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Unterrichtsdidaktische Hinweise (Erdkunde) zum Beitrag ''Milchwirtschaft''
von Peter Wittkampf
Mit Hilfe des Beitrags zur Milchwirtschaft in Westfalen können verschiedene Lehrplanvorgaben für das Fach Geographie bzw. Erdkunde realisiert werden, so dass hier eine Alternative und Ergänzung zu den "üblichen" Themenangeboten der Lehrbücher angeboten wird.
Dass der Nahraum (hier: Westfalen) im Erdkundeunterricht in besonderer Weise Berücksichtigung finden sollte, wurde bereits an anderer Stelle (s. u. a. Beitrag Wittkampf) dargelegt.
Mit der "Milchwirtschaft" ist außerdem ein Thema angesprochen, das
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alle Verbraucher direkt angeht und betrifft,
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in der Presse immer wieder eine Rolle spielt, so dass hiermit leicht an aktuelle öffentliche Diskussionen angeknüpft werden kann,
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sowohl Aspekte der "natürlichen Bedingungen" (u. a. natürlich bedingte, regionale Schwerpunkte der landwirtschaftlichen Erzeugung) als auch wirtschaftsgeographische Aspekte verbindet und damit ein gutes Beispiel für den Charakter der Geographie als "Integrationsfach" darstellt,
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hervorragende Möglichkeiten bietet, Rahmenvorgaben zur politischen und zur ökonomischen Bildung (in NRW obligatorisch!) im Erdkundeunterricht zu realisieren,
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im Sinne eines "Spiralcurriculums" oder einer über mehrere Schuljahre zu entwickelnden "Lernprogression" geeignet ist, z. B. in der Jahrgangsstufe 9 mit neuem didaktischen Anspruch wieder aufzugreifen, was bereits in der Primarstufe und in den Jahrgangsstufen 5/6 der Sekundarstufe I in den meisten Schulbüchern vorkommt ("Woher unsere Milch kommt" o. ä.),
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die Möglichkeit bietet, im Sinne neuer schulpolitischer Forderungen bzw. einer Verpflichtung der Schule zur "individuellen Förderung" z. B. Schülern mit schnellen Lernfortschritten zusätzliche Angebote zu machen, während andere (noch) an den "normalen" Unterrichtsinhalten arbeiten.
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Die Thematik ist an folgende Lehrplanvorgaben anzubinden:
1. Im Kernlehrplan Erdkunde NRW, Gymnasium ("G 8"), können mit Hilfe des Themas "Milchwirtschaft" z. B. folgende Kompetenzziele realisiert werden:
(Lehrplanauszug, gekürzt:)
Am Ende der Jahrgangsstufe 9 sollen die Schülerinnen und Schüler über die nachfolgenden Kompetenzen verfügen:
Sachkompetenz: Die Schülerinnen und Schüler...
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verfügen über unterschiedliche Orientierungsraster auf allen Maßstabsebenen,
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beschreiben ausgewählte naturgeographische Strukturen und Prozesse (Oberflächenformen, Böden, Georisiken, Klima- und Vegetationszonen) und erklären deren Einfluss auf die Lebens- und Wirtschaftsbedingungen der Menschen,
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erörtern unter Berücksichtigung der jeweiligen idiographischen Gegebenheiten die mit Eingriffen von Menschen in geoökologische Kreisläufe verbundenen Risiken und Möglichkeiten zu deren Vermeidung,
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stellen einen Zusammenhang zwischen den naturgeographischen Bedingungen, den unterschiedlichen Produktionsfaktoren und der Wirtschaftspolitik her und zeigen damit verbundene Konsequenzen für die landwirtschaftliche Produktion auf,
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nutzen ihre Kenntnisse über den Bedeutungswandel der Standortfaktoren in den drei Wirtschaftssektoren zur Erklärung des Strukturwandels und der zunehmenden Verflechtung von Wirtschaftsregionen und damit verbundener Abhängigkeiten,
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erläutern den durch veränderte politische und sozioökonomische Rahmenbedingungen bedingten Wandel von Raumnutzungsmustern,
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verwenden ein differenziertes Fachbegriffsnetz zu allen Inhaltsfeldern.
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Methodenkompetenz: Die Schülerinnen und Schüler...
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orientieren sich mit Hilfe von Karten und weiteren Hilfsmitteln unmittelbar vor Ort und mittelbar,
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entwickeln raumbezogene Fragestellungen, formulieren begründete Vermutungen dazu und schlagen für deren Beantwortung angemessene fachrelevante Arbeitsweisen vor,
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beherrschen die Arbeitsschritte zur Informations- und Erkenntnisgewinnung mit Hilfe fachrelevanter Darstellungs- und Arbeitsmittel (Karten, Bilder, Filme, statistische Angaben, Grafiken und Texte) zur Erschließung unterschiedlicher Sachzusammenhänge und zur Entwicklung und Beantwortung raumbezogener Fragestellungen,
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wenden die Arbeitschritte zur Erstellung von Kartenskizzen und Diagrammen auch unter Nutzung elektronischer Datenverarbeitungssysteme an, um geographische Informationen graphisch darzustellen,
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recherchieren in Bibliotheken und im Internet, um sich Informationen themenbezogen zu beschaffen,
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unterscheiden zwischen allgemeingeographischem und regionalgeographischem Zugriff,
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entnehmen einfachen Modellen die allgemeingeographischen Kernaussagen und die Zusammenhänge verschiedener räumlicher Elemente,
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stellen geographische Sachverhalte unter Verwendung der Fachbegriffe sach-logisch strukturiert, adressatenbezogen, anschaulich und im Zusammenhang dar.
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Urteilskompetenz: Die Schülerinnen und Schüler...
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schätzen die Aussagekraft von Darstellungs- und Arbeitsmitteln zur Beantwortung von Fragen kritisch ein und prüfen deren Relevanz zur Erschließung der räumlichen Lebenswirklichkeit,
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erfassen mediale Präsentationen als auch interessengeleitete Interpretationen der Wirklichkeit,
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reflektieren die Ergebnisse eigener Untersuchungen kritisch mit Bezug auf die zugrunde gelegte Fragestellung und den Arbeitsweg,
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sind fähig und bereit, Interessen und Raumansprüche verschiedener Gruppen bei der Nutzung und Gestaltung des Lebensraumes ernst zu nehmen und abzuwägen,
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fällen unter Berücksichtigung unterschiedlicher Perspektiven begründete Urteile und vertreten sie argumentativ,
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beurteilen konkrete Maßnahmen der Raumgestaltung im Hinblick auf ihren Beitrag zur Sicherung oder Gefährdung einer nachhaltigen Entwicklung,
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reflektieren ihr raumbezogenes Verhalten hinsichtlich der damit verbundenen Folgen selbstkritisch.
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Handlungskompetenz im engeren Sinne: Die Schülerinnen und Schüler...
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planen themenbezogen eine Befragung oder Kartierung, führen diese durch und präsentieren die Ergebnisse fachspezifisch angemessen und adressatenbezogen,
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vertreten in simulierten (Pro- und Kontra-) Diskussionen Lösungsansätze zu Raumnutzungskonflikten argumentativ abgesichert,
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nutzen Möglichkeiten der demokratischen Einflussnahme auf raumbezogene Prozesse,
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sind in der Lage, im Sinne nachhaltigen Wirtschaftens im eigenen Umfeld ökologisch verantwortungsbewusst zu handeln.
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2. In den Jahrgangsstufen 9/10 der Realschule könnten z. B. folgende "thematische Schwerpunkte" mit dem Thema "Milchwirtschaft" behandelt werden:
- im Themenfeld 16: Arbeitsfelder der Raumordnung: (...) Umweltschutz; Landwirtschaft
- im Themenfeld 17: Regionaler Strukturwandel; gemeinsamer Binnenmarkt
- im Themenfeld 18: Welthandelsgüter: Umfang und Struktur des Welthandels
- im Themenfeld 19: Grenzen der Nahrungsmittelproduktion
Auch die Arbeit mit Medien ( z. B. Bildern, Karten, Quellentexten etc.) kann an den im Zusammenhang mit der Milchwirtschaft nutzbaren Quellen und Darstellungen sehr gut entwickelt und geübt werden.
Im Folgenden werden zusätzliche Arbeitsmaterialien zu verschiedenen Aspekten des Themas "Milchwirtschaft" als Download angeboten. Diese Informationen und Medien zur vertiefenden Erarbeitung wirtschaftsgeographischer Zusammenhänge repräsentieren den Entwicklungsstand im März 2008. Mit Hilfe der angegebenen Literaturquellen und Internet-Adressen lassen sich diese Materialien bei Bedarf problemlos aktualisieren.
In den einzelnen Dateien sind außerdem entsprechende Arbeitsfragen bzw. -aufgaben enthalten, mit deren Hilfe die Schülerinnen und Schüler sich evtl. auch im Zuge des "selbständigen Lernens" vertiefend oder entdeckend, wiederholend oder anwendend weitere Erkenntnisse und Kompetenzen erarbeiten können.
Angebotene Unterthemen der Milchwirtschaft:
Milcherzeugung (PDF; Größe: 3,7 MB)
Innerregionale Differenzierung NRW (PDF; Größe: 1,2 MB)
Wirtschaft (PDF; Größe: < 1 MB)
Humana Milchunion (PDF; Größe: < 1 MB)
Erzeugerpreise (PDF; Größe: < 1 MB)
Internationale Differenzierung (PDF; Größe: 2,7 MB)
Politik (PDF; Größe: 1 MB)
weitere Internet-Quellen (PDF; Größe: < 1 MB)
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Erstveröffentlichung 2008