Die
Reihe repräsentativer Anthologien aus dem frühen 20. Jahrhundert dokumentiert eine folgenreiche sozial- und literaturgeschichtliche Bewegung. Ihre Herausgeber präsentieren Lyrik, welche die industrielle Arbeit und die von ihr geprägte Landschaft darstellt. Arbeitsschriftsteller suchten auf diese Weise auf den Spuren der idealistischen Dichtungstradtition Anschluss an die bürgerliche Bildungswelt; bürgerliche Literaten erstrebten, der überlieferten Auffassung von Dichtung die neue Industriewelt als Thema zu erschließen.
Das hier nachgedruckte zwetie Heft der
Quadriga. Vierteljahresschrift der Werkleute auf Haus Nyland erschien Ende September des Jahres 1912; das erste Heft war im Sommer desselben Jahres herausgekommen. Die Auflage betrug beim ersten Heft 400, beim zweiten 500 Exemplare, später lag sie möglicherweise noch höher.
Die beiden (nicht genannten) Herausgeber, Wilhelm Vershoven (1878-1960) und sein Schwager Alfred Josef Werner Winckler (1881-1966), sowie der Lehrer und Dichter Jakob Kneip (1881-1958) und Jenaer Verlag Verleger Bernhard Vopelius als die Dritten und Vierten im Bunde der Initiatoren und des Unternehmens hofften darauf, etwa 4.000 bis 5.000 Leser erreichen zu können.Obwohl die Zeitschrift in Jena erschien, lag es angesichts der Herkunft zumindest dreier Beteiligter aus dem Westen Deutschlands nahe, dass sie zunächst das Rheinland und besonders das Ruhrrevier als Verbreitungs- und Wirkungsgebiet in den Blick nahmen.
Über diesen zunächst angepeilten Wirkungskreis hinaus erhielten die Hefte ihre politische Bedeutung zum einen durch ihre kulturgheschichtliche und -politische Zielsetzung, zum anderen durch einige literarische Texte, die hier erschienen.