Eine Tagung der LWL-Literaturkommission für Westfalen und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster: 26. 6. - 29. 6. 2008
Im Jahr 2009 jährt sich zum 2000. Mal die Schlacht am Teutoburger Wald, in der die Römer von Hermann, dem Cherusker, vernichtend geschlagen wurden. Es ist zu erwarten, dass Hermann, Varus und ihre Schlacht zum großangelegten Kulturevent des nächsten Jahres werden (vgl. etwa das „Projekt 2009 Varusschlacht. Imperium – Konflikt – Mythos“ in Haltern, Kalkriese und Detmold).
Die Tagung der LWL-Literaturkommission und der WWU Münster beleuchtet den Mythos von Hermann und der Schlacht am Teutoburger Wald aus literatur- und kulturwissenschaftlicher Perspektive. Unterschiedliche literarische Versionen der Schlacht und ihrer Protagonisten stehen zur Diskussion und werden nach ihrer Sicht auf die Ereignisse und nach ihrem Beitrag zur Konstitution des Nationalen befragt. Welche Heldenbilder werden entworfen, welche Schauplätze konstruiert, welche Medien genutzt und welche Politiken verfolgt, um in der Schlacht um die Deutungen des Mythos erfolgreich zu sein?
Tagungsort
Vortragssaal des LWL-Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte Münster
Domplatz 10
48143 Münster
PROGRAMM
Donnerstag, 26. 6. 2008
19.30 – 21.00 Uhr
Begrüßung durch den LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch: 10 Jahre Literaturkommission
Eröffnungsvortrag Dr. Gesa von Essen:
„Aber rathen Sie nur nicht den Arminius. Dieser ist mir zu sauvage“: Hermannsschlachten des 18. Jahrhunderts und die Debatte um ein deutsches Nationalepos
Freitag, 27. 6. 2008
Sektion I: Helden-Figuren, Helden-Geschlechter
9.00 – 10.00 Uhr
Prof. Dr. Volker Honemann: Johannes Cincinnius, Van der niderlage drijer legionen (1539). Die Varusschlacht in der Sicht eines westfälischen Humanisten
10.00 – 11.00 Uhr
Prof. Dr. Winfried Woesler: Römerbilder in den deutschen Hermann-Dramen
Kaffeepause
11.30 – 12.30 Uhr
Hendrik Blumentrath, M.A.: Unbestimmte Verhältnisse. Feindschaften in den Hermannsschlachten
Mittagspause
14.30 – 15.30 Uhr
Caren Heuer, M.A.: „Du Furie, grässlicher als Worte sagen-!“ Thusnelda und die Nation in Hermannsschlacht-Dramen
Sektion II: Schlacht-Orte, Topographien
15.30 – 16.30 Uhr
PD Dr. Thomas Borgstedt: Universaltopographie als Nationalepos: Die Hermannschlacht Daniel Caspers von Lohenstein
Kaffeepause
17.00 – 18.00 Uhr
Claudia Röser: Schlachtfelder. Räume der Hermannsschlachten
Abendessen
20.00 – 21.00 Uhr
Abendvortrag Prof. Dr. Kai Brodersen: Als die Römer frech geworden
Samstag, 28. 6. 2008
Sektion III: Schlacht-Zeichen. Orakel und Medien
9.00 – 10.00 Uhr
Prof. Dr. Martina Wagner-Egelhaaf: Klopstock. Oder: Medien des nationalen Imaginären
10.00 – 11.00 Uhr
Prof. Dr. Raimar Zons: Deutsche Assassinen (Kleist)
Kaffeepause
11.30 – 12.30 Uhr
PD Dr. Iris Hermann: Theater ist schöner als Krieg. Kleists Hermannsschlacht auf der Bühne
Mittagspause
14.30 – 15.30 Uhr
Prof. Dr. Wolfgang Braungart: „Guten Abend, liebe Männchen“. Grabbes Hermannsschlacht (1838)
Sektion IV: Schlacht-Felder: Politik
15.30 - 16.30 Uhr
Christian Schmitt, M.A.: Hermannspathos. Oder: Wie man ‚Deutschland’ zum Leben erweckt
Kaffeepause
17.00 - 18.00 Uhr
Robert Suter, M.A.: Kleists Hetztheater. Defigurationen souveräner Gewalt in der Hermannsschlacht
18.00 – 19.00 Uhr
Prof. Dr. Hinrich Seeba: Hermann – oder: Rechtfertigung der Gewalt von Kleist bis Himmler
ab 19.00 Uhr
Literaturfest „10 Jahre LiKo“ mit der Christian-Kappe-Band
Sonntag, 29. 6. 2008
10.00 – 11.30 Uhr
Theaterprogramm (Xenia Multmeier). Ort: Studiobühne der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster
Kaffeepause
11.45 – 12.45 Uhr
Abschlussplenum