
von Heike Benecke
Um aktuellen Problemen in innerstädtischen Zentren zu begegnen, die hier nur kurz durch Stichworte wie Umsatzrückgang, Ladenleerstände und eine verminderte Aufenthaltsqualität umrissen werden sollen, nehmen derzeit 20 Modellkommunen in NRW an einer Studie des Ministeriums für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport des Landes teil. In dieser Studie, die im Rahmen des Stadtmarketings der zweiten Generation stattfindet, wird ein modifiziertes Modell der so genannten Business Improvement Districts (BID) getestet. Die Idee der BIDs stammt aus dem nordamerikanischen Raum, wo sich schon seit den 1970er Jahren Grundstückseigentümer und Gewerbetreibende in einer eigenfinanzierten Organisation zusammengeschlossen haben, um einen klar abgegrenzten Raum durch gezielte Maßnahmen zu stärken. Durch die Mitgliedsbeiträge der BID-Akteure werden Dienstleistungen und Sachinvestitionen finanziert, die über die üblichen Leistungen einer Gemeinde hinausgehen.
Anders als das nordamerikanische Vorbildmodell der BID besteht in NRW, wo das Modell unter dem Begriff "Immobilien- und Standortgemeinschaft" (ISG) Nachahmung findet, keine gesetzliche Grundlage für eine verpflichtende Beitragsabgabe der Beteiligten, so dass hier auf das Prinzip der Freiwilligkeit gesetzt wird. Eine finanzielle Förderung von 60% erfahren die Modellstädte von Landesseite durch das Ministerium; die städtische Seite fördert mit einem zusätzlichen Anteil zwischen 10% bis 20%, der übrige Betrag wird von den Privaten durch Mitgliedsbeiträge finanziert. Für Westfalen nehmen 11 Kommunen an der Modellstudie teil, darunter Bocholt, Dortmund, Herford, Minden, Münster und Siegen (s. Beitrag Köchert).
Eine weitere Modellkommune ist das nordmünsterländische Mittelzentrum Rheine, wo man sich - um den spezifischen Anforderungen beiderseits des Flusses Ems gerecht zu werden - direkt für zwei ISGs entschieden hat.
Die Innenstadt von Rheine wird durch eine ringförmig verlaufende Hauptverkehrsstraße markiert. Einzelne Schwerpunktbereiche zur Gliederung Rheines lassen sich am deutlichsten durch die Trennwirkung der Ems darstellen, die die Innenstadt von Südosten nach Nordwesten quert.
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Entwicklungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft für Rheine mbH und Stadt Rheine (Hg.) (2004): Projekt der Stadt Rheine: Immobilien- und Standortgemeinschaft "Rechts und links der Ems". Rheine (unveröffentlichter Förderungsantrag) |
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Hangebruch, N. (2006): Gemeinsam für den Standort aktiv - der Rheiner Ansatz. In: cima-direkt. Zeitschrift für Stadtentwicklung und Marketing. o. O. |
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Houston, L. O. Jr. (2003): Business Improvement Districts. Washington D. C. |
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Landesbüro für Stadtmarketing NRW (Hg.) (2004): Immobilien- und Standortgemeinschaften: ein Modellprojekt des Ministeriums für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen zur Revitalisierung der Innenstädte. Bocholt |
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Ministerium für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen (MSWKS) (Hg.) (2001): Business Improvement Districts (BIDs). Untersuchung von Business Improvement Districts (BIDs) in Bezug auf Möglichkeiten und Grenzen einer Übertragbarkeit auf innerstädtische Geschäftsquartiere in Nordrhein-Westfalen. Düsseldorf |
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Stadt Rheine (Hg.) (2000): Stadt Rheine 2000-2010. Rheine (= Die Rheine Information, Heft 54) |
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www.cima.de/projekte/projektdetails.php?id=306 |
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www.stadtmarketing-nrw.de |
Erstveröffentlichung 2007