Die Modelle der Studierenden der TU Berlin machen deutlich:
Literatur ist begeh- und mehr noch: sinnlich erfahrbar
Die Konzeption der Modelle basiert auf der Überlegung, dass sich in Person und literarischem Werk der Annette von Droste-Hülshoff die unterschiedlichsten Identitäten ausmachen lassen. So wird in jedem der gestalteten Pavillons eine andere Facette der vielen Persönlichkeiten der Droste thematisiert.
Inspiriert von Leben und Werk der Dichterin sowie Themen wie Reisen, Landschaft, Briefe, Biedermeier, Adelswelt und die Wahrnehmung der Dichterin in der modernen Literatur, der bildenden Kunst und den neuen Medien erschließen sich hochattraktive museale Entfaltungsräume.
Unter der Leitung von Dozentin Charlotte Tamschick entwickelten Studierende der TU Berlin zehn Entwürfe, die die Droste als obsessive Schreiberin, Schöpfende oder Geformte, als Weltoffene oder Westfälin, als Freundin und Vertraute, als Liebende und Geliebte, als (Identitäts-)Suchende, Humorvolle oder Universalistin präsentieren. Damit werden die Dichterin und ihr Werk im Bezug auf zehn unterschiedliche Identitäten neu lesbar, erfahrbar, begehbar und erfassbar gemacht.

Beziehungskisten
Tragisch, komisch, herzergreifend ... Geschichten aus dem Freundeskreis der Annette von Droste-Hülshoff
Ein Modell von Franziska Fuchs
Ein auditives Freundschaftsbuch in Form eines Pavillons mit neun begehbaren Hörspiel-Kojen. Die unterschiedlichen Beziehungen, welche die Droste in ihrem Leben vorangetrieben, gefördert, bestärkt und geprägt haben, sollen in ihrer Einzigartigkeit hervorgehoben werden.

das Spiegelbild_visuelle Poesie
Ein begehbares, audio-visuell erfahrbares Gedicht der Annette von Droste Hülshoff
Ein Modell von Franziska Fuchs
Mittels starker emotionaler Bilder wird ein immersives Raumerlebnis geschaffen, durch welches das Gedicht Spiegelbild, in dem sich die Droste mit der Suche nach der eigenen Identität auseinandersetzt, begehbar und atmosphärisch erlebbar wird. Auf diese Weise soll ein gefühlsbetontes Thema ohne viele Worte am eigenen Leibe erfahrbar gemacht werden, um einen bleibenden Gefühlseindruck zu hinterlassen.

Dichterquelle
Eintauchen in die Schächte der Seele
Ein Modell von Dorothea Ronneburg
Eine Raum-, Klang-, Schatten- und Lichtinszenierung zu Schöpfungsprozess und Lebenswerk der Annette von Droste-Hülshoff. Im Eintreten, Hinabsteigen und Vordringen in die Dichterquelle, dem dort Verweilen und in der kontemplativen Betrachtung der aus der Quelle emporsteigenden Worte, Satzfetzen und Erzählungsfragmente wird der Prozess des Bewusstwerdens und Festhaltens im Schreiben nachempfindbar.

Gedichte wie Spülwasser
Gefürchtet und beliebt – die Witzesfunken der Annette von Droste-Hülshoff
Ein Modell von Caecilia Gernand
Ein akustischer und visueller Einblick in die humorvoll-spöttischen und kuriosen Vergleiche aus den Briefen der Dichterin. Eine andere, unerwartete Droste wird sichtbar - mit Witz und Bissigkeit, mit Humor und Schalk.

Herzkammer
Sich an das Herz der Dichterin legen
Ein Modell von Dorothea Ronneburg
Eine audiovisuelle Rauminstallation: Die Herzkammer symbolisiert das auf sich selbst zurückgeworfene Ich der unglücklich Liebenden. Lichtinstallation, Sound und gesprochenes Wort bringen dem Besucher die Gefühlswelt der Dichterin näher.

Hinter die Fassade schauen
Interaktive Rauminszenierung
Ein Modell von Jana Schaar
Die vielen verborgenen Facetten der Annette von Droste-Hülshoff in einem Raum: Die Inszenierung soll die verborgenen Leidenschaften der Schriftstellerin darstellen, ihre großen Fähigkeiten, neben der Schreiberei zu musizieren, komponieren, malen und sammeln.

Ich wäre gern ein wenig independent
Hörspielpavillon zum Thema Reisen
Ein Modell von Caecilia Gernand
Eine akustische Collage der vielfältigen Reise- und Fernwehziele der Weltbürgerin Annette von Droste-Hülshoff: Der Pavillon lässt an der Faszination, die das Reisen auf die Dichterin ausübte, an den Auswirkungen auf ihr Werk und an der künstlerischen Entfaltung ihrer Person teilhaben.

Im Herzen ihres Landes
Ein fröhliches Alleinsein mit der Natur
Ein Modell von Katharina Karaoglani
Die Inszenierung wertet die Schönheit der Landschaft des Münsterlandes mit den Augen der Annette von Droste-Hülshoff, durch einen Spaziergang in der Natur mit ihren Texten.

Nach 100 Jahren möchte ich gelesen werden
Eine Reise durch die Zeit der Annette von Droste-Hülshoff
Ein Modell von Katharina Karaoglani
Anhand einer Zeitschiene mit unterschiedlichen Stationen wird die Bekanntheit der Annette von Droste-Hülshoff und ihres Werkes nachvollzogen. In einer Überlagerung von Porträts zeigen sich die verschiedenen Gesichter der Dichterin.

Translation
Eine atmosphärische Lichtinszenierung
Ein Modell von Jana Schaar
In der medialen Rauminszenierung der Handschrift von Annette von Droste-Hülshoff erfolgt eine Übersetzung des Originals durch ein einzigartiges Schauspiel.