Wesentlichen Einfluss auf das Wüstungsgeschehen in Westfalen hatte die Pestepidemie des Jahres 1349, der eine Phase von Missernten und Hungersnöten vorausging. Diese Ereignisse lösten einen enormen Bevölkerungsrückgang aus. Aufgrund der sehr verschiedenartigen naturgeographischen Ausstattung der Agrarräume setzten Bevölkerungsbewegungen ein, die von Ungunsträumen in Richtung naturräumlich besser ausgestatteter Räume verliefen...
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So artifiziell das Schlossareal Brake heute erscheint, so "brach" lag es noch vor 800 Jahren, und bot dennoch gutes Siedlungspotenzial: Die Bega mäandrierte durch ein waldreiches Tal, nach Norden und Süden durch die sanft auf 130 Meter ansteigenden Hügel Bieberg und Holsterberg geschützt. Löss lagerte nur dünn an der Oberfläche, darunter Tonmergel, Kalk und stellenweise Sandstein. Demzufolge erwies sich die Landwirtschaft nur als mäßig ertragreich...
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Die mittelalterliche Landwirtschaft in Westfalen war entsprechend der verschiedenartigen naturgeographischen Bedingungen zonal angeordnet, wobei die Landwirtschaftszonen weitgehend mit naturräumlichen Großeinheiten übereinstimmen. Die Rekonstruktion landwirtschaftlicher Verhältnisse basiert insbesondere auf grundherrschaftlichen Abgabenverzeichnissen, archäologischen Funden sowie Geländedenkmälern in Form von Flurwüstungen...
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