Eingetreten! 1.700 Jahre Klosterkultur

Eingetreten! Der Titel der Dauerausstellung rückt den wohl wichtigsten Schritt im Leben einer jeden Ordensfrau und eines jeden Ordensmannes in den Fokus. Denn: Wer in ein Kloster eintritt, der lässt seine bisherige Existenz hinter sich und beginnt in der klösterlichen Gemeinschaft ein ganz neues Leben. Auf diese Weise nimmt Klosterkultur seit mehr als 1.700 Jahren ihren Lauf.

Die Schau in den neu errichteten Ausstellungssälen des Süd- und Ostflügels stellt die geschichtliche Entwicklung der religiösen Orden in den Vordergrund. Von den spätantiken Wüstenvätern und die Entstehung des ersten Ordens über die Reformen des Mönchtums, die Auflösung vieler Klöster und ihrem Neubeginn im 19. Jahrhundert zeigt sie bis in die Gegenwart die Entwicklungen einer Kultur, die durch ein regelhaftes Leben in Verzicht und Stille gekennzeichnet ist, zu der aber immer auch mehr gehört als das benediktinische „Ora et labora“ (lat.: „Bete und arbeite“).

Präsentiert werden über 200 Exponate aus mehr als zehn Jahrhunderten, darunter auch typische Objekte aus dem klösterlichen Alltag: vom Geschirr aus Grabungen über liturgisches Gerät und kostbare Messgewänder bis hin zu Altären und Tafelgemälden, Skulpturen, Bauplastik und Büchern. Aufwändige und detailgetreu gearbeitete Modelle bedeutender Klosteranlagen wie Cluny, Hirsau oder Melk verdeutlichen an herausragenden und prägenden Beispielen die Entwicklung der Ordensgemeinschaften in Europa.

Filmische Dokumentationen und Interviews zeigen das Ordensleben gestern und heute. Multimedia-Inszenierungen des renommierten und mehrfach preisgekrönten österreichischen Künstlers Peter Hans Felzmann erläutern den St. Galler Klosterplan oder führen mittels neuester Mediatechniken in das Leben und die Regel des Hl. Benedikt sowie die Schöpfungsgeschichte.