Walter Gödden, Jochen Grywatsch (Hrsg.): Wenn man aufhören könnte zu lügen. Der Schriftsteller Paul Schallück 1922-1976. Bielefeld: Aistheisis 2002


Achtzigste Schriftstellergeburtstage muss man nicht feiern, aber man kann sie zum Anlass einer Revision, einer Bestandsaufnahme nehmen. Dann bieten sie Chancen. Vierzig, fünfzig Jahre nach dem Erscheinen eines Werkes sind wir, die Leser, schlauer. Wir können die Literaturgeschichten jener Jahre aufschlagen und vergleichen, Interpretationen nachlesen, kategorisieren. Spreu und Weizen sind voneinander getrennt. Und mitten dazwischen Paul Schallück, ein... ja, was war er eigentlich? Schriftsteller, Essayist, Kritiker, Feuilletonist, Herausgeber, gar ein verkappter Philosoph?

Ruhm ist vergänglich. Literarischer Ruhm vielleicht besonders. 50 Jahre erscheinen da wie eine Ewigkeit. Schallück ist ein Vergessener. Sein literarischer Stern ist verblichen, daran gibt es nichts zu deuteln. Aber er ist kein ganz Vergessener.






Inhalt:

Walter Gödden: Vorsätze, Thesen, Fragen

Jochen Grywatsch: Der Nachlass

Jutta Melchers / Dana Wolf: Kultur und Gesellschaft 1945-1976
Versuch eines kulturgeschichtlichen Panoramas - Die politische Entwicklung der BRD im Zeitraffer - "Trümmerliteratur" - Die "Gruppe 47" - Zentralcafé einer Literatur ohne Hauptstadt

Walter Gödden: Ein "unwestfälischer" Westfale. Probleme eines Nestbeschmutzers

Walter Gödden: Romane schreiben aus Passion:
"Draußen vor der Tür" - ein Exkurs - "Wenn man aufhören könnte zu lügen" - Die Halbstarken - "Ankunft null Uhr zwölf" - Egoismus zwischen Trümmern - Exkurs über realistisches Erzählen und literarische Vorbilder - "Die unsichtbare Pforte" und die Wunden der Nachkriegszeit - "Engelbert Reineke" - Kollektivschuld und Kleinstadtmief

Hendrik Blumentrath: "Don Quichotte in Köln" - Lost in La Mancha

Lily Tonger-Erk: Ponysuche im Zeichen der Völkerverständigung. "Karlsbader Ponys"

Jochen Grywatsch: "Zeugnisse der Verwundbarkeit". Erzählungen und Kurzgeschichten:
Schuld und Wahrheit - "Lakrizza und andere Erzählungen" - Verletzungen des Ich - Verstreut veröffentlichte Erzählungen - Exkurs: "Nachruf zu Lebzeiten" - Bibliophile Besonderheiten - Satiren und Sprachexperimente - "Dein Bier und Mein Bier"

Claucio Serra Domingues / Hendrik Herte: Zwei Satiren: "Warendorfer Pferde" und "Bekenntnisse eines Nestbeschmutzers"

Jochen Grywatsch: "Zum Beispiel dies, zum Beispiel das". Essays über die Zeit, den Ort, das Schreiben und die Kunst
Erinnerungsarbeit - "Gedanken zur Zeit" - Form und Phantasie - "Gedanken zur Kunst" - Vorbildliches und Charakteristisches - "Literarische Porträts" - Wohnort und Schreibort - "Beobachtungen"

Walter Gödden: "In diesem Land / wo die Wölfe die Pelze nach innen kehren". Der "Gebrauchslyriker"
Frühe epigonale Anfänge - Die Zwischenphase: Kritik am literarischen Experiment - Fast schon ganz am Schluss: Agitationslyrik

Ingrid Scheffler: Zwischen Journalismus und Literatur. Paul Schallück im Hörfunk des NWDR/WDR

Walter Gödden: Von "Draußen vor der Tür" zum Dokumentartheater. Der Bühnenautor
"Der lange Marsch" -"Verurteilt" - "Countdown zum Paradies"

Walter Gödden: Gestern gelesen, heute gesendet. Im Dschungel des Fernsehgeschäfts
"Die Träume des Herrn Jules Verne" - "Rund um den Ochsenkopf" - "Der Mann aus Casablanca" - "Beim Metzger" - "Unter Ausschluss der Öffentlichkeit" - "Babysitter gesucht" - "Die Diagnose"

Walter Gödden:"Ohne Charme, Witz, Esprit, hölzern, knöchern, spießig". Der Theater-, Film- und Fernsehkritiker

Jochen Grywatsch: "Auf dem Rummelplatz der bundesrepublikanischen Gesellschaft". Politisches Engagement in Reden, Vorträgen und Aufsätzen
Kampf dem Atomtod - Mehr Demokratie wagen - Eine Rede für Willy Brandt

Claucio Serra Domingues: "Die Olympischen Spiele sind längst keine Spiele mehr". Schallücks Rolle bei der internationalen Tagung "Sport und Nationalismus"

Jochen Grywatsch: Aufarbeitung - Zwiesprache - Symbiose. Beiträge zur christlich-jüdischen Verständigung

Yvonne Wennemers / Hendrik Herte: "Mit schwerem Gespäck". Reisen nach Israel, Princeton und Irkutsk

Michael Aust: "Unruhe ist des Demokraten erste Pflicht". Glossen für die "Welt der Arbeit"

Claudia Röser: Paul Schallück verbessert die Welt. Chefredakteur der Zeitschrift "Dokumente"

Sarah Averkamp: Dichterkrönungen heute. Ende des sentimentalen Idealismus

Anstelle eines Nachworts. Paul Schallück: "Ich lese in kleinen Städten"

Anhang

- Dank
- Chronik
- Literatur
- Verzeichnis der Kurztitel
- Bibliografie
- Bildnachweis
- Verzeichnis der Mitarbeiter/innen
- Personenregister

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