
Mit seiner Parklandschaft und den dazugehörigen Ackerflächen und Wallhecken sowie seinen Hochmooren, Heidegebieten, Weideflächen und waldreichen Mittelgebirgszügen besitzt Westfalen eine höchst abwechslungsreiche und differenzierte Landschaft. Die augenscheinliche Idylle stand dabei schon immer im Spannungsfeld zwischen natürlicher Entwicklung und anthropogener Nutzung. Dies ist ablesbar an einer intensiven Landwirtschaft, Industrie- sowie forstwirtschaftlich genutzten Wäldern und an einer hohen Besiedlungsdichte mit stark überprägten Böden in den Ballungsräumen.
Der Themenbereich Naturraum untersucht besondere und zum Teil einzigartige Landschaften Westfalens auf verschiedenen Betrachtungs- und Zeitebenen. Die Beiträge stellen neben dem grundlegenden geologischen Aufbau und Relief unter anderem auch die artenreiche wie schützenswerte Flora und Fauna sowie Klima und Witterung der Region vor und verdeutlichen die vielfältigen Zusammenhänge zwischen den Geofaktoren.
In diesem Kontext wird ebenfalls die Rolle des Menschen, der die westfälische Kulturlandschaft bis heute prägt, eingehend betrachtet.
Von eiszeitlichen Findlingen bis hin zu aktuellen Forschungs- und Problemfeldern im Bereich des Umwelt- und Naturschutzes wird in diesem Themenfeld ein breites Spektrum naturgeographischer Fragestellungen behandelt: Wie sind die zahlreichen Mineralquellen im Paderborner Land entstanden? Welche Bedeutung haben Moore und Heidegebiete für das regionale Ökosystem? Welche Pflanzen sind in Westfalen einzigartig auf der ganzen Welt? Und lässt sich der Klimawandel eigentlich auch hierzulande nachweisen?