Vor diesem Hintergrund hat der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) beschlossen, das Westfälische Literaturarchiv im LWL-Archivamt für Westfalen einzurichten. Mit seinem verstärkten Engagement in der Literaturförderung setzt er einen weiteren wichtigen Akzent in der regionalen Kulturpflege.
Das Westfälische Literaturarchiv versteht sich in Ergänzung bestehender Literaturarchive als Sammelstelle für literarische Nachlässe und Materialien westfälischer Schriftstellerinnen und Schriftsteller sowie als Informationsstelle mit kompetenter Beratung in allen Fragen rund um das Thema "Literarische Nachlässe in Westfalen".
Das Angebot sieht im einzelnen vor:
► Beratung von Schriftstellerinnen und Schriftstellern im Umgang mit der eigenen Werküberlieferung
► Fachgerechte Übernahme von Nachlässen in das Westfälische Literaturarchiv. Ein Kriterium für die Aufnahme kann der Eintrag der Autorin bzw. des Autors in das von der Literaturkommission herausgegebene "Westfälische Autorenlexikon" sein.
► Vermittlung einer qualifizierten fachlichen Betreuung etwa im heimischen Kommunalarchiv, sofern der Nachlass wegen enger regionaler Bezüge vor Ort verbleiben soll.
► Werkentwürfe und -manuskripte
► Bild- und Tondokumente
► persönliche Dokumente
► Bibliotheksgut etc.
► Bild- und Tondokumente
► persönliche Dokumente
► Bibliotheksgut etc.
Wie und wann der Zugang für Dritte eröffnet werden soll, unterliegt der freien Vereinbarung zwischen den Autorinnen und Autoren oder deren Familien und dem Westfälischen Literaturarchiv.
Soweit keine anderen Vereinbarungen getroffen werden, erfolgt die Benutzung der Nachlässe nach dem Archivgesetz für das Land Nordrhein-Westfalen bzw. der im LWL-Archivamt für Westfalen gültigen Benutzerordnung. Sie sieht vor:
► Archivalien sind nach einer generellen Schutzfrist von 30 Jahren von jedermann einsehbar. Diese Frist kann verkürzt werden.
► Dokumente mit persönlichen Informationen (z.B. Tagebücher, Korrespondenzen) können erst 10 Jahre nach dem Tod der Betroffenen ausgewertet werden.
Ziel des Westfälischen Literaturarchivs ist es darüber hinaus, Nachlässe einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dies kann in Ausstellungen, Seminaren und Kolloquien oder durch Publikationen, auch im Internet, geschehen. Im LWL-Archivamt für Westfalen können kleinere Kabinettausstellungen durchgeführt werden. Auch in dem von der Literaturkommission wissenschaftlich betreuten "Westfälischen Literaturmuseum Haus Nottbeck" besteht die Möglichkeit, Archivalien in musealem Kontext zu präsentieren.
Der Nachlass wird im Rahmen von Projekten der Literaturkommission aufgearbeitet. Anlässlich des 90. Geburtstages von Ernst Meister gab sie die Audio-CD "Fern liegt Eleusis. Ernst Meister liest eigene Gedichte" heraus und initiierte eine Video-Veröffentlichung des Films "Ernst Meister - Versuch einer Annäherung". Es fanden außerdem eine Tagung und eine Ausstellung statt. Ein größeres Editionsvorhaben wird an der Universität Aachen vorbereitet.
Das Westfälische Literaturarchiv wird gemeinsam von dem LWL-Archivamt für Westfalen und der LWL-Literaturkommission für Westfalen getragen. Diese fachübergreifende Kooperation erfolgt mit der Zielsetzung, einen möglichst hohen Qualitätsstandard in der Betreuung literarischer Nachlässe zu gewährleisten.
Das LWL-Archivamt für Westfalen, zu dessen Aufgaben die Beratung und Unterstützung nichtstaatlicher Archive sowie die Führung des verwaltungseigenen Archivs des Landschaftsverbandes zählt, steuert das archivfachliche Wissen und die aus jahrzehntelanger Tätigkeit im Bereich der regionalen Archivpflege gewonnene Erfahrung bei. Darüber hinaus stellt es in seinem 1998 errichteten Archivzweckbau Räumlichkeiten für die Magazinierung und Nutzung der Nachlässe zur Verfügung.
Hier gelangen Sie zu den Internetseiten des LWL-Archivamts für Westfalen