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Die Verwendbarkeit von WESTFALEN REGIONAL im Erdkundeunterricht der Sekundarstufe I des Gymnasiums (G 8, Nordrhein-Westfalen)
von Peter Wittkampf
Im achtjährigen Gymnasium Nordrhein-Westfalens ("G 8") findet Erdkunde- bzw. Geographieunterricht (die Bezeichnung "Geographie" soll laut ministerieller Planung die bisherige Bezeichnung "Erdkunde" ersetzen) in der Sekundarstufe I in drei Schuljahren statt: in der Jahrgangsstufe 5 oder 6, in der 7 (8) und in der abschließenden Jahrgangsstufe 9. Der Unterricht soll auf der Basis eines "Kernlehrplans" erfolgen, der inzwischen durchgängig für die Sekundarstufe I der nordrhein-westfälischen Gymnasien gilt. Er nennt verschiedene "Kompetenzziele", die es für die Schülerinnen und Schüler zu erreichen gilt. Es sind dies die Sach-, die Methoden-, die Urteils- und die Handlungskompetenz (im engeren Sinne).
Die Möglichkeiten, die WESTFALEN REGIONAL für die Einübung der Methodenkompetenzen bietet, speziell wenn es um das Arbeiten mit den unterschiedlichen Darstellungsformen Karte, Bild, Diagramm usw. geht, werden anhand der beiden Beiträge "Medien für den Erdkundeunterricht in WESTFALEN REGIONAL" (Teil 1 und 2) in dieser Rubrik gesondert dargestellt. Daher beschränkt sich die hier folgende Übersicht auf die Angabe einiger wichtiger Sachkompetenzaspekte, für deren Erarbeitung oder Vertiefung sich bestimmte Einzelbeiträge aus WESTFALEN REGIONAL anbieten. Diese WR-Artikel können vor allem dort eingesetzt werden, wo die in den Klassen eingeführten Lehrbücher keine Raumbeispiele aus dem für die westfälischen Schülerinnen und Schüler überschaubaren Nahraum Westfalen anbieten.
Sowohl bei den genannten Sachkompetez-Aspekten (aus dem Kernlehrplan) als auch bei den Einzelbeiträgen aus WESTFALEN REGIONAL, auf die hier hingewiesen wird, handelt es sich um eine Auswahl. So werden z. B. all jene Lehrplanaspekte weggelassen, die sich speziell auf außereuropäische Räume oder globale Themen beziehen, z. B. "Klima- und Vegetationszonen" o. ä.
Für die Jahrgangsstufen 5/6 werden nur diejenigen Beiträge berücksichtigt, deren Inhalte von ihrem Schwierigkeitsgrad her für diese junge Altersstufe keine vollkommene Überforderung darstellen.
Zielkompetenzen der Sekundarstufe I/Gymnasium (Auswahl aus dem ''Kernlehrplan'' für ''G 8'' in Stichworten) und geeignete Beiträge aus WESTFALEN REGIONAL zur Realisierung dieser Ziele
| Sachkompetenzaspekte (Auswahl) |
Geeignete Einzelbeiträge aus WESTFALEN REGIONAL zur Realisierung dieser Lehrplanvorgaben (Auswahl, Kurztitel) |
| J a h r g a n g s s t u f e n 5 / 6 |
| Räumliches Orientierungsraster |
Administrative Gliederung; Landesteile; Verwaltungsräume; Südwestfalen |
Standortfaktoren für Landwirtschaft,
Industrie, Dienstleistungsbereich |
Senne; Hellweggebiet; Salzgewinnung; Eisenerz-Bergbau und Metallgewerbe im Sauerland; Gewerbliche Standorträume (Siegerland); Ruhr-Park Bochum; Olsberger Hütte; Biggetalsperre |
Wandel in Landwirtschaft,
Industrie, Dienstleistungsbereich |
Landwirtschaftlicher Strukturwandel; Beckumer Zementrevier; Ruhr-Park Bochum; PHOENIX See (Dortmund); Milchwirtschaft |
Zusammenhänge zwischen naturgeographischen
Gegebenheiten,
einzelnen Produktionsfaktoren
und der landwirtschaftlichen
Nutzung |
Senne; Hellweggebiet; Hochheide "Neuer Hagen" |
Siedlungen verschiedener Größe:
Merkmale, Gliederung,
Versorgungsangebote |
Ländliche Siedlungsformen; Gemeinde Saerbeck; Stadtentwicklung; Altstadt Lemgo; Stadtbild Dortmund |
Freizeitgestaltung und
Erholungsräume |
Industriewald Ruhrgebiet; Gerry Weber World; Naturparke; Teutoburger Wald/Eggegebirge; Kurparks in OWL; Biggetalsperre; Arena-Park in Gelsenkirchen; Multiplex-Kinos; REGIONALE 2004: Kiesbank; Klettern |
Natur- und Landschaftsschäden
durch landwirtschaftliche und
touristische Nutzung |
Wandertourismus |
| J a h r g a n g s s t u f e n 7 / 9 |
| Orientierungsraster |
Administrative Gliederung; Landesteile; Verwaltungsräume; Mittelpunkt Westfalens; Regionalmarketing; Südwestfalen |
Naturgeographische Strukturen und
deren Einfluss auf die Lebens- und
Wirtschaftsbedingungen |
Tektonische Baueinheiten; Mineralquellen (Paderborner Land); Hochwasser und Hochwasserschutz (Stever); Senne; Hellweggebiet; Pflanzen als Klimazeiger |
| Eingriffe in geoökologische Kreisläufe |
Klimawandel; Luftbelastung durch Feinstaub; Stickstoffdepositionen (Münsterland); Wasservogelforschung (Möhne); Ökologisches Langzeitmonitoring (Teuto) |
Zusammenhang zwischen naturgeographischen
Bedingungen, Produktionsfaktoren
und Wirtschaftspolitik |
Landwirtschaftlicher Strukturwandel; Textilland Westfalen; Zukunft Ibbenbürens; Beckumer Zementrevier; Hochheide "Neuer Hagen"; Mittelalterliche Landwirtschaft; Bergsenkungen (Ruhrgebiet); Wasserkraftnutzung; Ur-Ems- und -Werse-Rinnen |
| Strukturen und Funktionen von Städten |
Stadtentwicklung; Münster – Lebenswerteste Stadt; Altstadt Lemgo; Stadtbild Dortmund; Stadtumbau Herten; Soziale Stadt (Espelkamp); Cittaslow Lüdinghausen; Mittelzentraler Einzelhandel Meschede; Einkaufsstadt Olpe |
Räumlicher Wandel durch demographische
Prozesse, Migration und
Globalisierung |
Bevölkerungswachstum; Bevölkerungsprognosen; Demographischer Wandel; Alternde Gesellschaft; Ausländische Bevölkerung; Wohnmigration von Niederländern; Migrationshintergrund; Ethnische Segregation (Ruhrgebiet); Zuwanderer (Münster) |
Wandel der Standortfaktoren in den
drei Wirtschaftssektoren |
Landwirtschaftlicher Strukturwandel; Textilland Westfalen; Eisenerz-Bergbau und Metallgewerbe im Sauerland; Gewerbliche Standorträume (Siegerland); Zukunft Ibbenbürens; Industriepark Dorsten/Marl; Standortinformationssysteme (Kreis Recklinghausen); Kanalhafen Dortmund; PHOENIX See (Dortmund); PHOENIX-West (Dortmund); Firma Storck; Bädertourismus in OWL |
| Bedeutung von Dienstleistungen |
Beschäftigung und Arbeitsmarkt; Bertelsmann; Ruhr-Park Bochum; TechnologieZentrumDortmund; Immobilien- und Standortgemeinschaft Emsquartier (Rheine); Flugplätze; GAD eG – Spezialist für Banken IT (Münster); Finanz Informatik (Münster); Paderborn-Lippstadt Airport; HBZ Münster |
| Disparitäten |
Verdichtung und ländlicher Raum; Berufspendelverflechtungen; Bildungsdisparitäten; Strukturpolitik: Emscher-Lippe-Region; Internationale Bauausstellung Emscher Park; Integrierte ländliche Entwicklung (Vechte); Arm und reich; Kaufkraft; Mittelzentraler Einzelhandel; Alternative Nahversorgungsmodelle; B64n MS-BI; Stilllegungen von Eisenbahnstrecken; Eisenbahnnetz von 1885–2009 |
| Wandel von Raumnutzungsmustern |
EU-Vogelschutzgebiet; Lippetal; Industriewald Ruhrgebiet; Strukturwandel des Dorfes; Waterfront Redevelopment (Münster); Route der Industriekultur; Hochheide "Neuer Hagen"; Dorferneuerung (Ahaus); PHOENIX See (Dortmund); PHOENIX-West (Dortmund); Waterfront Redevelopment (Münster); Biggetalsperre; Freizeitstrukturen im Ruhrgebiet; Marina Rünthe; Landschaftspark Hoheward |
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Erstveröffentlichung 2010