Der 1749 in Münster geborene Sturm-und-Drang-Schriftsteller Anton Mathias Sprickmann ist heute so gut wie vergessen. Zu Unrecht - denn dem Juristen, Hochschullehrer und Mitarbeiter des kurfürstlichen Ministers Franz von Fürstenberg gelang es als erstem, in der musenfeindlichen Stadt eine literarische Kultur zu etablieren: Die Anfänge des münsterschen Theaters sind untrennbar mit seinem Namen verbunden. Britta Domke stellt Sprickmanns Entwicklung vom theaterbegeisterten Jugendlichen bis zum gereiften Dramatiker dar, dessen spätere Werke sich durchaus mit denen bedeutenderer Schriftsteller des Sturm und Drang messen können. Die Theatergeschichte Münsters kommt dabei ebenso zur Sprache wie Sprickmanns Beeinflussung durch Dichterkollegen wie Lessing, Klopstock, Lenz, Bürger und Goethe.
Dem biographischen Teil folgt eine Analyse der Theatertexte Sprickmanns. Unter den acht erhaltenen Stücken finden sich so unterschiedliche Formen wie rührendes Lustspiel, allegorisches Bühnenweihspiel, Singspiel, Monodrama und bürgerliches Trauerspiel. Bei aller Experimentierfreude in der Form läßt sich doch ein Thema immer wieder in den Dramen erkennen: die Qual der verhinderten Liebe - ein Leitmotiv auch im Leben des leidenschaftlichen Sprickmann.
Inhalt
Siglenverzeichnis
1. Einleitung
2. Historische Bezüge
2.1 Die Entwicklung des deutschen Theaters und Dramas vom Anfang des 18. Jahrhunderts bis in dessen 70er Jahre
2.2 das Phänomen "Theatromanie"
3. Theater und dramatisches Schaffen im Leben A. M. Sprickmanns
3.1 Kindheit und Jugend
3.2 Erste dramatische Werke Sprickmanns
3.3 Die Beteiligung Sprickmanns an den Anfängen des münsterschen Theaters
3.4 Dramaturgische Schriften
3.4.1 "Nachrichten von der Josephinischen Schauspieler-Gesellschaft"
3.4.2 "Etwas über den Nachnamen allgemein, und über das Göthisieren insbesondre"
3.5 Neue literarische Vorbilder: Göttinger Hain, Sturm und Drang
3.6 Die späten Dramen
4. Einzelinterpretationen
4.1 Die Anfänge: Konventionelle Dramenformen
4.1.1 "Die natürliche Tochter
4.1.2 "Die Wilddiebe"
4.1.3 "Der Tempel der Dankbarkeit"
4.1.4 "Das Misverständnis"
4.2 Einflüsse des Sturm und Drang
4.2.1 Kleine dramatische Szenen
4.2.1.1 "Das Strumpfband"
4.2.1.2 "Mariens Reden bei ihrer Trauung"
4.2.2 Die großen Dramen
4.2.2.1 "Eulalia"
4.2.2.2 "Der Schmuck"
5. Sprickmanns 'geistige Wiedergeburt' und ihre Bedeutung für die literaturwissenschaftliche Rezeption seines Werks
6. Anhang
Bildteil - "Der Tempel der Dankbarkeit" - Chronologische Tabelle der dramatischen Arbeiten Sprickmanns - Literaturverzeichnis - Danksagung