31. Bremer, E.:

Die Nutzung des Wasserweges zur Versorgung der römischen Militärlager an der Lippe.

Mit einem Beitrag von Brepohl, W.: Neue Überlegungen zur Varusschlacht.
2001, 144 Seiten (15,00 €)

E. Bremer (Oberst a.D. ) ist mit dem Thema seiner Arbeit über die Lippeschifffahrt in römischer Zeit, die er 1997 der Philosophischen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelm-Universität Bonn als Magisterarbeit vorgelegt hat, einer alten Tradition gefolgt. Hatte doch der preußische Major F.W. Schmidt I bereits im Jahre 1838 mit dem Blick eines logistisch geschulten Generalstabsoffiziers die Bedeutung der Lippe als Nachschubtrasse für die in den Jahren um Christi Geburt von Castra Veterea bei Xanten aus nach Osten vordringenden Legionen erkannt und im Zuge seiner Geländebegehungen tatsächlich ein römisches Lager entdeckt - das Lager auf dem Annaberg bei Haltern an der Lippe. Unsicher war zu dieser Zeit allerdings noch, wie man sich den Warentransport auf diesem verhältnismäßig kleinen Fluss vorzustellen hatte. Der Autor hat in seinem interdisziplinären Ansatz neben den archäologischen und historischen auch die schiffbautechnischen Forschungen sowie die geologischen und hydrologischen Verhältnisse im Lippetal einbezogen und konkrete Ergebnisse ausgearbeitet. 

In seinem Beitrag „Neue Überlegungen zur Varusschlacht“ gibt Wilm Brepohl eine plausible Erklärung, wie es Arminius gelang, den Varus und seine Truppen in den Hinterhalt zu locken. An die von Historikern meist vertretene These, dass Arminius die germanischen Stämme zusammenbrachte, ohne dass Varus darauf entsprechend reagierte oder zumindest Vorsichtsmaßnahmen traf, mag Brepohl nicht glauben. Er geht davon aus, dass Arminius ein zentrales germanisches Kultfest nutzte, das alle neun Jahre am obersten Kultplatz stattfand und an dem zahlreiche wehrfähigen Germanen teilnahmen. Da dieses Fest den Römern bekannt war, schöpften sie keinen Verdacht. Die (spätere) Schlachtbeschreibung des Tacitus bestätigt die Vermutung eines Kultplatzes als Schlachtort.