Liebeszauber und Weissagung
„Macht des Wortes“ zeigt auch „verbotene Bücher“/ Ausstellung läuft noch bis 30. Dezember
Ein Zauber, um die Liebste zu binden? Ein Rezept, um den Dieb zu entlarven? Und ein Tag, an dem der Großputz wie von selbst gelingt? Das wär‘ doch was, dachten sich schon Generationen vor uns und verfassten allerlei Zauberrezepte und Weissagungen für große und kleine Alltagsprobleme. Dass diese bis heute überliefert sind, ist nicht selten ausgerechnet den Bibliotheken der Klöster zu verdanken, die die zum Teil jahrhundertealten Schriften bewahrten.
Noch bis 30. Dezember zeigt „Macht des Wortes“ drei dieser ungewöhnlichen Werke. In einer Abteilung von 50 zum Teil mehr als 1.000 Jahre alten klösterlichen Handschriften stehen sie stellvertretend für die „verbotenen Bücher“, die einst ganze Mönchsgenerationen in Atem hielten. Die äußerlich eher unspektakulären Handschriften stammen aus dem 14./15. bzw. frühen 18. Jahrhundert und gehören heute zur umfangreichen Sammlung des österreichischen Benediktinerstifts St. Paul im Lavanttal (Kärnten). Wer sie einst verfasste und wie sie in den Besitz des Stifts gelangten, ist nicht bekannt. Ihr Inhalt aber fasziniert bis heute.
Sie enthalten Zauberrezepte, Weissagungen und magische Beschwörungen, aber nicht nur "Übernatürliches". „Die inhaltliche Nähe von Naturwissenschaft und Zauberei wirkt heute verblüffend. Damals galten aber viele naturwissenschaftliche Erkenntnisse als Aberglaube, da sie an den Weltbildern der Herrscher rüttelten“, erläutert Sina Schröder. Als Orte der Wissenschaft und Forschung bewahrten die Klöster derlei Schriften in ihren Bibliotheken. Noch Mitte des 18. Jahrhunderts galten dafür aber besonders strenge Regeln.
Dalheimer Kunst-Stück am 10. Januar 2012
Nach Abbau der Schau „Macht des Wortes“ öffnet das Dalheimer Kunst-Stück noch einmal das Depot des Klosters Dalheim. Gemeinsam mit der Kunsthistorikerin Sina Schröder ergründen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Geheimnisse der in „Macht des Wortes“ gezeigten „verbotenen Bücher“ und gehen der Frage nach, welche Schriften sich warum in den bibliothekarischen Giftschränken der Klöster befanden.
Treffpunkt ist um 16.30 Uhr in der Dalheimer Klosterschule im Ehrenhof. Die Teilnahme ist im Eintrittspreis (ab Januar 2012 wieder Erw. 6 Euro, erm. 3,50 Euro, Familientageskarte 13 Euro) enthalten.
Goldschmiede Augsburg
Schwäbische Schätze sind Dalheimer Kunst-Stück
Ein edelsteinbesetzter Prunkkelch, ein filigraner Bucheinband oder ein Hausaltar gefertigt aus einer barocken Uhr: Goldglänzende Schätze bezeugen in der Sonderausstellung „Macht des Wortes. Benediktinisches Mönchtum im Spiegel Europas“ die kunsthandwerkliche Vormachtstellung der Augsburger Goldschmiedekunst im Zeitalter des Barock. Ihre prachtvollen Erzeugnisse stehen im Zentrum des monatlichen Werkstattgesprächs in der Stiftung Kloster Dalheim. LWL-Landesmuseum für Klosterkultur am Dienstag, 13. Dezember.
Im 17. und 18. Jahrhundert war Augsburg das führende Zentrum für Goldschmiedearbeiten in Mitteleuropa. „Zeitweise stellten in Augsburg rund 700 Goldschmiede goldene und silberne Kunstwerke für kirchliche und weltliche Auftraggeber in ganz Europa her. Damit waren es mehr Goldschmiede- als Bäckermeister“, erläutert die Dr. Julia Fischer das ganze Ausmaß goldener Herrlichkeit. Gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Dalheimer Kunst-Stücks begibt sich die Kunsthistorikerin auf einen Streifzug durch die Sonderausstellung. Sie erfahren, welche Gegenstände in den Augsburger Werkstätten entstanden, welche Materialien und Techniken dort verwendet wurden und wie Augsburg zum führenden Zentrum für Goldschmiedearbeiten in Mitteleuropa aufstieg.
Treffpunkt ist um 16.30 Uhr in der Dalheimer Klosterschule im Ehrenhof. Die Teilnahme ist im Eintrittspreis (Erw. 9 Euro, erm. 4,50 Euro, Kinder 3 Euro) enthalten.
Rom von der Rolle
Sonderausstellung im Kloster Dalheim zeigt Druck antiker Straßenkarte
Sie ist knapp sieben Meter lang und nur 34 Zentimeter breit, und doch zeigt sie das gesamte römische Reich: Eine antike Straßenkarte steht am Dienstag, 8. November, im Mittelpunkt des Dalheimer Kunst-Stücks. Sie verzeichnet 555 Ortsangaben und 3.500 weitere geografische Besonderheiten des römischen Reichs. Viele sind uns bis heute bekannt.
Das Original der Karte stammt aus der Spätantike. Sie war ursprünglich aus zwölf Pergamentblättern zusammengeklebt und wurde zur Aufbewahrung aufgerollt. Im 12. Jahrhundert wurde sie vermutlich in der berühmten Schreibstube des Benediktinerklosters auf der Bodenseeinsel Reichenau kopiert. Das Original ging verloren. Was blieb, war die Kopie. „Das Abschreiben antiker Texte und das Bewahren antiken Wissens wurde von jeher in Klosterbibliotheken betrieben“, erläutert die wissenschaftliche Projektleitung der Sonderausstellung Dr. Helga Fabritius: „Es muss eine enorme Herausforderung gewesen sein, eine Karte diesen Ausmaßes in der damaligen Zeit zu kopieren.“ Die Dalheimer Sonderausstellung „Macht des Wortes. Benediktinisches Mönchtum im Spiegel Europas“ zeigt einen rund 300 Jahre alten Nachdruck der nach Konrad Peutinger, einem ihrer Besitzer, benannten „Tabula Peutingeriana“.
Die ungewöhnlichen Dimensionen der Karte ziehen den Betrachter sofort in ihren Bann. Wie aber kann diese Karte mit der geografischen Realität in Einklang gebracht werden? Und wozu wurde sie verwendet? Gemeinsam mit Dr. Helga Fabritius begeben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des monatlichen Werkstattgesprächs im LWL-Landesmuseum, auf eine ungewöhnliche Reise durch das Römische Reich und erkunden anhand eines besonderen Zeugnisses historischer Kartographie auch die eigenen modernen Sehgewohnheiten.
Treffpunkt ist um 16.30 Uhr in der Dalheimer Klosterschule im Ehrenhof. Die Teilnahme ist im Eintrittspreis enthalten.
Ein Mantel erzählt Geschichten
„Macht des Wortes“ zeigt über 700 Jahre alte Messgewänder
Heilige mit abgeschlagenen Köpfen, der tödliche Streit der alttestamentlichen Brüder Kain und Abel, Jesu Geburt und Kreuzigung sowie die Wundertaten des Hl. Blasius: Das ist der Stoff aus dem zwei seltene, über 700 Jahre alte Messgewänder aus der Benedikitinerabtei St. Blasien gemacht sind. Sie gehören zu den frühesten mit Bildmotiven bestickten Gewändern aus dem Mittelalter und sind noch bis zum 30. Dezember in der Sonderausstellung „Macht des Wortes. Benediktinisches Mönchtum im Spiegel Europas“ in der Stiftung Kloster Dalheim. LWL-Landesmuseum für Klosterkultur zu sehen.
Die Messgewänder – eine Glockenkasel und ein Chormantel – stammen aus dem 12. und 13. Jahrhundert und haben die Jahrhunderte nahezu unverändert überdauert. „Bemerkenswert sind neben ihrem guten Erhaltungszustand aber die Erzählfreude und der Einfallsreichtum beim bildlichen Umsetzen der zumeist biblischen Szenen“, erläutert die Dalheimer Kunsthistorikerin Sina Schröder: „In diesen Gewändern kann man bis heute lesen wie in einem Bilderbuch!“
Das monatliche Werkstattgespräch der Stiftung Kloster Dalheim. LWL-Landesmuseum für Klosterkultur lädt am Dienstag, 11. Oktober, ein, gemeinsam mit der Kunsthistorikerin Sina Schröder die beiden Messgewänder aus der Nähe zu betrachten und ihren Geschichten auf den Grund zu gehen. Darüber hinaus wird Schröder einen kurzen Einblick in die verschiedenen Formen und die Herstellung liturgischer Gewänder geben.
Treffpunkt ist um 16.30 Uhr in der Dalheimer Klosterschule im Ehrenhof. Die Teilnahme ist im Eintrittspreis enthalten.
Verehrungswürdig
"Macht des Wortes" zeigt noch bis 9. Oktober die Arche des Hl. Willibrord
Eines der kostbaren mittelalterlichen Stücke wird die Schau „Macht des Wortes. Benediktinisches Mönchtum im Spiegel Europas“ bereits vor Ablauf des Jahres verlassen. Nur noch bis 9. Oktober ist die „Arche des hl. Willibrord“ in dem Museum im ehemaligen Kloster Dalheim (Kreis Paderborn) zu sehen.
Das rund einen halben Meter hohe, aus Gold und Silber kunstvoll gefertigte, reich mit Figuren verzierte und mit Edelsteinen besetzte Reliquiar stammt aus der Schatzkammer St. Martini in Emmerich. Der Namensgeber der Arche (lat. arca für „verschließbarer Kasten“), der Hl. Willibrord (um 658 bis 739), zählt wie der Hl. Bonifatius zu den irisch-angelsächsischen Missionaren, die nach der Benediktregel lebten und im 7. und 8. Jahrhundert eine neue Phase des Missionsmönchtums auf dem Kontinent einleiteten. Einer Inschrift zufolge befinden sich in der Arche Reliquien, die der hl. Willibrord von Papst Sergius I. bekam, als er seinen Missionsauftrag erhielt.
Das monatliche Werkstattgespräch der Stiftung Kloster Dalheim. LWL-Landesmuseum für Klosterkultur nutzt die Gelegenheit, dieses einzigartige Exponat am 13. September näher zu betrachten. Gemeinsam mit dem Kunsthistoriker Dr. Clemens Kosch gehen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Form und Inhalt des kostbaren Schaustücks auf den Grund.
Treffpunkt ist um 16.30 Uhr in der Dalheimer Klosterschule im Ehrenhof. Die Teilnahme ist im Eintrittspreis enthalten.
Paläste des Glaubens
„Macht des Wortes“ zeigt, wie sich barocke Klöster zu Schlössern entwickelten
„Peter Paul Rubens, Albrecht Dürer oder Anthonis van Dyck“ – Was die Augen von Dr. Julia Fischer zum Leuchten bringt, lässt zunächst nicht vermuten, dass die 29-jährige Kunsthistorikerin in Deutschlands einzigem Landesmuseum für Klosterkultur beschäftigt ist. Doch der erste Eindruck täuscht. Was die Werke großer Meister zu bedeutenden Exponaten von „Macht des Wortes" macht, erläutert Julia Fischer beim Dalheimer Kunst-Stücks.
Nachdem die Folgen des Dreißigjährigen Krieges (1618 bis 1648) überwunden waren, brach für die Klöster eine Zeit wirtschaftlichen Aufschwungs an. Auch viele Benediktinerkonvente begannen, ihre Klostergebäude im Stil des zeitgenössischen Schlossbaus umzugestalten. Das Repräsentationsbedürfnis der Äbte äußerte sich auch in einer regen Sammeltätigkeit. Die Dalheimer Sonderausstellung zeigt die gesamte Bandbreite der gesammelten Kunstwerke.
Exemplarisch stellt Julia Fischer beim monatlichen Werkstattgespräch des Hauses am Dienstag, 9. August, eines dieser Werke vor. Dabei handelt es sich um eine eigenhändige Ölskizze des wohl erfolgreichsten Künstlers des Barock, Peter Paul Rubens - eine Leihgabe des österreichischen Benediktinerstifts St. Paul im Lavanttal/Kärnten. Anhand der Vorstudie zur „Anbetung der Hirten“ (1621/22) – später ausgeführt in der Kathedrale von Soisson, Frankreich – erläutert Fischer den Entstehungsprozess barocker Gemälde und geht der Frage nach, warum dieses Werk in einer benediktinischen Sammlung zu finden ist.
Treffpunkt ist um 16.30 Uhr in der Dalheimer Klosterschule im Ehrenhof. Die Teilnahme ist im Eintrittspreis enthalten.
Stammbaum der Benediktiner
Auf Ahnenforschung in der neuen Dalheimer Sonderausstellung
Päpste, Bischöfe, Äbte und Mönche: Die mehr als 1.500-jährige Geschichte des Benediktinerordens hat viele aufzuweisen. Das „Who is who“ des ältesten und wohl bedeutendsten Ordens versammelt ein Gemälde der neuen Sonderausstellung „Macht des Wortes. Benediktinisches Mönchtum im Spiegel Europas“ in der Stiftung Kloster Dalheim. LWL-Landesmuseum für Klosterkultur. Zum Start der Schau (2.7. bis 30.12.2011) steht es im Mittelpunkt des monatlichen Werkstattgesprächs des Museums am Dienstag, 12. Juli.
Der „Stammbaum der Benediktiner“ von Johann Gottfried Prechler (1721), ein Gemälde auf Pergament, präsentiert durch die Jahrhunderte hinweg entscheidende Personen der benediktinischen Ordensgeschichte. „Stammbäume sind bereits im Alten Ägypten bekannt. Zunächst illustrieren sie verwandtschaftliche Beziehungen. Im Mittelalter wird dieses Schema auch für die Illustrierung von Ordensgeschichte beliebt“, erläutert die wissenschaftliche Projektleitung der Ausstellung, die Kunsthistorikerin Dr. Helga Fabritius.
Der Heilige Benedikt bildet den Stamm des Baumes, dessen Krone die oberen zwei Drittel des rund einen Meter hohen Gemäldes ausfüllt. „Wie Früchte tragen seine Zweige Heilige und Selige des Benediktinerordens, die durch charakteristische Attribute, Inschriften und Wappen gekennzeichnet werden“, sagt Fabritius. Angefangen beim Ordensgründer stellt das Gemälde aus dem Benediktinerstift Kremsmünster (Österreich) 100 Personen vor. In der Fülle seiner Motive gleicht das Gemälde damit den heute geläufigen Wimmelbildern.
Für das geübte Auge zu entdecken gibt es zum Beispiel die Heiligen Placidus und Maurus, direkte Schüler Benedikts, oder den heiligen Papst Gregor, der die Lebensgeschichte Benedikts im 6. Jahrhundert verfasste. Der Heilige Bonifatius ist ebenso abgebildet wie Guido von Arrezzo oder die heiligen Ordensfrauen Gertrudis und Hildegardis. Überschrieben ist das Bild mit einem Zitat aus der Johannes-Offenbarung, das den „Stammbaum der Benediktiner“ in Zusammenhang mit dem Baum des Lebens bringt, der zwölf Mal im Jahr seine Früchte trägt. „In Anspielung auf den Stammbaum ist damit die sich entfaltende, segensreiche Wirkung des Benediktinerordens gemeint“, weiß Fabritius, die zu einem besonderen Rundgang durch die Schau einlädt: „Viele dieser Persönlichkeiten begegnen uns in der Sonderausstellung wieder.“
Beim Dalheimer Kunst-Stück begeben sich die Teilnehmer gemeinsam mit der Kunsthistorikerin auf die Suche durch das Geäst des Stammbaums und begegnen anschließend einigen der abgebildeten Benediktinern in der Sonderausstellung.
Treffpunkt ist um 16.30 Uhr in der Dalheimer Klosterschule im Ehrenhof. Die Teilnahme ist im Eintrittspreis enthalten.
Fisch oder Fleisch?
Klösterliche Esskultur ist Thema beim Dalheimer Kunst-Stück
Ist der Bieber ein Fisch? „Ja“ entschieden einige Klöster im Barock, um das Fleisch des Vierbeiners auch in der Fastenzeit verspeisen zu dürfen. Schließlich lebte der Bieber im Wasser und besaß einen schuppigen Schwanz. Regeln, Ausnahmen und Anekdoten rund um den klösterlichen Speiseplan stehen im Zentrum des Dalheimer Kunst-Stücks am Dienstag, 14. Juni, in der Stiftung Kloster Dalheim. LWL-Landesmuseum für Klosterkultur.
Schon in der im 6. Jahrhundert von Benedikt von Nursia verfassten Mönchsregel, in der sich allein 10 Kapitel mit dem Essen beschäftigen, gibt es Ausnahmeregeln zu den Regeln der Fastenzeit. Von diesen wurde auch ausgiebig Gebrauch gemacht, so zum Beispiel in der französischen Abtei Cluny, deren Mönche bekannt waren für ihre Genussfreude. Dennoch galt es stets das „Rechte Maß“ im Auge zu behalten: Was, wie viel, wo und wann gegessen werden durfte wurde teilweise sogar in den Ordensstatuten festgehalten. Diese Regeln schlugen sich auch in der Architektur und Ausstattung der Refektorien nieder.
Ausgehend vom historischen Refektorium in der Klausur im Kloster Dalheim lernen die Teilnehmer des Werkstattgesprächs mit der Kunsthistorikerin Sina Schröder Wissenswertes rund um die klösterliche Esskultur kennen. Dabei geht es auch um die gestalterische Umsetzung des Themas „Essen im Kloster“ im Rahmen der neuen Dauerausstellung des Hauses.
Treffpunkt ist um 16.30 Uhr in der Dalheimer Klosterschule im Ehrenhof. Die Teilnahme ist im Eintrittspreis enthalten. www.stiftung-kloster-dalheim.lwl.org
Mode am Altar
Dalheimer Kunst-Stück befasst sich mit sakralen Textilien
Welche Textilien werden für den Gottesdienst verwendet? Wer trug was und wann? Und was steckt hinter der farblichen und formalen Gestaltung sakraler Textilien? Der „Dresscode“ liturgischer Feiern steht am Dienstag, 10. Mai, im Mittelpunkt des Dalheimer Kunst-Stücks.
Ausgehend von einer barocken Kasel des 17. Jahrhunderts aus der Jesuitenkirche in Münster nimmt das Werkstattgespräch mit der Kunsthistorikerin Dr. Julia Fischer die verschiedenen Formen und Ausprägungen liturgischer Gewänder über die Jahrhunderte hinweg in den Blick. Die kunstvoll bestickte und aus kostbaren Materialien gefertigte Kasel, die noch bis 15. Mai in der Dauerausstellung zu sehen ist, verdeutlicht die Bedeutung der liturgischen Gewänder als wichtiger Bestandteil des Gottesdienstes.
Treffpunkt ist um 16.30 Uhr in der Dalheimer Klosterschule im Ehrenhof. Die Teilnahme ist im Eintrittspreis enthalten.
Redende Heilsbringer
Zwei Armreliquiare aus dem 17. Jahrhundert sind Dalheimer Kunst-Stück
Die Verehrung von Heiligen ist bis heute Bestandteil des katholischen Glaubens. Ihren leiblichen Überresten wird heilbringende Kraft nachgesagt. Während die Reliquien selbst meist unscheinbar aussehen, werden sie häufig in prächtigen Behältnissen aufbewahrt. Eine besondere Form dieser Reliquiare steht im Mittelpunkt des Dalheimer Kunst-Stücks am Dienstag, 12. April.
Zur Veranschaulichung ihres oft unsichtbaren Inhalts ahmen sie die Formen menschlicher Körperteile nach und lassen so auf die Art der beherbergten Reliquien schließen. Ausgangspunkt des Dalheimer Werkstattgesprächs sind zwei Armreliquiare aus dem 17. Jahrhundert, die die Teilnehmer gemeinsam mit der Kunsthistorikerin Sina Schröder auf die Spuren der „redenden Reliquiare“ führen. Die Behältnisse mit den Reliquien der Gefährten des heiligen Gereon stammen aus der ehemaligen Franziskanerkirche St. Johannes Baptist in Geseke und sind in der Dauerausstellung des Museums zu sehen.
Treffpunkt ist um 16.30 Uhr in der Dalheimer Klosterschule im Ehrenhof. Die Teilnahme ist im Eintrittspreis (Erwachsene 6 Euro, ermäßigt 3,50 Euro, Kinder von 6 bis 17 Jahren 2,20 Euro) enthalten.
Monster-Kapitell aus dem Mittelalter
Bauplastik aus der Abteikirche Cluny ist Dalheimer Kunst-Stück
Eines der ältesten Exponate in der Dauerausstellung der Stiftung Kloster Dalheim. LWL-Landesmuseum für Klosterkultur ist ein Kapitell der Abteikirche im französischen Cluny, dem einst größten Gotteshaus der Christenheit. Am Dienstag, 8. März, steht die romanische Bauplastik mit ihren Monsterdarstellungen im Mittelpunkt des Dalheimer Kunst-Stück.
Während seine Gestaltung heute begeistert, war das ausgefallene Motiv nicht immer gern gesehen. Der heilige Zisterzienserabt Bernhard von Clairvaux wandte sich um 1124 gegen den Bauluxus in Klöstern: „...was sollen im Kreuzgang jene lächerlichen Monstrositäten...da sieht man unter einem Kopf viele Körper, dort auf einem Körper viele Köpfe, hier einen Vierfüßler mit dem Schwanz einer Schlange, dort eine Bestie...Die Mönche beschäftigen sich lieber damit, als das Gesetz Gottes zu bedenken.“
Hatte der berühmteste Ordensreformer des Mittelalters mit seiner scharfen Kritik Recht? Das besprechen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Werkstattgesprächs passend zum Karnevalsdienstag mit dem Kunsthistoriker Clemens Kosch.
Treffpunkt ist um 16.30 Uhr in der Dalheimer Klosterschule im Ehrenhof. Die Teilnahme ist im Eintrittspreis (Erwachsene 6 Euro, ermäßigt 3,50 Euro, Kinder von 6 bis 17 Jahren 2,20 Euro) enthalten.
Schöner beten
Andachtsbuch von 1600 ist Dalheimer Kunst-Stück
Weit mehr als eine simple Gedächtnisstütze war ein kleines Gebetbuch von 1600, das am Dienstag, 8. Februar, im Fokus des Dalheimer Kunst-Stücks steht. Der Einband handgestickt, trotz Buchdruck verfasst in bester Kalligraphie, wirft es Fragen zur Bedeutung seiner repräsentativen Ausstattung auf.
Das Büchlein stammt aus dem Besitz einer nicht näher bezeichneten Äbtissin aus dem Oldenburgischen und gelangte 2007 in den Sammlungsbestand der Stiftung Kloster Dalheim. LWL-Landesmuseum für Klosterkultur. Seit Eröffnung der Dauerausstellung ist es nun öffentlich zu sehen. Den Teilnehmern des monatlichen Werkstattgesprächs bietet sich erstmalig die Gelegenheit, dieses Kleinod gemeinsam mit der Kunsthistorikerin Dr. Helga Fabritius zu erforschen und kennen zu lernen.
Treffpunkt ist um 16.30 Uhr in der Dalheimer Klosterschule im Ehrenhof. Die Teilnahme ist im Eintrittspreis (Erwachsene 6 Euro, ermäßigt 3,50 Euro, Kinder von 6 bis 17 Jahren 2,20 Euro) enthalten.
Der Abt als Hirte
Krummstab aus dem Kloster Bredelar ist Dalheimer Kunst-Stück
Der Krummstab ist seit der Spätantike als kirchliche Insignie bekannt. Bischöfe und Klostervorsteher trugen und tragen ihn noch heute als Zeichen ihrer Hirtengewalt. Ein historisch und künstlerisch bemerkenswertes Exemplar aus dem 18. Jahrhundert steht im Mittelpunkt des Dalheimer Kunst-Stücks am Dienstag, 11. Januar.
Er stammt aus dem ehemaligen Zisterzienserkloster Bredelar bei Marsberg und befindet sich derzeit noch als Dauerleihgabe in der Stiftung Kloster Dalheim. LWL-Landesmuseum für Klosterkultur, wird jedoch in wenigen Wochen an seinen angestammten Platz im Hessischen Landesmuseum Darmstadt zurückkehren. Daher bietet das erste Dalheimer Werkstattgespräch des Jahres nun die Gelegenheit, das wertvolle Exponat gemeinsam mit dem Kunsthistoriker Clemens Kosch aus der Nähe zu studieren und Informationen über seine Entstehung, Stilformen und vergleichbare Objekte zu erhalten.
Treffpunkt ist um 16.30 Uhr in der Dalheimer Klosterschule im Ehrenhof. Die Teilnahme ist im Eintrittspreis (Erwachsene 6 Euro, ermäßigt 3,50 Euro, Kinder von 6 bis 17 Jahren 2,20 Euro) enthalten.
Wie zeig ich’s im Museum?
Dalheimer Kunst-Stück befasst sich mit Fragen der musealen Präsentation
Monatlich gewährt die Veranstaltungsreihe der Dalheimer Kunst-Stücke Einblick in die Arbeit der Museumsmacher vor Ort. Im Zentrum des Werkstattgesprächs am Dienstag, 14. Dezember, stehen jetzt drei mehrteilige spätmittelalterliche Altarbilder westfälischer Herkunft und die Frage nach ihrer musealen Präsentation.
Die künstlerische Qualität, das Bemühen der Künstler um realitätsnahe Darstellungen und ihre durch Gold gesteigerte leuchtende Farbigkeit machen die Bilder aus dem 15. Jahrhundert zu Höhepunkten der neuen Dalheimer Dauerausstellung. Ursprünglich entstanden sie zu religiösen Zwecken für Kirchen und Klöster. Im Laufe der Zeit wurden jedoch viele Altäre aus den Kirchenräumen entfernt, ihrer liturgischen Funktion beraubt, in Einzelteile zerlegt und verkauft. Auf diese Weise gelangten sie schließlich in die Museen, wo sie nicht nur kunsthistorisch spannende Fragen aufwerfen sondern ihre Präsentation auch innovative Lösungen erfordert. Gemeinsam mit der Kunsthistorikerin Julia Fischer M.A. lernen die Kunst-Stück-Teilnehmer Ursprung, Motiv und Funktion der Altarbilder kennen und wenden sich anschließend der Frage nach der musealen Erschließung der Kunstwerke zu.
Treffpunkt ist um 16.30 Uhr in der Dalheimer Klosterschule im Ehrenhof. Die Teilnahme ist im Eintrittspreis (Erwachsene 6 Euro, ermäßigt 3,50 Euro, Kinder von 6 bis 17 Jahren 2,20 Euro) enthalten.
Klösterliche Kuriosität
Miniatur-Mönche aus Zinn sind Kunst-Stück im Kloster Dalheim
Betende Mönche, ein Maler, ein Schreiber, ein Maurer, Mönche auf Wanderschaft: Eine kleine Gemeinschaft von Zisterziensern steht im Zentrum des Dalheimer Kunst-Stücks am Dienstag, 9. November, in der Stiftung Kloster Dalheim. LWL-Landesmuseum für Klosterkultur. Das Besondere: Die zwölf Ordensmänner sind jeweils kaum größer als drei Zentimeter und bestehen komplett aus Zinn. Die Darstellung der Mönche in ihren verschiedenen Tätigkeiten verweist auf die besondere Arbeitsmoral der Zisterzienser. Doch aus welchem Grund wurden diese Zinnmönche hergestellt? Und was verraten sie über die Besonderheiten des Zisterzienserordens? Diesen Fragen gehen die Teilnehmer des monatlichen Werkstattgesprächs gemeinsam mit der Kunsthistorikerin Sina Schröder nach. Sie führen sie auch in die neue Dauerausstellung zum Modell der mittelalterlichen Klosteranlage Maulbronn.
Treffpunkt ist um 16.30 Uhr in der Dalheimer Klosterschule im Ehrenhof. Die Teilnahme ist im Eintrittspreis enthalten.
Die zwölf Apostel als Schmuck
Dalheimer Kunsthistoriker stellt klösterlichen Bilderzyklus vor
Eine Reihe großformatiger Tafelbilder des 17. Jahrhunderts steht im Mittelpunkt des Dalheimer Kunst-Stücks am Dienstag, 12. Oktober. Sie zeigt die Standfiguren der zwölf Apostel und konnte kürzlich von der Stiftung Kloster Dalheim. LWL-Landesmuseum für Klosterkultur als Dauerleihgabe übernommen werden.
Die Bilder wahrscheinlich niederrheinischer Herkunft sollen ursprünglich zur Ausstattung eines klösterlichen Refektoriums gehört haben. Und auch in Dalheim bilden sie den Schmuck eines der neuen Museumsräume im Südflügel der Klausur, der als früherer Speiseraum gedeutet wird. Beim monatlichen Werkstattgespräch des Museums stellt der Kunsthistoriker Dr. Clemens Kosch vergleichbare Bildprogramme in Klausurräumen mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Klöster vor und macht Beziehungen zum Dalheimer Bilderzyklus deutlich.
Treffpunkt ist um 16.30 Uhr in der Dalheimer Klosterschule im Ehrenhof. Die Teilnahme ist im Eintrittspreis enthalten.
Einmalige Gelegenheit
Dalheimer Kunst-Stück zeigt Herstellung einer mittelalterlichen Handschrift
Das Abschreiben von Büchern war für die Augustiner Chorherren im Spätmittelalter von besonderer Bedeutung, auch im Kloster Dalheim. Gut 500 Jahre nach der Erfindung des Buchdrucks ist diese mühsame aber in hohem Maße meditative Arbeit heute kaum noch nachzuvollziehen. Das will die neue Dauerausstellung der Stiftung Kloster Dalheim. LWL-Landesmuseum für Klosterkultur ändern.
Gut sieben Wochen vor der Eröffnung (29. Oktober) gibt das Dalheimer Kunst-Stück am Dienstag, 14. September, einen exklusiven Vorabeinblick in diese Arbeit. Die Kunsthistorikerin Dr. Helga Fabritius lädt in Zusammenarbeit mit Dr. Hermann-Josef Schmalor, dem Leiter der Erzbischöflichen Akademischen Bibliothek Paderborn, ein, die Herstellung einer mittelalterlichen Handschrift kennenzulernen. Im Zentrum steht dabei die Frage, auf welche Weise und mit welchen Mitteln ein solcher Prozess für die Museumsbesucher lebendig veranschaulicht werden kann.
Am Anfang steht zunächst eine Zeitreise: Vor den Augen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer entsteht eine reich illuminierte und vergoldete Pergamentseite nach dem Vorbild einer spätmittelalterlichen Handschrift aus dem Dalheimer Mutterkloster Böddeken, die sich heute in der Erzbischöflichen Akademischen Bibliothek Paderborn befindet. Drei kurze Filmsequenzen dokumentieren die Herstellung eines Faksimile, einer täuschend echten Kopie der Handschrift. Insgesamt neun unterschiedliche Stadien des Herstellungsprozesses wurden für die neue Dalheimer Dauerausstellung gefertigt. Beim Kunst-Stück werden sie erstmalig der Öffentlicheit präsentiert und einmalig der Originalhandschrift gegenübergestellt.
Treffpunkt ist um 16.30 Uhr in der Dalheimer Klosterschule im Ehrenhof. Die Teilnahme ist im Eintrittspreis enthalten.
Dalheimer Klosterbibliothek
Werkstattgespräch stellt historischen Bauteil vor
Bereits im Mittelalter verfügten die Dalheimer Chorherren über eine Bibliothek. Lange Zeit verschlossen ist der Raum nun für Besucher der Stiftung Kloster Dalheim. LWL-Landesmuseum für Klosterkultur zugängig gemacht worden. Im Rahmen der Foto-Ausstellung „Making of Dalheim“ werden hier aktuell archäologische Funde präsentiert.
Bevor der Raum in der neuen Dauerausstellung ab 29. Oktober wieder als Bibliothek erlebbar gemacht wird, lernen die Teilnehmer des Dalheimer Kunst-Stücks am Dienstag, 10. August, diesen Bauteil und seine originalen Spuren gemeinsam mit dem Kunsthistoriker Dr. Clemens Kosch kennen. Ein Ortstermin und der Vergleich mit weiteren historischen Klosterbibliotheken bringen neue Erkenntnisse über Bautypus, Ausstattung und Funktion des Raums im Obergeschoss des Kreuzgangflügels an der Kirchenseite.
Treffpunkt ist um 16.30 Uhr in der Dalheimer Klosterschule im Ehrenhof. Die Teilnahme ist im Eintrittspreis enthalten.
Kloster wichtigstes Exponat
Historische Nutzungspuren beim Dalheimer Kunst-Stück
Für die Ausstellungsmacher der Stiftung Kloster Dalheim. LWL-Landesmuseum für Klosterkultur ist das Klostergebäude ihr wichtigstes Exponat. Deshalb präsentiert die neue Dauerausstellung ab 29. Oktober auch die Nutzungsspuren aus der mehr als 500-jährigen Geschichte der Klosteranlage.
Einen Vorgeschmack gibt die Kuratorenführung von Dr. Matthias Preißler beim Dalheimer Kunst-Stück am Dienstag, 13. Juli. Vom verborgenen Grabstein eines Chorherren im Fußboden bis zu Teilen der ältesten Stromversorgung der Domäne aus dem Jahr 1923 sind interessante aber auch kuriose Dinge zu entdecken.
Treffpunkt ist um 16.30 Uhr in der Dalheimer Klosterschule im Ehrenhof. Die Teilnahme ist im Eintrittspreis enthalten.
Worauf Ordensleute wandelten
Mittelalterliche Tonfliesen sind Dalheimer Kunst-Stück
Tonfliesen waren in mittelalterlichen Klosterkirchen und Klausurräumen ein beliebter Fußbodenbelag. Sie konnten oft vor Ort von Laienbrüdern kostengünstig hergestellt und verarbeitet werden. Doch es gibt auch aufwändiger dekorierte mit Ritzzeichnungen und Farbmustern versehene Böden.
Das Material auf dem die Ordensleute wandelten, steht im Mittelpunkt des Dalheimer Kunst-Stücks am Dienstag, 8. Juni. Die ausgewählten mittelalterliche Fliesen aus dem Frauenkloster Gravenhorst und aus mittelrheinischen Ordenshäusern (Eberbach, Arnsburg) sind ab 29. Oktober in der neuen Dauerausstellung der Stiftung Kloster Dalheim. LWL-Landesmuseum für Klosterkultur zu sehen. Vorab stellt der Kunsthistoriker Dr. Clemens Kosch die Funde vor und erläutert sie anhand von bildlichem Vergleichsmaterial.
Treffpunkt ist um 16.30 Uhr in der Dalheimer Klosterschule im Ehrenhof. Die Teilnahme ist im Eintrittspreis enthalten.
Wenn Heilige reisen
Barocke Prozessionsfiguren im LWL-Landesmuseum für Klosterkultur
Prozessionen sind mancherorts bis heute „Reisezeit“ für ansonsten fest installierte Heiligenfiguren. Zwei solcher Tragefiguren sind am Dienstag, 11. Mai, Thema beim Dalheimer Kunst-Stück in der Stiftung Kloster Dalheim. LWL-Landesmuseum für Klosterkultur.
Die barocken Figuren „Maria mit Kind“ und „Agatha“ traten vor einigen Jahren eine etwas andere Reise vom Stadtmuseum Marsberg in eine Kölner Restaurierungswerkstatt an und fanden schließlich den Weg als Leihgabe in das Dalheim Museum.
Bevor die Figurinen ihren Platz in der neuen Dauerausstellung einnehmen, haben die Teilnehmer des monatlichen Werkstattgesprächs erstmals die Gelegenheit, eine solche Figur gemeinsam mit der Kunsthistorikerin Dr. Helga Fabritius genau in den Blick zu nehmen.
Treffpunkt ist um 16.30 Uhr in der Dalheimer Klosterschule im Ehrenhof. Die Teilnahme ist im Eintrittspreis enthalten.
Das „Who is who“ der Ordensgeschichte
LWL-Landesmuseum für Klosterkultur stellt historisches Werk vor
Alltag, Kultur und Geschichte der europäischen Klöster stehen im Fokus der zukünftigen Dauerausstellung des LWL-Landesmuseums für Klosterkultur. Bereits vor der Eröffnung präsentiert das Museum in der Reihe „Dalheimer Kunst-Stücke“ beispielhafte Exponate der Schau. Ein historisches „Who is who“ der Ordensgeschichte steht am Dienstag, 9. März, im Vordergrund des Werkstattgesprächs.
In einer Zeit enzyklopädischer Großprojekte verfasste der Franziskaner Hippolyte Hélyot (1660–1716) ein vielbändiges Werk zur Geschichte der verschiedenen Orden. Als bildliches Ordnungsprinzip dienten ihm die verschiedenen Ordenstrachten. Gemeinsam mit der Kunsthistorikerin Almut Pollmer-Schmidt lernen die Kunst-Stück-Teilnehmer verschiedene Orden und die historische Innensicht auf „Ursprung, Stiftung, Regeln, Anwachs und merkwürdige Begebenheiten“ derselben kennen.
Treffpunkt ist um 16.30 Uhr in der Dalheimer Klosterschule im Ehrenhof. Die Teilnahme ist im Eintrittspreis enthalten.
Der goldene Mönch
500 Jahre alte Schnitzfigur ist Dalheimer Kunst-Stück
In einem halben Jahr wird die neue Dauerausstellung des LWL-Landesmuseums für Klosterkultur eröffnet. Die Reihe Dalheimer Kunst-Stücke stellt bereits jetzt neue Sammlungstücke des Hauses vor.
Im Mittelpunkt des Dalheimer Kunst-Stücks am Dienstag, 9. Februar, steht eine spätgotische Schnitzfigur des Hl. Bernard von Clairvaux (um 1090–1153), die im Kunsthandel für die Dauerausstellung erworben werden konnte. Die Skulptur des bedeutenden Zisterzienserabtes entstand zu Beginn des 16. Jahrhunderts in Flandern und besitzt heute noch Reste ihrer originalen, goldenen Fassung.
Gemeinsam mit dem Dalheimer Kunsthistoriker Holger Kempkens ergründen die Teilnehmer die Entstehungsumstände des Werkes und lernen die Persönlichkeit des Hl. Bernhard kennen, der den Zisterzienserorden im zwölften Jahrhundert in eine neue Dimension führte.
Treffpunkt ist um 16.30 Uhr in der Dalheimer Klosterschule im Ehrenhof. Die Teilnahme ist im Eintrittspreis enthalten.
Countdown für Dauerausstellung
Dalheimer Kunst-Stücke stellen neue Objekte vor
Die Veranstaltungsreihe „Dalheimer Kunst-Stücke“ stellt ab Januar 2010 exklusiv und vorab Stücke der neuen Dalheimer Dauerausstellung vor. Museumsleiter Dr. Martin Kroker lädt seine Besucher ein, auf unterhaltsame und fundierte Weise an der Museumsarbeit teilzuhaben.
Beginnen wird am Dienstag, 12. Januar, der Kunsthistoriker Dr. Clemens Kosch, der die Reihe im LWL-Landesmuseum 2007 initiierte. Er stellt ein Modell der französischen Benediktinerabtei Cluny vor, das im Maßstab 1:220 exklusiv für das Landesmuseum angefertigt wurde. Kosch: „Cluny ist für die Entwicklung der Klöster von großer Bedeutung. Hier nahm eine Reform ihren Lauf, die eine Erneuerungsbewegung der gesamten abendländischen Kirche speiste.“ Die von 1088 bis zum Beginn des 13. Jahrhunderts errichtete dritte Anlage des Mutterklosters Cluny wurd zum größten Sakralbaukomplex des europäischen Mittelalters.
Bis zur Eröffnung der Dauerausstellung unter dem Titel „Eingetreten! 1.700 Jahre Klosterkultur“ sind fünf weitere Kunst-Stücke-Termine geplant, zu denen die Dalheimer Wissenschaftler den Museumsbesuchern einen Vorabblick auf ausgewählte Exponate der Dauerausstellung erlauben – darunter eine spätgotische Figur des heiligen Bernhard von Clairvaux und das rund 400 Jahre alte, handgeschriebene Gebetbuch einer Äbtissin.
Seit 2008 ist die Dauerausstellung in den Räumen des ehemaligen Augustiner Chroherrenstifts Dalheim in Vorbereitung. „Wir freuen uns, mit den Dalheimer Kunst-Stücken, jetzt erste Einblicke in diesen Prozess geben zu können“, wirbt Museumsleiter Kroker für eine museale Wissenschaft, die sich vermehrt dem Publikum öffnet.
Jeder Schautermin besteht aus zwei Teilen: einer Einführung zum Objekt und der anschließenden Betrachtung vor Ort. Treffpunkt ist an jedem 2. Dienstag im Monat, 16.30 Uhr, in der KlosterSchule im Ehrenhof. Die Teilnahme ist im Eintrittspreis inbegriffen.
Himmlische Liebesgeschichte
Dalheimer Kunst-Stück entschlüsselt Gemälde
Ein neu erworbenes Ölgemälde des LWL-Landesmuseums für Klosterkultur ist Schauplatz einer himmlischen Liebesgeschichte: Der Bräutigam führt seine Braut in den Garten der Liebe. Er ist Jesus, doch wer ist seine Braut?
Erstmals wird das Barockbild jetzt beim Dalheimer Kunst-Stück am Dienstag, 8. Dezember, der Öffentlichkeit vorgestellt. Im Werkstattgespräch bietet sich die einmalige Gelegenheit, es aus der Nähe zu betrachten. Gemeinsam mit der Kunsthistorikerin Almut Pollmer-Schmidt entschlüsseln die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Schritt für Schritt die Symbolik des Gemäldes, die sich aus biblischen Bildern und mittelalterlichen Traditionen speist.
Treffpunkt ist um 16.30 Uhr in der Dalheimer Klosterschule im Ehrenhof. Die Teilnahme ist im Eintrittspreis enthalten.
Zum Blättern schön
Ordenstrachtenbuch aus dem 17. Jahrhundert ist Dalheimer Kunst-Stück im November
Wie sehen Augustiner aus? Und wie unterscheidet sich die Kleidung von Klarissen und Kapuzinerinnen? Ein über 300 Jahre altes Buch, das in handlichem Format Antwort auf diese Fragen gab, steht im Mittelpunkt des Dalheimer Kunst-Stücks am Dienstag, 10. November, im LWL-Landesmuseum für Klosterkultur.
Erschienen im Jahr 1688, wurde es in Augsburg bald aus dem Französischen übersetzt und „unter die gelehrte Teutsche“ gebracht. Eine Ausgabe dieses seltenen Buchs befindet sich im Besitz des Dalheimer Museums. Die Kunsthistorikerin Almut Pollmer-Schmidt öffnet die „Kurtze und gründliche Histori Vom Ursprung der Geistlichen Orden“ beim monatlichen Werkstattgespräch des Museums und betrachtet es gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern.
Dabei gehen sie insbesondere den Illustrationen nach Entwürfen des Amsterdamer Künstlers Adriaan Schoonebeek (ca. 1658–1714) auf den Grund. Sie charakterisieren die besprochenen Orden bereits auf den ersten Blick. Aber wie lassen sich braune von schwarzen Kutten und Rot von Blau unterscheiden, wenn nur Schwarz-Weiß-Drucke vorliegen? Beim Blättern durch die Vorstellungswelt des 17. Jahrhunderts werden deshalb auch Fragen zu Druckgraphik und Buchdruck eine Rolle spielen.
Treffpunkt ist um 16.30 Uhr in der Dalheimer Klosterschule im Ehrenhof. Die Teilnahme ist im Eintrittspreis enthalten.
Doppelte Madonna
Geschichte mittelalterlicher Marienfigur im Kloster Dalheim
Eine Madonna auf der Mondsichel, geschaffen von dem Münster’schen Bildhauer Johann Brabender, ziert seit ca. 1545 das Portal der Zisterzienserabteikirche Marienfeld (Kreis Gütersloh).
1969 wurde die Figur aus konservatorischen Gründen vom Portal entfernt und stattdessen ein Abguss angebracht. Ein weiterer Abguss gehört seitdem zur Sammlung des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL). Er bildet eines der zentralen Exponate der derzeitigen Sonderausstellung „In alter Frische“ im LWL-Landesmuseum für Klosterkultur und führt beim Dalheimer Kunst-Stück am Dienstag, 13. Oktober, auf die Spur einer interessanten Geschichte. Denn die Mondsichelmadonna war nicht der einzige Schmuck des Portals der Abteikirche. Sie selbst ersetzte dort einen älteren Schmuck in Kreuzform.
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des monatlichen Werkstattgesprächs entdecken gemeinsam mit dem Kunsthistoriker Holger Kempkens M.A. die Geschichte und Geschichten um die Marienfelder Madonna und ihren Bildhauer.
Treffpunkt ist um 16.30 Uhr in der Dalheimer Klosterschule im Ehrenhof. Die Teilnahme ist im Eintrittspreis enthalten.
Blütezeit in Dalheim
Bewirtschaftete Gartenfläche des Klosters wird mehr als verdoppelt/ Rundgang beim Dalheimer Kunst-Stück
„Das Kloster soll, wenn möglich, so angelegt werden, dass sich alles Notwendige, nämlich Wasser, Mühle und Garten, innerhalb des Klosters befindet.“ Ein Blick in die Ordensregel des Heiligen Benedikt zeigt: Schon vor 1.500 Jahren war klösterliches Leben untrennbar verknüpft mit der Kunst des Gartenbaus. Und das Thema bleibt aktuell. Im ehemaligen Kloster Dalheim mehr denn je. Hier wird die barocke Gartenanlage wiederhergestellt, die bewirtschaftete Gartenfläche derzeit mehr als verdoppelt.
Im Rahmen der monatlichen Werkstattgespräche des LWL-Landesmuseums für Klosterkultur, den „Dalheimer Kunst-Stücken“ gibt Kurator Dr. Matthias Preißler am Dienstag, 8. September, vor Ort Einblicke in den Stand der Gartenbaumaßnahmen und erläutert Details von der Planung bis zur Umsetzung. Bei gutem Wetter findet ein Rundgang durch die im Bau befindlichen Gärten statt. Es wird darum gebeten, an festes Schuhwerk zu denken.
Treffpunkt ist um 16.30 Uhr in der Dalheimer Klosterschule im Ehrenhof. Die Teilnahme ist im Eintrittspreis enthalten.
Späte Ehrung für einen Guerilla-Führer
Das Grabmal des ‚Sachsenherzogs’ Widukind beim Dalheimer Kunst-Stück
Der Adelige Widukind, frühmittelalterlicher Guerilla-Führer in den Sachsenaufständen gegen Karl den Großen 772-785, ließ sich nach verlorener Schlacht 785 schließlich taufen und gründete das Stift Enger (Kreis Herford), wo er nach seinem Tode auch bestattet wurde.
300 Jahre später, in der Zeit um 1100, wurde für ihn ein aufwendiges Grabmal gefertigt, dessen bis heute erhaltene Deckplatte mit der Relieffigur Widukinds zu den ältesten figürlichen Grabmälern Europas gehört. Ein rekonstruierender Abguss der Grabplatte gehört zu den zentralen Exponaten der derzeitigen Sonderausstellung „In alter Frische – Reproduktionen klösterlicher Kunst“ im LWL-Landesmuseum für Klosterkultur. Beim Dalheimer Kunst-Stück am Dienstag, 11. August steht dieses Werk im Vordergrund. Gemeinsam mit dem Kunsthistoriker Holger Kempkens M.A. entdecken die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des monatlichen Werkstattgesprächs Geschichte und Geschichten um Widukind und sein Grabmal.
Treffpunkt ist um 16.30 Uhr in der Dalheimer Klosterschule im Ehrenhof. Die Teilnahme ist im Eintrittspreis enthalten.
Klösterliche Abkühlung
Winterlandschaften sind Dalheimer Kunst-Stück
Draußen ist es heiß, die Sonne drückt, Ostwestfalen erreicht Höchsttemperaturen. Da bietet das Dalheimer Kunst-Stück am Dienstag, 14. Juli, das willkommene Kontrastprogramm.
Besucherinnen und Besuchern entfliehen mit dem Kunsthistoriker Dr. Clemens Kosch in die kühle Idylle klösterlicher Winterlandschaften. Zwei bedeutende romantische Gemälde aus der Sammlung des LWL-Landesmuseums für Klosterkultur stehen im Mittelpunkt des monatlichen Werkstattgesprächs, darunter ein Werk des renommierten rheinländischen Malers Caspar Scheuren (1810-87). Im Dialog mit den Teilnehmern entschlüsselt Kosch die starke Symbolsprache der Naturschilderungen aus dem 19. Jahrhundert bis hin zu den Motiven Caspar David Friedrichs.
Treffpunkt ist um 16.30 Uhr in der Dalheimer Klosterschule im Ehrenhof. Die Teilnahme ist im Eintrittspreis enthalten.
Namenlose Steine
Kunsthistorikerin begibt sich in Dalheim auf Identitätssuche
Mehrere qualitätsvolle Fragmente einer barocken Skulptur gelangten im Jahr 2008 als private Schenkung in die Sammlung des LWL-Landesmuseums für Klosterkultur in Dalheim. Gefunden wurden sie im Füllmauerwerk der Kluskapelle bei Giershagen (Marsberg).
Wie aber entlockt man namenlosen Steinen ihre Identität? Die Suche nach dem Detail beginnt. Beim Dalheimer Kunststück am Dienstag, 9. Juni, leitet die Kunsthistorikerin Dr. Helga Fabritius Besucherinnen und Besucher anhand dieser bislang noch nicht gezeigten Fragmente zum Sehen, Interpretieren und Deuten von Details an.
Musterzeichnungen und Skizzen sind ein fester Bestandteil einer jeden Bildhauerwerkstatt und garantieren die persönliche und unverwechselbare Handschrift des Meisters. Sie schaffen als „Kopiervorlage“ den Grundstock des Figurenrepertoires einer Werkstatt.
Bei diesem Termin wird Werkstattzusammenhängen nachgespürt, und es erschließt sich dem Besucher ein Bild vom Umgang des Kunsthistorikers mit zunächst namenlosen Fundstücken der Kunstgeschichte bis zu deren Identifizierung als Skulptur des Bildhauers Heinrich Papen aus Giershagen.
Treffpunkt ist um 16.30 Uhr in der Dalheimer Klosterschule im Ehrenhof. Die Teilnahme ist im Eintrittspreis enthalten.
Dem Mittelalter auf der Spur
Archäologe Wolfram Wintzer rekonstruiert Lettner und Tabernakel der Dalheimer Klosterkirche
Vor mehr als 200 Jahren wurden Lettner und Tabernakel der Dalheimer Klosterkirche unwiederbringlich zerstört. Obwohl ein preussischer Komissar noch urteilte, der Lettner sei von äußerst „schöner altgothischer Arbeit“, fand das Bauwerk im Zuge der Auflösung des Klosters 1803 keine Gnade.
Heute präsentiert sich die Klosterkirche frei von Einbauten. Allein der Lettner – eine mittelalterliche Querschranke, die früher die Konventangehörigen von den im Kirchenschiff versammelten Laien trennte – und das Chorgestühl werden durch moderne Stellvertreter dargestellt. Form und Funktion des historischen Lettners, der zu den kunstvollsten in Westfalen gehörte, lassen sich heute anhand von Fundstücken und Bauspuren rekonstruieren. Einen Einblick in diese Arbeit gibt am Dienstag, 12. Mai, der Archäologe und Kunsthistoriker Wolfram Wintzer (LWL-Archäologie für Westfalen) beim Dalheimer Kunst-Stück.
Das LWL-Landesmuseum für Klosterkultur lädt Besucherinnen und Besucher ein, beim monatlichen Werkstattgespräch die Überreste des mittelalterlichen Inventars der Dalheimer Klosterkirche genauer in den Blick zu nehmen.
Treffpunkt ist um 16.30 Uhr in der Dalheimer Klosterschule im Ehrenhof. Die Teilnahme ist im Eintrittspreis enthalten.
Schauplatz der Trauer
Barocke Totenbretter sind Dalheimer Kunst-Stück im April
Gigantische Bretter, bemalt mit Skeletts, Urnen und drastischen Szenen zwischen Leben und Tod, gruppiert um eine Sargattrappe: Diese ungewöhnliche Inszenierung in der Dalheimer Klosterkirche steht am Dienstag, 14. April im Mittelpunkt des Dalheimer Kunst-Stücks.
Das barocke „Castrum doloris“ (lat. Trauriger Schauplatz), in dessen Mitte sich einst der Vorsteher der Zisterzienserabtei Aldersbach im 18. Jahrhundert aufbahren ließ, hatte der Abt noch zu Lebzeiten selbst in Auftrag gegeben. Was zum einen seinem Machtanspruch posthum Ausdruck verlieh, sollte auf der anderen Seite den schnellen Eingang seiner Seele ins Himmelreich sicherstellen.
Gemeinsam mit der Kunsthistorikerin und Kuratorin der Sonderausstellung „Gut vorbereitet? Die Kunst des rechten Sterbens“ Elisabeth Bömken nehmen die Kunst-Stück-Teilnehmer sechs der bis zu vier Meter hohen Totenbretter genau in den Blick und gehen Fragen nach Tradition und Bildsprache dieses Trauergerüsts auf den Grund.
Das Kunst-Stück ist eine der letzten Gelegenheiten, die Totenbretter zu sehen, bis am 19. April die Sonderausstellung „Gut vorbereitet? Die Kunst des rechten Sterbens“ endet.
Treffpunkt ist um 16.30 Uhr in der Dalheimer Klosterschule im Ehrenhof. Die Teilnahme ist im Eintrittspreis enthalten.
Heilige Milchspende
Neuzugang der Sammlung ist Dalheimer Kunst-Stück
Eine Marienversion Bernhards von Clairvaux ist Thema eines barocken Gemäldes, das im Jahre 2007 aus dem Kunsthandel für die Sammlung des LWL-Landesmuseums für Klosterkultur erworben werden konnte. Am kommenden Dienstag, 10. März, steht das bislang unveröffentlichte Ölgemälde im Mittelpunkt des Dalheimer Kunst-Stücks.
Das Gemälde folgt einem Darstellungstypus, der seit dem 15. Jahrhunderts allgemein Verbreitung fand und zu den geläufigsten Darstellungen des Heiligen zählt. Die Kunsthistorikerin Dr. Helga Fabritius stellt die recht ungewöhnliche Szene der Milchspende Mariens für den Heiligen Bernhard von Clairvaux vor, die Zusammenhänge der einzelnen Personen im Bild ebenso wie die zeittypische barocke Komposition der Darstellung.
Das Gemälde wird in der großen Benediktinerausstellung „Macht des Wortes“, ein gemeinsames Projekt des Klosters St. Paul (Kärnten) und Kloster Dalheims, zunächst ab April 2009 in St. Paul zu sehen sein. Das monatliche Werkstattgespräch bietet die einmalige Gelegenheit, das Bild erstmals aus der Nähe zu betrachten, bevor es seine Reise nach Österreich antritt.
Treffpunkt ist um 16.30 Uhr in der Dalheimer Klosterschule im Ehrenhof. Die Teilnahme ist im Eintrittspreis enthalten.
Schererei statt Seelenheil
Marienfelder Stiftungsbild ist Dalheimer Kunst-Stück im Februar
Eigentlich sollte die Gründung des Klosters Marienfeld (Kreis Gütersloh) im 12. Jahrhundert das ewige Seelenheil seiner Stifter retten. Vorher und nachher gab es jedoch einige Zwistigkeiten. Ein barockes Gemälde von der Stiftung der Zisterzienserabtei steht jetzt im Mittelpunkt des Dalheimer Kunst-Stücks am Dienstag, 10. Februar.
Es zeigt die Marienfelder Abteikirche, gerahmt von den bischöflichen und adeligen Stiftern, die an der Klostergründung im Jahr 1185 beteiligt waren. Gemeinsam mit dem Dalheimer Kunsthistoriker Holger Kempkens, der über die Marienfelder Klosterkirche promoviert hat, ergründen die Teilnehmer die Geschichte hinter dieser Darstellung der Klosterstiftung. Sie erfahren, dass damals nicht alles so harmonisch verlief, wie es das Bild glauben macht, und auf welche Vorlagen das Gemälde zurückgeht.
Das monatliche Werkstattgespräch ist eine der letzten Möglichkeiten, das Gemälde im LWL-Landesmuseum für Klosterkultur zu sehen. Am 15. Februar geht es zurück an seinen Leihgeber, das Bistum Münster.
Treffpunkt ist um 16.30 Uhr in der Dalheimer Klosterschule im Ehrenhof. Die Teilnahme ist im Eintrittspreis enthalten.
Symbolwelt der Krippe
Dalheimer Kunst-Stück geht klösterlichem Ursprung des Brauchtums nach
Seit mehr als 600 Jahren erzählen Krippen die Weihnachtsgeschichte auf eigene Weise. Dass sie dabei weitaus mehr sind, als reine Abbildungen von Christi Geburt, erfahren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Dalheimer Kunst-Stücks am Dienstag, 13. Januar.
Gemeinsam mit der Kunsthistorikerin Elisabeth Bömken, der Kuratorin der Dalheimer Krippenausstellung „Unter einem guten Stern“, spüren sie dem klösterlichen Ursprung dieses Brauchtums nach. Sie erfahren, was es mit dem „Christkindwiegen“ der Nonnenklöster im 13. Jahrhundert und dem historischen Krippenspiel der Franziskaner auf sich hat. Ein abschließender Rundgang durch die Krippenausstellung gibt Einblick in die Symbolwelt der Krippe und zeigt, was Ochs und Esel, Handwerkszeug, Zaun oder ein Schaf in Fesseln zu bedeuten haben.
Treffpunkt ist um 16.30 Uhr in der Dalheimer Klosterschule im Ehrenhof. Die Teilnahme ist im Eintrittspreis enthalten.
Baustelle Kloster
Kunst-Stück blickt hinter die Kulissen
Seit einem halben Jahr wird im Kloster Dalheim wieder gebaut: Das Gewölbe im südlichen Kreuzgang wurde aufwendig rekonstruiert, die Keller von Süd- und Ostflügel erschlossen. Die Aufstockung der beiden Flügel läuft auf Hochtouren, die alten Dachstühle wurden abgetragen, neue Betondecken bereits gegossen.
Einen exklusiven Einblick in diesen Prozess, der dem ehemaligen Kloster seine mittelalterlichen Funktionsräume zurückbringt und 2.000 Quadratmeter moderner Ausstellungsfläche erschließt, erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Dalheimer Kunst-Stücks am Dienstag, 9. Dezember.
Der Dalheimer Archäologe und Bauforscher Dr. Matthias Preißler informiert in einem reich bebilderten Vortrag über Baufortschritt und Konzept des so genannten 2. Bauabschnitts. Je nach Witterung schließt sich eine Begehung der Baustelle an. Um das Tragen festen Schuhwerks wird gebeten.
Treffpunkt ist um 16.30 Uhr in der Dalheimer Klosterschule im Ehrenhof. Die Teilnahme ist im Eintrittspreis enthalten.
Wie baut man einen Kreuzgang?
Neuer Kreuzgangflügel im Fokus des Dalheimer Kunst-Stücks
200 Jahre lang war der Dalheimer Kreuzgang nach der Zerstörung seines südlichen Flügels unvollständig. Von historischer Bauweise inspiriert, wurde der verlorene Kreuzgangflügel jetzt aus modernen Materialien wiederhergestellt.
Beim Dalheimer Kunst-Stück am Dienstag, 11. November, 16.30 Uhr geht der Kunsthistoriker und Theologe Dr. Clemens Kosch den Vorbildern des rekonstruierten Kreuzgangflügels nach und folgt den Spuren mittelalterlicher Einwölbungstechnik bis in die Gegenwart dieses ungewöhnlichen Dalheimer Bauwerks.
Wie kam das Wasser ins Kloster?
Archäologe Dr. Matthias Preißler begibt sich in Dalheim auf Spurensuche
Wasserarm war die Paderborner Hochfläche, als die Augustiner Chorherren im 15. Jahrhundert nach Dalheim kamen, um ein Kloster zu errichten. Wie aber schafften sie es, dort ihre zahlreichen landwirtschaftlichen Betriebe zu erhalten? Welche Quellen speisten Mühle, Brauerei, Brennerei oder die aufwendigen Wasserspiele im Konventgarten?
Antworten gibt der Archäologe und Kurator des LWL-Landesmuseums für Klosterkultur Dr. Matthias Preißler beim Dalheimer Kunst-Stück am Dienstag, 14. Oktober, um 16.30 Uhr. Gemeinsam mit den Teilnehmern des monatlichen Werkstattgesprächs untersucht er die Spuren archäologischer Ausgrabungen und historische Textquellen, die zeigen, welch große Anstrengungen in den vergangenen Jahrhunderten unternommen wurden, um die ausreichende Versorgung der Klosteranlage mit Wasser zu gewährleisten. Bei einem Vortrag und anschließendem Gang durch das Dalheimer Gelände wird deutlich, warum Klöster bis heute als Pioniere des Wasserbaus gelten. Bitte an wetterfeste und geländetaugliche Kleidung denken.
Neue Funde in Dalheim
Kunst-Stück gibt Einblick ins Klosterleben
Rund um den zweiten Bauabschnitt im Kloster Dalheim fördern die archäologischen Grabungen immer wieder neue, teils überraschende Funde zutage. Sie geben neue Anhaltspunkte zur Rekonstruktion der Lebensumstände in dem ehemaligen Augustiner Chorherrenkloster.
Eine Auswahl dieser Fundstücke steht im Mittelpunkt des Dalheimer Kunst-Stücks am Dienstag, 9. September, um 16.30 Uhr. Gemeinsam mit den Teilnehmern des monatlichen Werkstattgesprächs untersucht der Archäologe Wolfram Wintzer die Artefakte und versucht so Aussagen über den sozialen Status und die ökonomische Situation ihrer Besitzer, über Handelsbeziehungen und kulturellen Austausch zu treffen.
Der Tod der Seele ist viel mehr zu behüten...
Großformatiges Ölgemälde im Fokus des Dalheimer Kunst-Stücks
Warum unsere Vorfahren den Tod der Seele weit mehr fürchteten als den des Leibes und wie sie für das Jenseits vorsorgen wollten, erfahren die Teilnehmer des Dalheimer Kunststücks am kommenden Dienstag, 12. August, um 16.30 Uhr.
Das großformatige Ölgemälde „Die Todesstunde“ aus dem 18. Jahrhundert steht im Fokus des monatlichen Werkstattgesprächs des LWL-Landesmuseums für Klosterkultur. Das zentrale Exponat der Dalheimer Sonderausstellung „Gut vorbereitet?“ zeigt drastische Szenen rund um die letzten Stunden des Lebens: Die Seele wird bedrängt und umworben von Dämonen und Teufeln. Engel kämpfen an ihrer Seite um das Wohl der Seele. Gemeinsam mit der Kunsthistorikerin und Kuratorin der Ausstellung Elisabeth Bömken M.A. lernen die Teilnehmer die komplexe Bildsprache des Gemäldes zu lesen und sie in den Kontext klösterlicher Kultur zu setzen.
Äbtissin mit Mohr
Gemälde im Fokus des Dalheimer Kunst-Stücks
Mitra, Stab und Brustkreuz – Um ihren hohen Rang zu demonstrieren, ließen sich Äbte und Äbtissinnen immer wieder mit den Insignien ihres Amtes abbilden.
Das Dalheimer LWL-Landesmuseum zeigt eine eindrucksvolle Reihe von frühneuzeitlichen Porträts westfälischer Klostervorsteher. Ein Gemälde fällt darunter besonders auf: Das um 1740 entstandene Bild einer Äbtissin des Damenstifts Herford, der Prinzessin Johanna Charlotte von Anhalt-Dessau. Denn sie erscheint stattdessen in eleganter Garderobe, neben sich einen jungen Schwarzafrikaner in phantastischer Husarenuniform mit einem Turban auf dem Kopf.
Was hat es mit diesem „Äbtissinnenbild mit Mohr“ auf sich? Beim Dalheimer Kunst-Stück am Dienstag, 8. Juli, gehen die Teilnehmer gemeinsam mit dem Kunsthistoriker Dr. Clemens Kosch auf Spurensuche. Vergleiche mit anderen Malereien und zeitgenössische Überlieferungen vermitteln einen ungewöhnlichen Einblick in die Adelskultur des Barock, die auch die Lebensweise und Kunstproduktion in den Klöstern und Stiften der Region prägte.
Dalheimer Wandmalerei entdecken
Kunst-Stück des Monats Juni führt in den spätgotischen Kreuzgang
Pflanzen und Figuren, Farbflächen und Linien, die Malereien im Dalheimer Kreuzgang erscheinen zunächst ohne einprägsamen Zusammenhang. Den ersten Eindruck bestimmt ihr starker Zerstörungsgrad.
Was aber steckt hinter dieser Ausmalung? Wie erschließt sich ein so fragmentarisches Werk über geduldiges Sehen? Welche Deutungsspuren legen die Malereifragmente selbst und welche Schlüsse lassen sie zu?
Die Kunsthistorikerin Dr. Helga Fabritius leitet Besucherinnen und Besucher zum Sehen, Interpretieren und Deuten ausgewählter Malereipartien im Dalheimer Kreuzgang an. Zusammenhängen kann nachgespürt werden, neue Bilder erschließen sich dem Besucher.
Das Kunst-Stück im Monat Juni bietet am kommenden Dienstag, 10. Juni, um 16.30 Uhr im LWL-Landesmuseum für Klosterkultur letzmalig vor Beginn des zweiten Bauabschnitts im Kloster Dalheim die Möglichkeit, die Wandmalerei im Kreuzgang zu studieren.
Schule des Sehens
„Dalheimer Kunst-Stücke“ regen zu genauem Betrachten an
Es ist kaum größer als eine Postkarte, doch das kleine Ölbild des „Lesenden Mannes in klösterlichem Interieur“ ist eines der bedeutsamsten Stücke der Gemäldegalerie des 19. Jahrhunderts im LWL-Landesmuseum für Klosterkultur.
Das Werk aus dem Jahr 1834 steht im Zentrum des monatlichen Werkstattgesprächs des Museums, den „Dalheimer Kunst-Stücken“, am Dienstag, 13. Mai.
Auf den ersten Blick bewegt sich das Motiv in der bürgerlichen Behäbigkeit von biedermeierlich wirkendem Idyll und säkularisiertem Klosterraum. Unter der Anleitung des Kunsthistorikers Dr. Clemens Kosch entfaltet es bei der genaueren Betrachtung jedoch ein absichtsvolles Geflecht von Einzelmotiven, die weit in die Kunstgeschichte früherer Jahrhunderte zurück reichen.
Wie sie unauffällig miteinander kombiniert wurden, und wie sich daraus die symbolische Bedeutung und sogar ironische Anspielung des Gemäldes entwickelt, erfahren die Teilnehmer des Dalheimer Kunst-Stücks. Als eine „Schule des Sehens“ regt es zu Beobachtungen an weiteren Kunstwerken des Museums für Klosterkultur an.
Kloster, Domäne, Gutshof
Dalheimer Wirtschaftsgeschichte ist „Kunst-Stücke“-Thema im April
Auf wessen Konto gehen die Strichlisten an den Wänden des barocken Gästeflügels? Warum ging 1816 als „das Jahr ohne Sommer“ in die Geschichte des Dalheimer Klosters ein? Und warum ließ die preußische Regierung in Spanien Merinoschafe kaufen?
Die „Dalheimer Kunst-Stücke“ führen die Besucherinnen und Besucher am kommenden Dienstag, 08. April, 16.30 Uhr tief hinein in die bewegte Dalheimer Wirtschaftsgeschichte. Gemeinsam mit dem Archäologen Dr. Matthias Preißler folgen die Kunst-Stück-Teilnehmer den mannigfachen Spuren, die 200 Jahre Nutzung, vom einstigen Klosterbetrieb über die Domäne bis zur Nutzung als Gutshof, im Wirtschaftsflügel der Klosteranlage hinterlassen haben.
Der Rundgang führt sie vom Keller über heutige und ehemalige Gasträume des Klosters bis zum sonst nicht zugänglichen Dachboden des Gästeflügels. Zentrales Schaustück wird dabei die noch heute voll funktionsfähige Getreidesortiermaschine aus den 1920er Jahren sein, die das Gebäude auch in der äußeren Erscheinung nachhaltig geprägt hat.
Von Gräbern und Ausgrabungen
„Dalheimer Kunst-Stücke“ führen in den südlichen Kreuzgangflügel
Einen wirklich einmaligen Blick in die regionale Geschichte bieten die „Dalheimer Kunst-Stücke“ am kommenden Dienstag, 11. März, 16.30 Uhr:
Nur für kurze Zeit freiliegende Boden- und Baubefunde der aktuellen Ausgrabungen im südlichen Kreuzgangflügel stehen im Mittelpunkt des monatlichen Werkstattgesprächs.
Der Archäologe Wolfram Winzer und der Kunsthistoriker Dr. Clemens Kosch nehmen interessierte Besucherinnen und Besuchern jetzt mit an diese Orte und diskutieren gemeinsam mit ihnen die Resultate der Grabungsarbeiten, die im Zuge der Vorbereitungen für den 2. Bauabschnitt im Kloster Dalheim zu Ende geführt werden.
Es ist das erste Mal, dass diese neuen Befunde der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, und voraussichtlich auch das letzte Mal, bevor sie im Zuge der fortschreitenden Baumaßnahmen im Kloster Dalheim unter dem Fundament einer Kreuzgangrekonstruktion verschwinden werden.
Reste der beiden Refektorien, Mauern, Fußböden und Wandputze kamen zutage. Jüngst aufgedeckte Grabstätten der Augustiner Chorherren vermitteln neue Erkenntnisse nicht nur zur Dalheimer Baugeschichte, sondern auch zur Sepulkralkultur im Kloster und stehen damit bereits im Zeichen der kommenden Sonderausstellung „Gut vorbereitet? – Die Kunst des rechten Sterbens“ (Start 22. Juni).
Das Museumsteam lädt herzlich dazu ein, die aktuellen Forschungsergebnisse vor Ort zu diskutieren.
Wer hat den Abtstab verdreht?
„Zeichen der Macht“ beim Dalheimer Kunst-Stück
Der eindrucksvolle barocke Abtstab aus der ehemaligen Zisterzienserabtei Marienfeld – 1652 von einem Augsburger Goldschmied gefertigt – ist nur auf Zeit in der aktuellen Sonderausstellung des LWL-Landesmuseums für Klosterkultur zu sehen.
Hier bietet sich jetzt im Rahmen der Veranstaltungreihe „Dalheimer Kunst-Stücke“ am Dienstag, 12. Februar, die einmalige Gelegenheit, den Stab im Vergleich mit einem Portrait des Marienfelder Abtes Ferdinand Osterhoff zu betrachten, auf dem er ebenfalls dargestellt ist. Doch ist die Krümme dort in die entgegengesetzte Richtung geöffnet. Wer hat also den Abtstab verdreht – der Maler? Oder ist der Stab später verändert worden? Was unterscheidet einen Abtstab von einem Bischofsstab? Wieso wurde der Stab in Augsburg gekauft?
Solche und ähnliche Fragen stellt und beantwortet der Kunsthistoriker Holger Kempkens M.A. beim Dalheimer Kunst-Stück-Termin am kommenden Dienstag, 12. Februar, um 16.30 Uhr im LWL-Landesmuseum für Klosterkultur.
Puzzlemeister gefragt
Dalheimer Hochaltar ist Kunst-Stück im Januar
Es war ein langer Weg, der Dalheim ein Stück fast schon verloren geglaubter Geschichte zurückbrachte. Das Ergebnis ist in der aktuellen Sonderausstellung des LWL-Landesmuseums für Klosterkultur zu sehen.
Fragen, die hinter der dort gezeigten Skizze zum Dalheimer Hochaltar stehen, bilden das Thema beim heutigen Dalheimer Kunst-Stück am Dienstag, 8. Januar, um 16.30 Uhr.
Die Kunsthistorikerin Dr. Helga Fabritius gibt Einblicke in den neusten Forschungsstand rund um den Dalheimer Hochaltar. Welche Teile des Altars konnten bei Grabungen geborgen werden? Welche Hinweise führten zum heutigen Bild des Altars? Wie fanden die Fragmente ihren Platz? Ein Ratespiel, das stets neue Nahrung durch laufende Bau- und Grabungsarbeiten erhält. Besucherinnen und Besucher sind beim aktuellen Kunst-Stück-Termin eingeladen, daran teil zu nehmen.
Per Zufall ins Museum
Dalheimer Kunst-Stücke widmen sich barocker Prozessionsfigur
Eine barocke Prozessionsfigur aus dem ehemaligen Damenstift Borghorst verdankt ihre Wiederentdeckung und damit ihren Weg in die aktuelle Sonderausstellung des LWL-Landesmuseums für Klosterkultur einem Zufall. Was verbirgt sich hinter dieser Figurine, welche Geschichte begleitet sie? Solche und ähnliche Fragen sowie die seltene Gelegenheit, diese besondere Figur aus der Nähe und im Detail zu betrachten, bestimmen den Dalheimer Kunst-Stück-Termin am kommenden Dienstag, 11. Dezember, um 16.30 Uhr im LWL-Landesmuseum für Klosterkultur.