Dalheimer Kataloge - Band 2
Säkularisation und Neubeginn
Band 2

Die Säkularisation hatte auch in Westfalen die Zerstörung und Auflösung vieler Klöster zur Folge. Sie führte zu einem radikalen Bruch mit Jahrhunderte alten Traditionen: Klöster wurden zu Fabriken, Kasernen, Gefängnissen oder Adelssitzen, die Ordensleute und ihr Gesinde entwurzelt, Kulturgüter zerstreut und zerstört. Erst Ende des 19. Jahrhunderts kommt es mit zahlreichen Neugründungen von Frauenklöstern zu einem Neubeginn.

Ausstellung und Begleitband beleuchten zunächst den Prozess der Auflösung in der Klosterlandschaft Westfalen. Aufschlussreiche Quellen schildern die Ereignisse im Jahr 1803 und deren Folgen. Einen Schwerpunkt der Betrachtung bildet dabei das Schicksal der Klosterleute und ihres Gesindes. Anhand bekannter Beispiele wird die Umnutzung der Klostergebäude nach der Auflösung dargestellt: Während einige Anlagen wie Kloster Dalheim anfänglich kaum verändert als landwirtschaftliche Betriebe unter neuer Herrschaft weiterbetrieben werden, sind die Veränderungen andernorts um so tiefgreifender. So wird deutlich, wie sich einstige Klöster auf der Basis bereits im Mittelalter geschaffener Infrastruktur zu Kristallisationspunkten der beginnenden Industrialisierung entwickeln. Andere Klöster werden zu Kasernen, Besserungs- oder Irrenanstalten, wieder andere zu Adelssitzen. Im Widerspruch dazu steht das Bild der Klöster in der Kunst der Romantik. Hier verklärt sich die Erinnerung an vergangene Klosterherrlichkeit, die Ruinen werden zu nationalen Monumenten. Zahlreiche Neugründungen von Frauenklöstern führen am Ende des 19. Jahrhunderts zu einem Neubeginn – dieser wird ebenso dargestellt wie die heutige Situation der Klosterlandschaft Westfalen.

Matthias Wemhoff (Hrsg.): Säkularisation und Neubeginn. Die Kultur der Klöster in Westfalen. Reihe: Dalheimer Kataloge, Band 2. Regensburg: Schnell + Steiner, 1. Auflage 2007, ca. 340 Seiten, ca. 80 meist farbige Abbildungen.
Hardcover, 24,90 Euro. ISBN 978-3-7954-1963-9



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