„Ganz im Ernst, so war es!“. Elisabeth Hauptmann - Schriftstellerin, Mitarbeiterin und Geliebte Brechts. Ein O-Ton-Teature.
Idee, Konzeption und Drehbuch von Walter Gödden.
Herausgegeben im Auftrag des Westfälischen Landesmedienzentrums von Markus Köster und der Literaturkommission für Westfalen von Georg Bühren und Walter Gödden.
Redaktion: Claudia Landwehr
Münster: Westfälisches Landesmedienzentrum 2004.
Zum Inhalt:
„Beim Abhören der Bänder war ich sofort von Elisabeth Hauptmanns Stimme beeindruckt... Es war mir unerklärlich, wieso die Mitschriften der Tonbänder zwar von diesem oder jenem Brechtbiographen benutzt worden sind, niemand aber je an eine Publikation der Tonbänder selbst gedacht hat. Denn sie stellen nicht t mehr und nicht weniger als die authentischste und ausführlichste aller Quellen über die kollektive Arbeitsweise Brechts dar.“ (Sabine Kebir)
52 Tonbänder à 20 Minuten. Irgendwo verstaubt im Archivkeller. Kaum bekannt, kaum je ausgewertet. Interviews, die inzwischen historisch geworden sind. Im Mittelpunkt eine kleine, zierliche Frau: Elisabeth Hauptmann. Wer war diese Elisabeth Hauptmann? Nur ein Anhängsel des großen BB? Nicht mehr als eine Fußnote in der weitläufigen Brecht-Forschung? Oder war sie selbst eine große Schriftstellerin, der nur die Möglichkeit zur freien Entfaltung fehlte bzw. genommen wurde? Sie war vieles in einer Person. Und darüber hinaus eine Zeitzeugin ersten Ranges.
Sie ist 75 Jahre alt, als sie sich auf die Interviews einlässt. Sie weiß, sie hat nicht mehr lange zu leben. Nun aber, kurz vor ihrem Tod, ist sie bereit, offener zu reden. Über ihre Zusammenarbeit mit Brecht und auch über sich selbst. Das eine bedingt das andere.
Die Gesprächspartner: Drei junge Filmemacher. Die Autoren Dr. Wolfgang Gersch und Rolf Liebenau, der Regisseur Karlheinz Mund. 1972 haben sie die Idee zu einem Film-Feature über die Autorin für den DFF/Adlerhof - das Fernsehen der DDR. Und erhalten die Einwilligung. Im DEFA-Dokumentarfilmstudio entsteht der einstündige Film „Die Mit-Arbeiterin“. Im Dezember 1972 wird er gesendet. Die Tonaufnahmen überleben im Archiv der Berliner Akademie der Künste. Sie bilden die Grundlage des vorliegenden Features, das sich zum Ziel gesetzt hat, ein möglichst umfassendes Lebensporträt der Autorin zu entwerfen.
Im Interview geht es ausführlich um Elisabeth Hauptmanns eigene literarische Arbeiten. Manches war der Autorin ganz aus dem Gedächtnis entfallen. Dass sie unzweifelhaft ein großes literarisches Talent besaß, stellte sie - in sprichwörtlicher Bescheidenheit - an keiner Stelle des Interviews heraus. Das blieb anderen vorbehalten.
Begleitend zum vorliegenden Audiobook erschienen:
Elisabeth Hauptmann Lesebuch. Zusammengestellt und mit einem Nachwort versehen von Walter Gödden. Köln, Nyland-Stiftung 2004. (= Nylands Kleine Westfälische Bibliothek ; Bd. 6)
Die Texte des Lesebuchs finden Sie darüber hinaus im Internet in der Bilbliothek Westfalica der Literaturkommission für Westfalen