
Die Kommission für Mundart- und Namenforschung Westfalens hat die Aufgabe, die sprach- und literaturwissenschaftliche Erforschung Westfalens durch Untersuchungen, Publikationen und Sammlungen zu fördern. Zur Wahrnehmung ihrer Aufgaben dient eine Arbeits- und Forschungsstelle.
Dr. Christoph Purschke (Marburg)
22. Februar 2012 um 20:00 Uhr
Geschichtsort Villa ten Hompel
Kaiser-Wilhelm-Ring 28
48145 Münster
Am 20. April 1937 wurde dem Reichskanzler Adolf Hitler ein besonderes Geburtstagsgeschenk überreicht: ein mannshoher Schrank, der 300 Schallplattenaufnahmen der deutschen Dialekte und einen Plattenspieler beherbergte. Das sogenannte „Lautdenkmal reichsdeutscher Mundarten“ ist das Ergebnis einer umfangreichen dialektologischen Erhebung in allen Regionen des Reichs.
Der Vortrag konzentriert sich auf drei Aspekte dieser ebenso spannenden wie schwierigen Aufnahmen: ihre Entstehung, ihre wissenschaftliche Bedeutung für die heutige Regionalsprachenforschung sowie Möglichkeiten und Schwierigkeiten einer kritischen Edition des Materials.
Wie nehmen westfälische Dialektsprecher ihren Sprachraum wahr? Dieser Frage widmet sich eine Neuerscheinung der Kommission für Mundart- und Namenforschung Westfalens. Sie stützt sich auf Fragebogendaten aus etwa 2.000 Orten in Westfalen-Lippe. Das zentrale Visualisierungsinstrument der Arbeit stellt eine ‚Pfeilkarte‘ dar, auf der die Antworten der Dialektsprecher eingetragen wurden. Diese Karte steht hier zum Download bereit.
Daniela Twilfer: Dialektgrenzen im Kopf. Der westfälische Sprachraum aus volkslinguistischer Perspektive (Westfälische Beiträge zur niederdeutschen Philologie 13). Bielefeld: Verlag für Regionalgeschichte 2012
(ISBN 978-3-89534-903-4). 14,00 €.
Die vergriffenen Bände der "Niederdeutschen Studien" stehen hier zum Download bereit.