
Westfalen ist durch eine frühe Siedlungsentwicklung gekennzeichnet. So lassen sich etwa bäuerliche Siedlungen bereits vor mehr als 7.000 Jahren zu Begin der Jungsteinzeit nachweisen. Von Bedeutung sind auch zahlreiche Siedlungsspuren aus der Bronze- und vorrömischen Eisenzeit.
Dass Westfalen eine altbesiedelte Kulturlandschaft ist, lässt sich auch heute noch erkennen: Vielerorts weisen hintereinander gestaffelte Wälle und Gräben auf im Mittelalter errichtete Landwehre hin. Besonders in Südwestfalen lassen Ortswüstungen und mittlerweile wieder bewaldete Ackerflächen auf Missernten, Hungersnöte und die Pestepidemie während des Mittelalters schließen. Aufhöhungen von Geländeoberflächen im Münsterland – ein Indiz für die hier jahrhundertelang betriebene Plaggenwirtschaft. Dazu kommen so genannte Gräftensiedlungen und noch weitere Siedlungsformen... Den Leser erwartet eine spannende Reise in die Siedlungsgeschichte Westfalens.
Der Themenbereich Siedlung dokumentiert mit seinen zahlreichen Beiträgen nicht nur die historisch-geographische Kulturlandschaftsentwicklung. Ebenso werden unterschiedlichste und zugleich typische Merkmale moderner Siedlungs- bzw. Stadtstrukturen und deren Relevanz für die Stadtentwicklungsplanung berücksichtigt, wie z. B. die Erhaltung und Erneuerung alter Stadtkerne sowie die aktuelle Umgestaltung brachgefallener Hafenareale am Beispiel der Stadt Münster. In diesem Zusammenhang werden ferner Stadtmarketingkonzepte, Städterankings und Städtevereinigungen exemplarisch thematisiert.