Ausstellung im Museum für Westfälische Literatur in Oelde-Stromberg stellt vom 24.3. bis 3.6. den Zeichner und Druckgraphiker Jochen Stücke vor. Offenes Atelier mit dem Künstler und einer Einführung von Dr. Siegfried Kessemeier am 22. April.
Seit Beginn der 1980er Jahre führen zahllose Reisen den Zeichner und Druckgraphiker Jochen Stücke in die Kulturmetropole Paris. Er versteht die regelmäßigen Aufenthalte in Pariser Museen, neben den eigentlichen Studienjahren, als wichtigste Anregung für seine künstlerische Entwicklung. So zeigt die neue Ausstellung „Zwischen Seine und Sartre“ im Museum für Westfälische Literatur auch Zeichnungen und druckgraphische Arbeiten Stückes zu Literatur und Literaten in der französischen Hauptstadt. In der Werkschau, die vom 24. März bis zum 3. Juni auf dem Kulturgut Haus Nottbeck in Oelde zu sehen sein wird, richtet der in Münster lebende Künstler am 22. April, um 14.30 Uhr ein „offenes Atelier“ ein. Dabei stellt er seine künstlerische Arbeitsweise vor und gibt praktische Einblicke in den Dialog von Text und Bild. Bereichert wird der spannende Museumsnachmittag durch eine Einführung von Dr. Siegfried Kessemeier.
Schon früh interessieren Jochen Stücke die französischen Romanciers, allen voran Marcel Proust, zu dessen Werk „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ zuletzt eine Serie mit Zeichnungen, Gouachen und Radierungen entstand. Die langjährige Beschäftigung mit einer der Metropolen europäischer Kultur führt den Zeichner und Graphiker fast folgerichtig zu der 2004 begonnenen Folge „Pariser Album“, in der er sich umfassend mit Geschichte, Kunst und Literatur an der Seine auseinandersetzt. Mit zahlreichen Zeichnungen bereichert Stücke eine Anthologie von Texten deutschsprachiger Autoren über Paris, die 2008 im Maximilian Dietrich Verlag veröffentlicht wird.
Im Zentrum der Ausstellung im Museum für Westfälische Literatur stehen Arbeiten zu dem Roman „Das Werk“ von Emile Zola. Das Buch beendet abrupt die Freundschaft zwischen Zola und Paul Cézanne, da sich dieser durch die literarische Hauptfigur verzerrt porträtiert sieht. Der Maler Claude Lantier, Protagonist einer neuen Malerei, scheitert nach hoffnungsvollen Jugendjahren schließlich an sich selbst und der Ablehnung durch die mächtigen Kunstsalons im Zweiten Kaiserreich. Stücke beleuchtet in seinen Graphiken den steten Konflikt des Menschen zwischen Selbst- und Fremdbestimmung. Einer falsch verstandenen Illustration, sprich der reinen Bebilderung eines Textes, gilt nicht sein Interesse. „In einer auf Abstand gehaltenen Nähe zur Literatur entstehen meine Bildräume, die nicht Unterkunft des Menschen, sondern Ausdruck seiner Verfassung sind.“
Jochen Stücke, Jahrgang 1962, studiert in seiner Heimatstadt Münster bis 1987 am Fachbereich Design der dortigen Fachhochschule u. a. bei Prof. Rolf Escher. Stipendien führen ihn nach Oslo, Südfrankreich und an den Bodensee. Zwischen 1992 und 1996 studiert er an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig. Er ist Meisterschüler in der Klasse von Prof. Karl Christoph Schulz. Nach verschiedenen Lehraufträgen ist Jochen Stücke seit 2002 Professor für Zeichnen und Illustration am Fachbereich Design der Hochschule Niederrhein in Krefeld. Neben zahlreichen Ausstellungen in Deutschland wurden seine Bilder u.a. auch in Wien, Madrid, Paris und Los Angeles präsentiert.
Ausstellung 24.03. – 03.06.2007: Jochen Stücke: Zwischen Seine und Sartre. Zeichnungen und Druckgraphik zu Literatur und Literaten in der französischen Hauptstadt.
Offenes Atelier 22.04.2007 | 14.30 Uhr: Der Dialog von Text und Bild. Der Zeichner und Graphiker Jochen Stücke stellt seine Arbeitsweise vor. Mit einer Einführung von Dr. Siegfried Kessemeier. Eintritt frei
Veranstaltungsort:
Kulturgut Haus Nottbeck
Museum für Westfälische Literatur - Kulturgut Haus Nottbeck
Landrat-Predeick-Allee 1
59302 Oelde-Stromberg
Öffnungszeiten:
Dienstag – Freitag: 14.00 – 18.00 Uhr
Samstag, Sonntag und an Feiertagen: 11.00 – 18.00 Uhr
Fon (02529) 94 94 57
www.kulturgut-nottbeck.de