Dokumentationsprofile kultureller Überlieferungen

Eine Kooperationstagung des Rheinischen Literaturarchivs im Heinrich-Heine-Institut und des Westfälischen Literaturarchivs im LWL-Archivamt für Westfalen

30. Juni - 01. Juli 2011

Ort:

Heinrich-Heine-Institut
Bilker Straße 12-14
40213 Düsseldorf

Kontakt:

Anmeldungen bitte bis zum 25.6.2011
Westfälisches Literaturarchiv im LWL-Archivamt für Westfalen
Salzstr. 38 / Erbdrostenhof
48143 Münster
Dr. Jochen Grywatsch
Tel.: 0251-591-4681, E-Mail: jochen.grywatsch@lwl.org


Themenstellung:

Was sind bewahrungswürdige Überlieferungen? Woran erkennen Archivare heute, welche Bestände gesichert werden müssen, welche nicht? Welche Teile solcher Überlieferungen sind zu sichern, welche nicht?

Diese Fragen stehen unmittelbar im Zentrum des archivarischen Handelns. Erst in den letzten Jahren aber haben die Archive hier eine systematische Grundlagenforschung betrieben, um allgemeine Dokumentationsprofile zu erstellen, anhand derer sich die Arbeit ausrichten kann. Für bestimme Archivtypen sind bereits erste Arbeitshilfen für eine erfolgreiche Bestandssicherung formuliert worden, insbesondere für die Kommunalarchive, die bei ihrer Bundeskonferenz 2008 eine „Arbeitshilfe zur Erstellung eines Dokumentationsprofils für Kommunalarchive“ verabschiedeten.

Für Kulturarchive gibt es eine solche Arbeitshilfe bislang nicht – sie wäre jedoch ein echtes Desiderat, gerade weil kulturelle Überlieferungen einem immensen Bedeutungswandel erleben: Zum Einen ist Kultur im gesellschaftlichen Kontext sehr viel wichtiger geworden, sie ist gewissermaßen omnipräsent auf verschiedensten Vermittlungsstufen – von der Kneipenlesung bis zum Mega-Event; damit verbunden ist auch eine gewachsene ökonomische Bedeutung des Sektors „Kulturwirtschaft“. Für die Archive ergibt sich aus dem fulminanten Anwachsen kultureller Äußerungsformen zwangsläufig ein Selektionsproblem.

Zum Anderen ändern sich auch die Inhalte kultureller Bestände nachhaltig: Die neuen Medien haben nicht nur zu einer Digitalisierung des Schriftguts, sondern auch zu einer generellen Diversifizierung der Bestandsinhalte geführt, die zunehmend visuelle und akustische Daten bergen.

Die Tagung, ausgerichtet vom Rheinischen Literaturarchiv im Heinrich-Heine-Institut in Verbindung mit dem Westfälischen Literaturarchiv Münster, soll erste Schritte hin zu einer Definition eines eigenen Dokumentationsprofils für Kulturarchive formulieren.


Programm:

30. Juni 2011:

14.00: Tagungsbeginn, Begrüßung – Dr. Sabine Brenner-Wilczek (Direktorin Heinrich-Heine-Institut)

Sektion I: Archivische Bewertung und Dokumentationsprofile

Sektionsleitung: Katharina Tiemann (LWL-Archivamt für Westfalen)

14.15 – 15.00: Dr. Peter Weber/Jan Richarz M.A. (LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum, Brauweiler): Dokumentationsprofile in der nichtstaatlichen Überlieferungsbildung. Entwicklung und Anwendung

15.00 – 15.45: Dr. Gisela Fleckenstein (Historisches Archiv der Stadt Köln): Ein Nachlass für das Historische Archiv der Stadt Köln? Übernahmekriterien und Bewertung auf der Grundlage eines Dokumentationsprofils

15.45-16.15: Kaffeepause

16.15 – 17.00: Dr. Enno Stahl (Heinrich-Heine-Institut Düsseldorf): Übernahme literarischer Bestände. Prolegomena zu einer Systematisierung. Impulsreferat.

Danach Diskussion.

1. Juli 2011:

Sektion II - Literaturarchive und ihre Übernahmepraxis

Sektionsleitung: Dr. Jochen Grywatsch (Westfälisches Literaturarchiv im LWL-Archivamt für Westfalen)

10.00 – 10.45: Dr. Ulrich von Bülow (Deutsches Literaturarchiv, Marbach): Erwerbungen in Marbach: Sammlungsprofil und aktuelle Praxis

10.45 – 11.15 Kaffeepause

11.15 – 12.00: PD Dr. Volker Kaukoreit(Österreichisches Literaturarchiv, Wien): Erwerbungsstrategien, Erwerbungsprobleme. Beispiele aus dem Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek

12.00 – 12.45: Dr. Sabine Brenner-Wilczek (Heinrich-Heine-Institut Düsseldorf): Erwerbspolitik und Bestandsbildung im Heinrich-Heine-Institut

12.45 – 14.00: Mittagspause

Sektion III - Andere Kulturarchive und ihre Übernahmepraxis

Sektionsleitung: Prof. Dr. Bernd Kortländer(Heinrich-Heine-Institut)

14.00 – 14.45: Sabine Wolf (Akademie der Künste Berlin): Was bleibt? Die multidisziplinären Archive der Akademie der Künste im Spannungsfeld Maßstab - Bewertung - Auswahl

14.45 – 15.30: Prof. Dr. Günter Herzog (Zentralarchiv des Internationalen Kunsthandels, Köln): Erste Erfahrungen aus einer jüngst entstandenen Archivgattung

15.30 – 16.00: Kaffeepause

16.00 – 16.45: Huub Sanders (Internationales Institut für Sozialgeschichte, Amsterdam): Das Internationale Institut für Sozialgeschichte, Amsterdam: Kontinuität und neue Aussichten im Sammlungsprofil

16.45 – 17.30: Julia Landsberg (Deutsches Komponistenarchiv, Dresden): Jenseits aller Genres – Die Übernahmepraxis des Deutschen Komponistenarchivs

Danach Abschlussdiskussion

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