literatur in Westfalen" - ein vorläufiger Abschlussbericht

10:00 Maria Kublitz-Kramer: Schriftstellerinnen im Exil - die Bielefelder Schwestern. Loewenthal

10:45 Kaffeepause

11:00 Norbert Eke: "Ich bin der vielversprechende Jüngling, der nichts gehalten hat." - Werner Vordtriedes Sehnsucht nach Sprache

11:45 Michael Vogt: Tante, literarisch. Kinderdarstellungen in Erzählungen und Gedichten der Bieldfelder Schrifstellerin Josefa Metz.

12:30 Mittagessen

14:30 Jochen Grywatsch: "... aber Steine reden nicht." Jüdisches Leben und NS-Diktatur in den Jugendromanen von Carlo Ross

15:15 Siegfried Kessemeier: Heimat in der Sprache. Zu den jüdischen Mundartautoren Eli Marcus und Carl van der Linde

16:00 Kaffepause

16:30 Norbert Reichling: Die "synagoga" in Recklinghausen 1960/61. Bilder einer Ausstellung

17:15 Exkurs: Walter Gödden: Späte Vergeltung. Ralf Rothmann arbeitet in "Der Windfisch" auf seine Weise NS-Vergangenheit auf

18:30 Abendessen

20:00 Aufführung "Vom Ende einer langen Nacht" Gymnasium St. Michael aus Ahlen; anschließend Gespräch mit Dietmar Hecht und Alexander Peiler zum Schülertheater in Ahlen - eine Inszenierung zu Imo Mosckowicz' "Schlusskappe" - ein pädagogisches Konzept.

So., 21.10.2007

08:00 Frühstücksbuffet

09:00 Matthias M. Esther: Erinnerung und Erzählung - Paul Spiegel und Warendorf

09:45 Hartmut Steinecke/Iris Nölle-Hornkamp: Autobiographische Zeugnisse: 1. Jenny Alonis deutsche und israelische Tagebücher - Einblicke und Einsichten; 2. Westfälische Erinnerungen in der Memoir Collection des Leo Baeck Institutes in New York

10:30 Kaffepause

11:00 Hörspiel vor Ort "Der Mesias vom Stamme Efraim" von Moische Kubak, WDR 1998, 76 min.
Einführung: Georg Bühren

12:30 Mittagessen
Ende des Symposions

Tagungsbeitrag

mit Übernachtung: DZ 120,- €/erm. 96,- €

mit Übernachtung: EZ 140,- €/erm. 116,- €

ohne Übernachtung: 90,- €/erm.66,- €

Wir gewähren auf Nachweis (vor Kursbeginn) eine Ermäßigung für Schüler/-innen, Studierende (bis 35 J.), Auszubildende, Wehr- und Zivildienstleistende sowie Bezieher/-innen von Arbeitslosengeld II/Sozialgeld. Nicht in Anspruch genommene Leistungen können nicht erstattet werden. Erfolgt eine Abmeldung nicht wenigstens zwei Wochen vor Tagungsbeginn, müssen wir eine Ausfallgebühr in Höhe von 50 % des Tagungsbeitrages erheben. Drei Tage vorher wird der volle Tagungsbeitrag berechnet. Hierfür bitten wir um Verständnis. Sofern Sie jedoch verbindlich eine/n andere/n Teilnehmer/in benennen können bzw. jemand von der Warteliste nachrückt, entfällt diese Gebühr.

Information und Anmeldung
Online:www.franz-hitze-haus.de
0251/9818-444 (Marie-Luise Niederschmid)

Zum Thema

Jüdische Literatur in Westfalen? Selbst Kenner der westfälischen Literatur oder der deutsch-jüdischen Literatur wissen so gut wie nichts über jüdische Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus Westfalen. Das zeigen noch die neuesten Literaturgeschichten und Lexika. Doch es gab und gibt diese Autorinnen und Autoren. Ihre Spuren wurden – aus Gleichgültigkeit wie aus Vorsatz – übersehen, vergessen, verdrängt, vertilgt.

Das Projekt "Jüdische Schriftstellerinnen und Schriftsteller in Westfalen" an der Universität Paderborn arbeitet seit Ende 2000 daran, diese reiche, weitgehend unbekannte Literatur zu erschließen. Bis zum jetzigen Zeitpunkt wurden etwa 580 Autorinnen und Autoren ermittelt, für die ein biografischer Bezug zu Westfalen erkennbar ist. Entstanden ist ein Archiv zur jüdischen Literatur in Westfalen, das über eine im World Wide Web abrufbare, als "work in progress" ständig wachsende Datenbank öffentlich zugänglich ist und inzwischen rund fünf Millionen Anfragen von 130.000 unterschiedlichen Besuchern aus aller Welt erfahren hat. Eine Bilanz der Projektarbeit zieht nun das dritte Symposion "Jüdisches Kulturerbe in Westfalen".