Haus Rüschhaus von der Gartenseite (Foto: Doris Rennekamp, pixelio.de)

Burg Hülshoff - und ein Blick auf Haus Rüschhaus

Malerisch, idyllisch, ja fast magisch – wer die Burg Hülshoff vor den Toren Münsters besucht, gerät unweigerlich ins Schwärmen. Es ist kaum möglich, sich dem überwältigenden Eindruck und der einzigartigen Atmosphäre zu entziehen. Umgeben von einem wunderschönen 30 Hektar großen Park, der nach historischen Plänen neu gestaltet worden ist, liegt die bereits im 11. Jahrhundert urkundlich erwähnte Wasserburg Hülshoff in der satten Parklandschaft des Münsterlandes. Das heutige, in der Renaissance entstandene stattliche Ensemble aus Herrenhaus und Vorburg steht auf zwei Inseln inmitten der Gräfte. Das Herrenhaus mit seinen drei Etagen weist eine Fläche von 900 Quadratmetern auf, die riesige Vorburg als ehemaliges Wirtschaftsgebäude hat etwa 1.500 Quadratmeter Nutzfläche.

Hier wurde Annette von Droste-Hülshoff geboren, hier verlebte sie ihre Kindheit und Jugendzeit, hier schrieb sie einen Teil ihrer weithin bekannten Werke. Bis in unsere Tage blieb das Anwesen unverändert im Besitz der Familie. Wer das Gespenstische und Spukhafte im Werk von Droste-Hülshoff selbst nachempfinden möchte, dem sei ein Spaziergang durch den Burgpark im Morgengrauen empfohlen, besonders dann, wenn noch Nebel über den Wiesen liegt.

Park und Wiesen, Pflanzen und Blumen, Bäume und Sträucher verbinden sich mit der Architektur der Gebäude zu einem harmonischen Ganzen. Jährlich zieht es etwa 100.000 Menschen von nah und fern zu Veranstaltungen und Besuchen der unter Denkmalschutz stehenden, beliebten Burg, die heute zur Gemeinde Havixbeck gehört.

Nur fünf Kilometer entfernt von Burg Hülshoff befindet sich mit Haus Rüschhaus ein weiteres Kleinod, das von Annette von Droste-Hülshoff geprägt wurde. Hierhin zog sie mit Mutter und Schwester nach dem Tod ihres Vaters, als der Bruder das angestammte Familiengut übernahm. Unter anderem verfasste die Dichterin im Rüschhaus „Die Judenbuche“, ihr bekanntestes Werk. Das denkmalgeschützte Haus, erbaut durch den berühmten Barockbaumeister Johann Conrad Schlaun, ist in seiner Mischung aus Bauernhaus und Herrensitz eine architektonische Besonderheit. Seinen eigenen Reiz besitzt auch der früher verwilderte Garten, der heute nach den Plänen Schlauns als Barockgarten rekonstruiert ist. Haus Rüschhaus befindet sich bereits in öffentlicher Hand und steht Besuchern zur Besichtigung offen. Es wird nun als Teil in die Stiftung eingebracht und tritt so in einen neuen Zusammenhang mit der Burg Hülshoff.