Prof. Dr. Klaus Temlitz

Würdigung als Wissenschaftskoordinator und westfälischer Landeskundler

von Heinz Heineberg (1. Teil)

Klaus Temlitz in der Geschäftsstelle der GeKo Klaus Temlitz in der Geschäftsstelle der GeKo

Die Geographische Kommission für Westfalen (GeKo) im Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) begeht anlässlich ihrer Jahrestagung in Münster am 15. Dezember 2006 das 70. Jahr ihres Bestehens seit ihrer Gründung im Jahre 1936 . Zugleich muss sie sich leider am Ende dieses Jubiläumsjahres offiziell von ihrem Geschäftsführer und Wissenschaftlichen Referenten Prof. Dr. Klaus Temlitz trennen. Herr Temlitz geht nach nahezu 30 Jahren Dienstzeit in der Geographischen Kommission am 1.1.2007 mit Erreichen der Altersgrenze in den sog. Ruhestand. Damit findet eine lange, sehr erfolgreiche amtliche Tätigkeit ihr formelles Ende. Diese wird in dem Grußwort von Landesrat Prof. Dr. Karl Teppe als Kulturdezernent aus der Perspektive des LWL gewürdigt. Prof. Temlitz kann zugleich auf eine 36-jährige Forschungs- und Lehrtätigkeit mit den Schwerpunkten der Landeskunde Nordwestdeutschlands bzw. Westfalens und der Stadtgeographie zurückblicken. Auf die vielseitige akademische Lehre von Klaus Temlitz am Institut für Geographie im Fachbereich Geowissenschaften der Westfälischen Wilhelms-Universität zu Münster, die über die genannten Schwerpunkte weit hinausging, ist der derzeitige Geschäftsführende Direktor des Instituts für Geographie, Prof. Dr. Paul Reuber, in seinem würdigenden Grußwort eingegangen. Ich werde auf Klaus Temlitz als Lehrenden auch noch kurz zurückkommen. 
Aufgrund der herausragenden Qualifikation als vielfältig beschäftigter Geschäftsführer sowie als ebenso engagierter Wissenschaftler in der Landeskunde und Stadtforschung - insbesondere Westfalens – erscheint es mehr als berechtigt, das (bisherige) Lebenswerk von Prof. Dr. Klaus Temlitz aus der Sicht des Vorsitzenden der Geographischen Kommission für Westfalen zu würdigen, der zugleich seit 1975 bis 2003 am Institut für Geographie geforscht und gelehrt hat und damit praktisch auch den wissenschaftlichen Werdegang von Klaus Temlitz vor Ort verfolgen konnte. Dabei möchte ich im Folgenden stärker seine Tätigkeit und Verdienste in die Entwicklung und Arbeiten der Geographischen Kommission für Westfalen seit Beginn seiner Diensttätigkeit als Wissenschaftlicher Referent und Geschäftsführer im Jahre 1977 einordnen. Zugleich soll auch die Persönlichkeit von Klaus Temlitz nicht zu kurz kommen. Beginnen wir mit dem Letzteren.

Betritt man das Dienstzimmer von Prof. Temlitz – seien es einer der engsten Mitarbeiter der Geschäftsstelle, Besucher aus der großen Mitgliedschaft der GeKo, Studierende oder auch andere Informations- und Ratsuchende –, so kann man sicher sein, dass das Gespräch stets mit einer herzlichen Begrüßung und einigen persönlichen Worten beginnt. Dies schafft zugleich einen vorzüglichen stressfreien Rahmen für qualifizierte dienstliche Organisationsgespräche, für kompetente gemeinsame Vorbereitungen und Beurteilungen redaktioneller Fragen, für wissenschaftliches Arbeiten etc. Die Leitung der Geschäftsstelle unter Prof. Temlitz war nicht nur durch ein ausgeprägt kollegiales – nie autoritäres, sondern durch ein äußerst vertrauensvolles, gelegentlich auch „überzeugendes“ – Arbeitsklima, zugleich auch durch eine große Kompetenz in der Wissenschaftsverwaltung gekennzeichnet. Herausragend sind besonders auch die Fähigkeiten von Klaus Temlitz, inhaltlich breit gestreute wissenschaftliche Texte nicht nur im engen geographischen, sondern auch im interdisziplinären Kontext zu beurteilen, hervorragend redaktionell-sprachlich und fachlich zu bearbeiten sowie natürlich auch selbst zu verfassen. Dazu dienen nicht nur der Bleistift am Schreibtisch, sondern auch seine sprachliche Kompetenz als gelernter Germanist. Diese Qualifikation in der Organisation und Verwaltung unserer wissenschaftlichen Geschäftsstelle, bezüglich der face-to-face-Kontakte mit Mitgliedern und anderen an der GeKo Interessierten, in der redaktionellen Tätigkeit sowie auch seine fundierten fachlichen Kenntnisse in der Geographie und Landeskunde sowie in wichtigen Nachbarwissenschaften haben die Arbeit und auch die vielfältigen positiven Außenkontakte der GeKo in erheblichen Maße mit geprägt. Für die so vertrauensvolle Kollegialität sowie auch die fachlich engagierte Geschäftsführung der GeKo sind wir Herrn Prof. Temlitz – allen voran der Fachvorstand sowie die Mitarbeiterin und Mitarbeiter der Geschäftsstelle - sehr dankbar.
Beschäftigt man sich eingehender mit dem Lebenslauf und dem dienstlichen bzw. wissenschaftlichen Wirken von Klaus Temlitz, so wird m. E. vieles des zuvor Gesagten vielleicht noch deutlicher.

1. Teil      2. Teil      3. Teil

⇑ Zum Seitenanfang

Erschienen in: Heineberg, H. u. K. Temlitz (Hg.): Geographische Landeskunde für Westfalen-Lippe. 70 Jahre Geographische Kommission für Westfalen. Eine Zwischenbilanz. Münster (=Siedlung und Landschaft in Westfalen 36, S. 17-24)