A
Aal-Bypass, spezieller sohlnaher Fischabstieg für den Aal, unterhalb des Rechenfußes.
Achterdalben, Dalben sind in den Gewässergrund eingerammte Pfähle (zumeist aus Holz) zum Befestigen von Booten. Achterdalben ermöglichen das Anlegen und Festmachen eines Bootes mit seiner hinteren Seite.
Ackerflächenverhältnis, Anteil der Anbauflächen der Hauptfruchtarten Getreide, Hackfrüchte, Futterpflanzen, Feldgemüse und Handelsgewächse am Ackerland.
additive Farbmischung, Mischung von Licht in den Grundfarben Rot, Grün und Blau, die in der Summe Weiß ergeben.
Adventivpflanzen, Arten, die ihr Vorkommen in einem bestimmten Gebiet direkt oder indirekt dem Menschen verdanken und sich dauerhaft oder auch nur unbeständig (ephemer) ansiedeln.
Agamospermen, Gruppen von Pflanzen mit einer Sonderform der Vermehrung: Die Samen werden ohne Befruchtungsvorgänge gebildet, d. h. es findet kein genetischer Austausch mit anderen Individuen statt. Dadurch erhält sich jede Mutation bei den Nachkommen, und es kann zu einer Differenzierung in zahlreiche, aber oft nur geringfügig unterschiedliche Kleinarten kommen. Die Nachkommen sind genetisch vollkommen identisch mit den Elternpflanzen, es handelt sich also um Klone.
Agenda 21, auf der UNO-Konferenz für Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro von 179 Teilnehmerstaaten verabschiedetes Aktionsprogramm für das 21. Jahrhundert. Zentrales Ziel ist eine die soziale, wirtschaftliche und ökologische Dimension berücksichtigende nachhaltige Entwicklung.
altmoränal, bereits aus der Saaleeiszeit stammend.
Aktionsplan, zu erstellen bei Gefahr der Überschreitung der Immissionsgrenzwerte und Alarmschwellen der 22. BImSchV (Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes). Er kann Maßnahmen zur Beschränkung und soweit erforderlich zur Aussetzung der Tätigkeiten - einschließlich des Kraftfahrzeugverkehrs - vorsehen, die zur Gefahr einer Überschreitung der Immissionsgrenzwerte beitragen (nach §11 Abs. 4 22. BImSchV).
anastomisierendes Gerinnebett, Fließgewässer, das durch sich teilende und zusammenfließende Gerinnelaufabschnitte gekennzeichnet ist.
Angerdorf, mittelgroße, planmäßige Siedlung, deren Gehöfte in lockerem bis dichtem Abstand einen großen Platz, den Anger, umschließen.
angereichertes Grundwasser, planmäßig versickertes Oberflächenwasser, das sich im Untergrund mit dem "echten" Grundwasser vermischt. "Planmäßig" bedeutet, dass das Oberflächenwasser zunächst auf entsprechende Uferzonen bzw. in dafür angelegte Versickerungsbecken gepumpt wird und von dort aus nach unten wandert. Durch die Versickerung tritt ein Filterungs- und Reinigungseffekt ein, der zu einer verbesserten Wasserqualität führt.
Ankermieter, Haupt- bzw. Großnutzer einer gewerblichen Immobilie mit überdurchschnittlicher Anziehungskraft auf Kunden wie auch auf weitere Nutzer und Investoren.
Ansalbung, willkürliche (und illegale) Ansiedlung gebietsfremder Pflanzen in der freien Landschaft.
Anthrazitkohle, Steinkohle mit nur 5-10 % flüchtiger Bestandteile.
äolisch, durch den Wind (transportiert).
artesisches Becken, Beckenlandschaft, in der artesisch gespanntes Grundwasser auftritt. Hierbei handelt es sich um Grundwasser, dessen Grundwasserdruckfläche (= geometrischer Ort der Endpunkte aller Standrohrspiegelhöhen einer Grundwasseroberfläche) oberhalb der Geländeoberfläche liegt. Als gespannt bezeichnet man Grundwasser, wenn Grundwasseroberfläche (= obere Grenzfläche eines Grundwasserkörpers) und Grundwasserdruckfläche nicht identisch sind.
AST-Verkehr, (AST = Anruf-Sammel-Taxi) ergänzt den ÖPNV in nachfrageschwachen Verkehrszeiten (Abends- und Nachtzeiten und Wochenende). Nach Voranmeldung kann die Beförderung mit dem AST nach einem festgelegten Fahrplan von ÖPNV-Haltestellen aus bis zum gewünschten Ziel innerhalb einer Kommune erfolgen, wobei im Allgemeinen Sondertarife gelten.
Atlantikum, eine Wärmezeit, die von etwa 6.000 bis 3.000 B. C. (vor Christi Geburt) dauerte.
Atmosphärische Grenzschicht, die dem Erdboden nächste Schicht der Atmosphäre. Sie steht mit dem Erdboden innerhalb von etwa einer Stunde in unmittelbarer Wechselwirkung. Die Atmosphärische Grenzschicht kann wenige bis einige hundert Meter mächtig sein.
Auflösung, geometrisch: Größe der Bildelemente (Pixel); spektral: Anzahl und Breite der aufgezeichneten Kanäle; radiometrisch: Anzahl der Abstufungen zur Darstellung der Reflexionsintensität. Oft angegeben in der für die Kodierung verwendeten Anzahl an Bits (z. B. 8 bit = 256 Intensitätsstufen); temporal: zeitlicher Abstand zwischen einzelnen Aufnahmen derselben Region.
äußere Aufstockung, Vergrößerung der land- bzw. forstwirtschaftlich genutzten Fläche eines Betriebes durch Zukauf oder Pacht.
autochthon, im selben Gebiet entstanden oder vorhanden.
Azimutwinkel, Drehungswinkel in der Horizontalebene (um eine vertikale Achse).
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B
Barrel, das Barrel (englisch = Fass) ist ein angloamerikanisches Maßsystem für Flüssigkeiten (Volumen); 1 bbl. (US) = 158,98 Liter.
Barrierefreiheit, Barrierefreiheit spricht nicht nur die Herstellung der baulichen, verkehrlichen und organisatorischen Zugänglichkeit von öffentlichen wie privaten Räumen und Dienstleistungen an, sondern schließt auch den Abbau von Barrieren in den Bereichen Information und Kommunikation ein. Barrierefreies Gestalten ist immer umfassend gemeint und als eine gesamtgesellschaftliche Querschnittsaufgabe zu verstehen, die eine Verbesserung der Lebensqualität für alle Menschen zum Ziel hat.
basaltische Tuffe, verfestigte vulkanische Auswurfprodukte unterschiedlicher Korngröße.
Bergehalden, sie entstehen aus der Aufschüttung des beim Kohlenabbau mit geförderten, nicht verwertbaren "tauben" Gesteins - des so genannten Bergematerials. Während dieses Gestein in früheren Phasen des Abbaus zu großen Teilen wieder in die Bergbaugrube zurückgeführt (versetzt) oder in kleinen Spitzkegelhalden Übertage aufgeschüttet wurde, ist mit dem Einsatz vollmechanischer Abbaumethoden der Anteil des Bergematerials an der Gesamtförderung auf nahezu 50 % angewachsen, und die Berge werden fast vollständig in großen Bergehalden Übertage gelagert.
Betriebsvereinfachung, Umstellung eines landwirtschaftlichen Betriebes auf wenige Bodennutzungs- bzw. Viehhaltungszweige.
Bindungskoeffizient, Anteil jener erwerbstätigen Wohnbevölkerung, der in der selben Stadt/Gemeinde auch der Erwerbstätigkeit nachgeht.
Biotoptyp, Lebensraum einer Biozönose (= Lebensgemeinschaft von Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen) von einheitlicher, gegenüber seiner Umgebung abgrenzbarer Beschaffenheit, z. B. Wacholderheide.
Birkenpech, teerartiges Destillat aus der Rinde der Birke, als universeller Klebstoff in urgeschichtlichen Zeitperioden verwendet.
Bleiglanz, Bleierz, Galenit.
Blockheizkraftwerk, nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung betriebene Anlage zur Versorgung einzelner Gebäude bzw. Gebäudekomplexe mit Strom und Wärme. Nennleistungen bis etwa 5 MW.
Bodenordnung (auch: Flurbereinigung), die Bodenordnung stellt nach dem Flurbereinigungsgesetz die Umgestaltung von zersplitterter oder unwirtschaftlich gestalteter landwirtschaftlicher oder forstwirtschaftlicher Nutzfläche mit bestimmter Zielsetzung dar. Im ländlichen Raum werden Bodenordnungen in der Regel unter betriebswirtschaftlichen, landschaftsplanerischen und ökologischen Gesichtspunkten durchgeführt.
Bodenwertzahlen, Bewertungssystem zur Messung der natürlichen Ertragsfähigkeit der Böden. Berücksichtigt werden die Bodenarten, das Ausgangsmaterial und der Entwicklungsstand, außerdem Einwirkungen des Reliefs und des Klimas. Die besten Böden werden mit 100 Punkten bewertet, die minderwertigsten mit 1.
Bootsslipanlage, schräge Ebene, auf der Boote auf einem Anhänger in das Wasser gelassen werden.
Bramscher Intrusiv, ein bei Bramsche in der Erdkruste liegendes Massiv. Intrusivsteine sind in großer Erdtiefe durch die Kristallisation von Magma entstanden.
Brandgrubengrab, Form der Grablege, in der die verbrannten menschlichen Knochen zusammen mit den ebenfalls verbrannten Grabbeigaben (bzw. deren Resten), der Asche und den Überresten des Scheiterhaufens ohne Urne in einer Grube beigesetzt worden sind.
Brechungsdiphthong, Zwielaut aus altem Kurzvokal in offener Silbe (z. B. ie < i, oa < o, üe < ü).
Bronze, Legierung aus Kupfer und Zinn im Verhältnis 9:1.
Buntsandstein, erdgeschichtliche Phase innerhalb der so genannten Trias, einer Abteilung aus dem Erdmittelalter. Buntsandstein wird in Unteren, Mittleren und Oberen Buntsandstein (Röt) gegliedert. Diese Schichtenfolge ist in Deutschland weit verbreitet, z. B. im Solling und in zahlreichen Regionen Hessens. Charakteristisch hierbei sind rötliche bis braune Sandsteine.
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C
Campan, Schichtenfolge in der Oberkreide-Zeit, von 78 bis 70 Mio. Jahre vor heute.
Charterflugverkehr/Charterverbindung, der Begriff der Charterfluggesellschaft ist rechtlich nicht definiert und stellt einen Teil des Gelegenheitsflugverkehrs dar. Zumeist versteht man hierunter eine Ferienfluggesellschaft, die im Auftrag von Reiseveranstaltern Touristen in Form einer Pauschalreise zu ihren Urlaubszielen befördert. Der Charterverkehr unterliegt nicht den Kriterien der Regelmäßigkeit und der Betriebspflicht. Die meisten Ferienfluggesellschaften führen ihre Flüge allerdings auch nach einem vorher festgelegten Flugplan durch, wovon sie im Gegensatz zu den Linienfluggesellschaften abweichen dürfen. So besteht entsprechend der Buchungslage die Möglichkeit, zusätzliche Flüge durchzuführen oder Start- bzw. Zielflughäfen durch Transitflüge zusammenzulegen. Nicht zuletzt durch den Verkauf von Einzelplätzen ohne Pauschalarrangement ist festzustellen, dass sich die Strategie der Charterfluggesellschaften immer mehr denen der Linienfluggesellschaften angleicht.
Cluster, regionales Netzwerk von Produzenten, Dienstleistern und Institutionen mit gemeinsamen Austauschbeziehungen entlang einer bestimmten Wertschöpfungskette (hier: Forst- und Holzwirtschaft).
colline Lage, Begriff für eine Höhenstufung von 150 bis 300 m Meereshöhe (= Hügelstufe).
Cross-Compliance-Verordnung, Direktzahlungsverpflichtungsverordnung (s. Bundesgesetzblatt Jg. 2004, T. 1, Nr. 58, S. 2778-2784), die gestützt auf die VO (EG) Nr. 1782/03 Einführung einer Betriebsprämie und VO (EG) Nr. 796/04 Durchführungsbestimmungen zum Integrierten Kontrollsystem die Grundlagen regelt, mit der die Grundsätze der Erhaltung landwirtschaftlicher Flächen in einem guten landwirtschaftlichen und ökologischen Zustand definiert und überprüft werden können. Dabei werden auf Betriebsebene die Vorschriften zur Erosionsvermeidung (§2), Erhalt der organischen Substanz im Boden und Schutz der Bodenstruktur (§3), Instandhaltung von Flächen, die aus der landwirtschaftlichen Erzeugung genommen wurden (§4) und Landschaftselemente (§5) jeweils in ihrer gegenseitigen Abhängigkeit der Zielerreichung geprüft. Für diese mehrfache überlappende Prüfung der Gesetzeskonformität der Betriebe hat sich im Behördenjargon der Europäischen Kommission der englische Begriff "cross compliance" eingebürgert.
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D
Daseinsgrundfunktionen, (auch: Grunddaseinsfunktionen), Bezeichnung für die im Rahmen des sozialgeographischen Ansatzes in der Didaktik der Geographie unterschiedenen Bereiche menschlichen Lebens. Auf Partzsch (1964) zurückgehend werden dabei hauptsächlich unterschieden: In Gemeinschaft leben - Sich versorgen - Wohnen - Arbeiten - Sich bilden - Sich erholen - Am Verkehr teilnehmen.
Dauerfrostboden (auch: Permafrost), ganzjährig tief gefrorenes lockeres Oberflächensubstrat oder Festgestein, das nur im Sommer oberflächennah auftaut. Während der Eiszeiten war ganz Deutschland davon betroffen.
Deflation, Abtragung von Boden durch den Wind.
demographischer Übergang/demographische Transformation, die mehr oder weniger regelhafte Entwicklung von hohen Geburten- und Sterbeziffern zu vergleichsweise niedrigen Werten.
Dendromasse, holzartige Biomasse.
Derbholz, oberirdisches Holz mit einem Durchmesser von mehr als 7 cm (ohne Rinde).
Destination, im Tourismus ein von Reisenden/Gästen als geographischer Raum (Stadt, Region, Land) eigenständig wahrgenommenes und aufgesuchtes Reiseziel. Die Destination ist räumlich begrenzt, klar definiert, wird im Wettbewerb als Einheit wahrgenommen und beworben und überschreitet als Zielregion ein kritisches Nachfragevolumen.
Devon, Periode des Erdaltertums nach dem Silur und vor dem Karbon, gegliedert in Unter-, Mittel- und Ober-Devon. Vor 410 - 336 Mio. Jahren.
Diabas, Ergussgestein des Erdaltertums, das u. a. im Rheinischen Schiefergebirge verbreitet ist.
Dinkies, double income, no kids (verheiratet oder unverheiratet zusammenlebende, kinderlose Paare mit zwei Haushaltseinkommen).
Disparitäten, ungleiche Lebensbedingungen innerhalb eines bestimmten Raumes in sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht, z. B. bezüglich der Arbeitsplätze, Dienstleistungen und Infrastruktur.
Doline, (slawisch: dolina = Tal) Schlot-, trichter- oder schüsselförmige Senke, die in Karstgebieten durch Lösungsprozesse im Untergrund entstanden ist. Ihr Durchmesser schwankt meist zwischen zwei und 200 m, kann aber auch mehrere Kilometer aufweisen. Ihre Tiefe reicht von zwei bis zu mehr als 300 m.
Domäne, (lat.-frz. "Herrschaftsgebiet") dem Staate bzw. früher dem Landesherrn gehörende Landgüter.
Doppelradnadel, mittelbronzezeitliches Schmuckstück, zur Frauentracht gehörig.
Drehkreuz, die großen Fluggesellschaften sind dazu übergegangen, ihre Heimatflughäfen, die sich meistens in den Hauptstädten befinden, zu Drehkreuzen bzw. Hubs auszubauen. Ein Hub ist definiert als die zentrale Drehscheibe eines Transfernetzes, über welche koordinierter intra- wie interkontinentaler Umsteigeverkehr einer Airline fließt. Die Neuerung eines Hub-and-Spoke-Systems liegt demnach in der zeitlichen Bündelung von Verkehrsströmen, den Spokes, an einem zentralen Drehkreuz. Die indirekte Verkehrsführung über den Hub und das Zusammenführen verschiedener Quell- und Zielmärkte ermöglichen den Einsatz größerer Flugzeuge, eine höhere Flugfrequenz und die Bedienung von Flughäfen mit geringem Potenzial, welche eine Point-to-Point-Verbindung nicht erlauben würde.
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E
einzelhandelsrelevantes Kaufkraftpotenzial, beschreibt das Nettoeinkommen in einer Stadt/Gemeinde, das für die Verwendung im Einzelhandel zur Verfügung steht.
Einzelhandelszentralität, stellt das prozentuale Verhältnis der Einzelhandelsumsätze einer Stadt zur einzelhandelsrelevanten Kaufkraft dar und ist ein Maß für die zentralörtliche Bedeutung von Städten.
Eisenzeit, nach Stein- und Bronzezeit die dritte große vorgeschichtliche Periode, gekennzeichnet durch allgemeinere Verwendung des Eisens als Werkstoff für Werkzeuge, Waffen und Geräte. Aus den archäologischen Funden ist in Europa auf ein deutliches Zeitgefälle von Südosten nach Nordwesten zu schließen: Während in Griechenland die Eisenzeit um 1.100 B. C. (vor Christi Geburt) einsetzte, geschah dies in Skandinavien erst um Christi Geburt.
Elbgermanen, nach archäologischem Fundgut zusammengestellte germanische Stammesgruppe, die beiderseits der Elbe von der Mündung bis nach Böhmen siedelte.
Elevationswinkel, Neigungs- bzw. Drehungswinkel um eine horizontale Achse.
Ems-Gruppe, jungbronzezeitlicher Grabsittenkreis im westlichen Niedersachsen, den östlichen Niederlanden und Westfalen.
Endmoräne, aus vom Eis mitgeführtem Material bestehender, meist niedriger Wall (vor dem Eisrand), der durch Zusammenschieben dieses Materials (Stauchendmoräne) oder Anhäufung von Sanden, Kiesen und Gesteinen bei Verweilen des Eises an einer bestimmten Stelle (Satzendmoräne) entsteht.
Endneolithikum, letzter Abschnitt der Jungsteinzeit, ca. 2.800 bis 2.200 v. Chr.
Erdwerk, runde oder ovale, meistens große Anlagen mit Gräben und Wällen, mit oder ohne Palisadenreihen. In Mitteleuropa während der Jungsteinzeit weit verbreitet.
Erntefestmeter (Efm), wirtschaftlich nutzbares Volumen des Baumes.
Erosionsbasis, Niveau, bis zu dem die Erosion (Abtragung) durch fließendes Wasser wirken kann. Unterhalb der Erosionsbasis überwiegt die Sedimentation (Ablagerung).
erratischer Block, s. Findling.
Erweckungsbewegung, als Erweckungsbewegung wird innerhalb des reformatorischen Christentums eine Strömung bezeichnet, die die Bekehrung des Einzelnen und die praktische christliche Lebensweise besonders betont. Erweckungsbewegungen gehen davon aus, dass lebendiges Christentum mit der Antwort des Menschen auf den Ruf des Evangeliums zu Umkehr und geistiger Erneuerung beginnt.
ESP, Abkürzung für "emotional selling proposition"; steht im Marketing für ein emotionales Nutzenversprechen, das über Assoziationen des Produkts mit bestimmten Emotionen hergestellt wird und geeignet ist, eine besondere (emotionale) Wirkung des eigenen Produkts (oder Dienstleistung) gegenüber konkurrierenden Produkten herauszustellen.
EUREGIO-Mozer-Kommission, älteste Arbeitsgruppe der EUREGIO. Sie wurde 1971 als sozial-kultureller Arbeitskreis errichtet und später nach ihrem Gründer Alfred Mozer benannt. Ihre Aufgabe ist die Unterstützung der grenzüberschreitenden sozial-kulturellen Aktivitäten in der EUREGIO.
EURES, EURopean Employment Services; Kooperationsnetz, das die Mobilität von Arbeitnehmern im Europäischen Wirtschaftsraum fördert. Zu den Partnern des Netzes gehören öffentliche Arbeitsverwaltungen, Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände. Die Koordination obliegt der Europäischen Kommission.
Europäische Metropolregion Rhein-Ruhr (EMR Rhein-Ruhr), u.a. die Städte Bochum, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Köln und Oberhausen umfassende Region. Neben der EMR Rhein-Ruhr wurden in Deutschland bislang zehn weitere Metropolregionen ausgewiesen, die im Sinne der Raumordnung als wirtschaftliche, soziale und kulturelle Einheit funktionieren und hinsichtlich ihrer Entwicklung eine hohe Bedeutung für Deutschland und Europa haben.
Evaluation, Überprüfung der Effektivität, Erfolgskontrolle von Programmen und Projekten.
Ewigkeitslasten, Kosten aus dem Bergbau, die durch die Wasserhaltung, die Pensionsverpflichtungen und die Bergschadensverpflichtungen entstehen.
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F
Falschfarbkomposite, Darstellungsform zur Visualisierung nicht sichtbarer Spektralbereiche durch die Zuordnung ausgewählter Spektralbereiche zu den darstellbaren Farben der additiven Farbmischung (Rot, Grün und Blau). Z. B. Falschfarbinfrarotdarstellung: Rot = nahes Infrarot, Grün = sichtbares Rot und Blau = Grün.
Faustkeil, paläolithisches Steinwerkzeug, oval bis birnenförmig aus Feuerstein oder Felsgestein, seltener aus organischen Materialien gearbeitet.
Feuerstein-Knollen, Kieselsäure-Knollen, die sich während der Kreidezeit in Ablagerungen des Meeres gebildet haben.
FFH-Gebiet, ein besonderes Schutzgebiet zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Pflanzen von europäischer Bedeutung. Die europäische Kommission hat die Richtlinie Fauna, Flora, Habitate im Jahr 1992 verabschiedet, um ein Netz von solchen Schutzgebieten mit gemeinschaftlicher Bedeutung zu knüpfen.
Fibel, Spange aus Metall für das Verschließen von Gewändern; Funktionsweise ähnlich einer Sicherheitsnadel.
Findling, größerer Stein, der nach seinem Transport im Eis an ortsfremder Stelle beim Abtauen abgesetzt wurde, z. B. Granit aus Schweden auf der Kreide der Münsterländer Tieflandsbucht, oft auch als erratischer Block bezeichnet.
Fjell, skandinavischer Landschaftstyp oberhalb der Waldgrenze. Das F. ist glazial geformt. Typisch ist eine wellige und hügelige Landschaft mit Tundrenvegetation.
Fluchtburg, temporär genutzte Befestigungsanlage, in der zu Notzeiten die Bevölkerung der umliegenden Gegend Schutz suchen konnte.
Flurbereinigung, s. Bodenordnung.
Fossa-Fodina-Areal (FFA-Gebiet), Gebiet mit Bergbaurelikten.
Freilandregen, Niederschlag, der unbeeinflusst durch die Vegetation am Boden gemessen wird.
Fruchtbarkeit, Synonym für Geburtenhäufigkeit.
frühe Bronzezeit, ältester Abschnitt der Bronzezeit, in Mitteleuropa ca. 2.200 bis ca. 1.600 v. Chr. (regional unterschiedlich).
Frühneolithikum, Kulturstufe am Beginn der Jungsteinzeit, in Mitteleuropa etwa 5.500 bis 4.700 B. C. (vor Christi Geburt).
FTP-Server, Server im Internet, mit dem Dateien über das File-Transfer-Protokoll ausgetauscht werden können.
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G
Galeriegrab, Großsteingrab aus senkrecht gestellten, behauenen Steinplatten. In Westfalen vor allem im Gebiet Südostwestfalen bis nach Nordhessen verbreitet.
Gas- und Dampfturbinenkraftwerk (GuD), i. d. R. zwischen 80 MW und 800 MW starke Anlagen, bei denen Gas- und Dampfturbinen die Generatoren antreiben und somit Strom erzeugen. Darüber hinaus gibt es GuD-Kraftwerke, die ihre überschüssige Wärme zum Heizen in ein Fernwärmenetz einspeisen.
Gau (auch: Gäu), im frühen Mittelalter aufgekommene Benennung eines wegen Boden- und Reliefgunst besiedelten Gebietes meist entlang von Flüssen, z.B. Nethegau, oder auf Hochflächen, dort oft als Gäu bekannt, z. B. Strohgäu.
Geest, durch eiszeitliche Ablagerungen (End-, Grundmoränen oder Sandern) entstandener Landschaftstyp in Norddeutschland. Kennzeichnend sind vorwiegend sandige und daher nährstoffarme Böden mit geringer Ertragsfähigkeit.
Gefach, zwischen Fachwerkbalken eingespanntes, lehmbeworfenes Flechtwerk.
Gemme, geschnittener Edel- oder Halbedelstein mit bildlicher Darstellung.
generatives Verhalten, die Gesamtheit der die Geburtenhäufigkeit beeinflussenden gesellschaftlichen und ökonomischen Faktoren.
Geographisches Informationssystem (GIS), hierunter wird ein computerbasiertes Informationssystem verstanden, mit dessen Hilfe raumbezogene Daten digital erfasst und redigiert, gespeichert und reorganisiert, modelliert und analysiert sowie alphanumerisch und graphisch präsentiert werden können.
geokodieren, zuordnen von Bildelementen zum Landeskoordinatensystem.
geologischer Schnitt, Querschnitt durch die obersten Schichten der Erdkruste.
Geschiebe, Steine und große Blöcke, die vom Eis von ihrem Herkunftsgebiet wegtransportiert und andernorts abgelagert worden sind (s. auch Findling).
gewässermorphologischer Zustand, Status Quo eines Fließgewässers hinsichtlich seiner Gestalt. Als Formenkomplexe, die einer Beschreibung der Gewässermorphologie dienen, sind die Linienführung, das Querprofil sowie das Längsprofil zu nennen. Je nach betrachteter Gewässerlandschaft können die natürlichen Ausprägungen der drei Formenkomplexe sehr unterschiedlich sein. Sie werden für Nordrhein-Westfalen mit Hilfe von Fließgewässertypen in so genannten Leitbildern zusammengefasst.
glaziofluviale Kames, geschichtete sandige bis kiesige Ablagerungen des Schmelzwassers des Inlandeises, die in dessen Randgebieten unregelmäßig geformte Hügel bilden.
Gley, ein vom Grundwasser beeinflusster/vernässter Boden; gebildet wird er durch eine Vergleyung, bei der es durch frei bewegliches Grundwasser im Bodenkörper zu Oxidations- und Reduktionsprozessen kommt.
Gorichter, Richter an einem Gogericht. Gogerichte wurden nach der Eroberung Sachsens von den Franken eingeführt und waren Gerichte der niederen Gerichtsbarkeit.
Gräftenhof, bedeutender, landwirtschaftlicher Hof in Einzellage, der mit breiten Wassergräben umgeben ist. Die Gräfte ist eine regionale Bezeichnung. Diese Gräben hatten unterschiedliche Funktionen zum Beispiel zur Abwehr von Feinden oder zur Wasserhaltung bzw. Drainage. Im Münsterland sind Gräftenhöfe verbreitet, jedoch findet man diesen Hoftypus auch in vielen Küstenregionen Nordwesteuropas mit grundfeuchtem, ebenen Charakter.
Grauwacke, bergmännischer Ausdruck für graue bis grünlich graue, stark verfestigte Sandsteine des Erdaltertums, die u. a. im Rheinischen Schiefergebirge verbreitet sind.
Großmotorgüterschiff, ein in der internationalen Binnenschifffahrt weit verbreiteter Schiffstyp. Maximale Maße: 110 m (Länge); 11,40 m (Breite); 2,80 m (Tiefgang); 2100 t (Ladekapazität).
Grundmoräne, das an der Basis eines bewegten Eises aufgenommene, mitgeschleppte und auf seinem Wege irgendwo abgesetzte Material, das aus ungeschichteter, meist schluffiger Grundmasse mit darin unregelmäßig verteilten Steinen besteht.
Grundzentrum, dient den ländlichen Kommunen als Anlaufpunkt für die Versorgung des allgemeinen Bedarfs an Dienstleistungen, Gütern und Infrastruktureinrichtungen.
Grünstein, grünliche, auch durch Verwitterung entstandene Variante des Diabas.
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H
Halterner Sande, ein ca. 770 km2 großes Gebiet im Westmünsterland, das sich über den südlichen Teil des Kreises Borken und den nördlichen des Kreises Recklinghausen erstreckt. Hier wurden während der Oberkreide (vor ca. 75 Mio. Jahren) Fein- und Mittelsande abgelagert, die heute weitgehend unverfestigt und bis zu 300 m mächtig sind.
Hegeringe, Zusammenschlüsse der Jägerschaften auf regionaler Ebene. Zweck der Hegeringe ist die Förderung der frei lebenden Tierwelt im Rahmen des Jagdrechts sowie des Naturschutzes, der Landschaftspflege, des Tierschutzes und des Umweltschutzes.
Heiligungsbewegung, die Heiligungsbewegung legt starken Wert darauf, dass ihre Anhänger eine wirkliche Bekehrung haben und sich in ihrem Leben nach den ethischen Geboten des Christentums richten und möglichst sündenfrei leben. Konkret fand das, je nach Zeitumständen, Ausdruck in Betonung von Evangelisation, Diakonie, Nächstenliebe, Abstinenz.
Hohlwege, Relikte meist alter Wegeverbindungen, bei denen sich die Räder der Fuhrwerke durch die häufige Benutzung in den anstehenden Grund eingegraben und oft tiefe Furchen hinterlassen haben. Heute sind diese Wege stellenweise als muldenförmige "Hohlen" im Gelände erhalten.
Holozän, derzeitige seit rund 10.000 Jahren andauernde Warmzeit, die im Wechsel von Eis- und Warmzeiten die Weichseleiszeit abgelöst hat.
Holz-Erde-Mauer, Befestigungskonstruktion, bei der eine Holzkonstruktion oder Palisade mit einer Erdanschüttung hinterfüllt wurde oder bei der zwei Außenschalen aus Holz eine Erdschüttung als Kern haben.
Homo heidelbergensis, pleistozäne Frühmenschenform, Vorläufer des Neandertalers, benannt nach dem Fund eines Unterkieferfragments im Jahre 1907 in Mauer bei Heidelberg. Der namengebende Fund ist ca. 500.000 Jahre alt.
Horizontastronomie, auf dem Tophorizont der 160 ha großen Halde Hoheward herrschen ideale Bedingungen für die Beobachtung von Sonne, Mond und anderen Gestirnen. Mit der Horizontastronomie sollen das öffentliche Bewusstsein für die elementaren astronomischen Zyklen des Sonnen-, Mond- und Gestirnslaufes geschärft und die astronomische Allgemeinbildung verstärkt werden. Als erstes Element der Horizontastronomie ist die Horizontal-Sonnenuhr mit dem markanten Obelisken errichtet.
Hornblendeschiefer, parallel gerichtetes Gefüge von Gesteinen, die weitgehend aus Hornblende, einer komplex zusammengesetzten Mineralgruppe, bestehen und durch Druck und Temperatur geprägt wurden.
Hügelgräberbronzezeit, s. Mittlere Bronzezeit.
Hybride (= Bastard), Kreuzungsprodukt zwischen zwei verschiedenen, aber nahe verwandten Pflanzen- oder Tiersippen, meist zwischen genetisch nahestehenden Arten aus derselben Gattung. Die Hybriden stehen in ihren äußeren Merkmalen oft zwischen den beiden Elternarten, d. h. sie weisen Merkmalskombinationen von beiden Ausgangsarten auf. Die H. bei den Pflanzen sind meistens unfruchtbar und nicht weiter fortpflanzungsfähig. Im Falle einer Fruchtbarkeit können sie sich jedoch wieder mit den Elternarten kreuzen. H. sind aus evolutionsbiologischer Sicht von hohem Interesse, da aus ihnen oftmals neue, eigenständige Arten entstehen.
hydrochemische Grenzfläche, Grenzfläche zwischen Süßwasser und Sole in einem Aquifer. Der Kalksteinaquifer des Münsterländer Beckens streicht im Norden, Osten und Süden des Beckens offen zutage aus und nimmt dort Süßwasser auf, das nach kurzen Fließwegen und -zeiten in Karstquellen austritt. Es trifft dort an einer hydrochemischen Grenzfläche auf die im gesamten übrigen Kalksteinaquifer des Beckens zirkulierende Sole, so dass u. a. entlang des Hellwegs Süßwasser- und Solequellen in unmittelbarer Nachbarschaft zu beobachten sind.
Hydrogencarbonat, Salze, die sich von der Kohlensäure ableiten. Inhaltsstoff von Mineralwässern, insbesondere, wenn diese Kalkgestein durchlaufen haben. Hydrogenkarbonat kann sich mit Natrium, Calcium und Magnesium verbinden.
hydrogeologisch/Hydrogeologie, Teildisziplin der Geologie. Die Lehre vom Wasser in der Erdkruste und von den Wechselwirkungen zwischen Grundwasser und den Faktoren, die das Grundwasser beeinflussen.
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I
idiographisch, fachliche Zugriffsweise, im Erdkundeunterricht relevanter, aus der Fachwissenschaft abgeleiteter Zugriff auf den fachlichen Gegenstand: Der idiographische Zugriff betrachtet den Raum als einzigartigen Raumausschnitt aus der Erdoberfläche mit einer quasi individuellen Struktur und Entwicklung.
Inlandeis, zusammenhängender, bis wenige tausend Meter mächtiger Eiskörper, in dem sich das Eis von seinem Entstehungsgebiet radial nach außen bewegt; heute noch in Polargebieten vorhanden, während der Eiszeiten ganz Nordeuropa und weite Teile Norddeutschlands überdeckend.
innere Aufstockung, Vergrößerung der Viehbestände eines landwirtschaftlichen Betriebes.
Internationaler Verkehrsflughafen, von der ADV ARBEITSGEMEINSCHAFT DEUTSCHER VERKEHRSFLUGHÄFEN vergebener Status, der besagt, dass der Flughafen in den europäischen Linienflugverkehr eingebunden ist und Linienverbindungen zu den großen Drehkreuzen und anderen nationalen Flughäfen aufweist. Internationale Verkehrsflughäfen besitzen grundsätzlich ein Instrumenten-Landesystem und Flugsicherungsdienste.
INTERREG, Gemeinschaftsinitiative des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) für die Zusammenarbeit zwischen den Regionen der Europäischen Union. Ziel der dritten Auflage (INTERREG-III) ist die Stärkung des wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalts in der Europäischen Union. Gefördert wird die grenzübergreifende, transnationale und interregionale Kooperation.
Interventionspreis, Mindestpreis für Agrarprodukte innerhalb der EU, der den Erzeugern garantiert wird. Fällt der Weltmarktpreis für ein Agrarprodukt (im Bereich Milch: Milchpulver und Butter) unter eine bestimmte Grenze, tritt eine Binnenmarktintervention in Kraft. Die Erzeuger in der EU haben die Garantie, dass ihnen das Produkt zu diesem (über dem Weltmarktpreis liegenden) Interventionspreis abgekauft wird, wenn bestimmte Maximalmengen des vermarkteten Produktes nicht überschritten werden. Sowohl die Interventionspreise als auch die Höchstankaufsmengen sollen allerdings in den nächsten Jahren zurückgeführt werden.
Isoglosse, Linie auf Sprachkarten, die Areale gleicher Wörter oder Laute begrenzt.
Itinerar, Reisebericht, i. d. R. mit Nennung der Stationen entlang des gewählten Weges.
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J
jüngere Bronzezeit, auch Späte Bronzezeit, letzter Abschnitt der Bronzezeit, in Mitteleuropa ca. 1.200 bis ca. 750 v. Chr.
jungmoränal, erst aus der Weichseleiszeit stammend.
Jungneolithikum, vorletzter Abschnitt der Jungsteinzeit, ca. 4.400 bis 3.400 v. Chr.
Jungpaläolithikum, jüngster Abschnitt des Paläolithikums (Altsteinzeit), ca. 35.000 Jahre vor heute bis zum Ende der letzten Eiszeit (ca. 11.700 Jahre vor heute).
Jungsteinzeit, der seit etwa 5.500 vor Christus (in Mitteleuropa) rasch stattfindende Umbruch der Menschheitsgeschichte mit Übergang vom Jäger- und Sammlertum zur Sesshaftigkeit mit Ackerbau und Tierhaltung und der Anlage permanenter Siedlungen.
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K
Kalksteinaquifer, Gesteinskörper aus überwiegend Kalkstein, der geeignet ist, Grundwasser weiterzuleiten und abzugeben. Aquifere werden auch als Grundwasserleiter bezeichnet.
Karbonhorst, das Karbon ist eine erdgeschichtliche Periode mit weltweit entstehenden Kohleflözen. Ein geologischer Horst ist eine von Brüchen begrenzte Scholle, die gegenüber den benachbarten Schollen emporgehoben wurde.
Karolinger, die karolingische Dynastie, benannt nach Karl Martell († 741), geht in ihren Anfängen bis in das 7. Jh. zurück. Jahrhunderte lang bestimmten die karolingischen Könige und Kaiser die Politik des Reiches. Der wohl berühmteste Karolinger, Karl der Große († 814), wurde schon von seinen Zeitgenossen "pater Europae" (Vater Europas) genannt; er legte politische und kulturelle Grundlagen, welche die weitere Geschichte bis heute prägten.
Karren, Kleinform des Karstes, die durch die auslaugende Wirkung ablaufenden Wassers in lösungsfähigen Gesteinen (insbesondere Kalken) entstehen.
Karst, der Begriff ist abgeleitet vom Karstgebirge in Slowenien. Karst umfasst die Gesamtheit aller Formen, die durch Grund- oder Oberflächenwasser in löslichen Gesteinen hervorgerufen werden (z. B. Höhlen, Erdfälle). Karstformen gibt es verbreitet in Kalk- und Gipsgesteinen.
Kaufkraftkennziffer, beschreibt einen Index, der das Nettoeinkommen einer Stadt/Gemeinde in Relation zum Bundesdurchschnitt (= 100) setzt.
Kieselschiefer, vorwiegend aus den Skeletten von Strahlentierchen (Radiolarien) aufgebautes kieseliges Gestein des Erdaltertums, das u. a. im Rheinischen Schiefergebirge verbreitet ist.
Kirchspiel, räumlicher Einzugsbereich einer Kirchengemeinde.
Kleiboden, fruchtbarer Marsch-Boden. Aufgrund seiner hohen Dichte wird er auch für den Bau von Deichen und Dämmen verwendet.
Kokerei, in einer Kokerei werden durch Erhitzen der Kohle auf 900° C bis 1.400° C die flüchtigen Bestandteile freigesetzt. Es entsteht porenhaltiger Koks.
kolluvial, Begriff für durch Abspülung verlagerte und an Bergunterhängen oder in Mulden und Tälern zusammengespülte Böden.
Konfluenz, Zusammenfluss.
Konnexitätsprinzip, nach dem Konnexitätsprinzip muss der auftragende Gesetzgeber als Verursacher (Verursacherprinzip) für den finanziellen Ausgleich der von ihm aufgetragenen Aufgaben sorgen (so genanntes striktes Konnexitätsprinzip), zumindest aber Bestimmungen zur Kostendeckung treffen. Das relative Konnexitätsprinzip (wie in Nordrhein-Westfalen) verpflichtet den Gesetzgeber, bei einer Aufgabenzuweisung eine Regelung hinsichtlich der Kostendeckung zu treffen, ohne jedoch zu einem vollständigen finanziellen Ausgleich zu verpflichten. Das Konnexitätsprinzip schützt damit die Kommunen vor der Übertragung kostenträchtiger Aufgaben, die ihren Finanzspielraum zusätzlich einengen und sie in ihrer durch Art. 28 Abs. 2 GG gewährleisteten Selbstverwaltung einschränken.
Kontamination, Verunreinigung von Boden, Wasser bzw. Luft durch unerwünschte oder schädliche Stoffe.
Kopplungsaktivitäten, resultieren aus der Möglichkeit, innerhalb eines Bezugsraumes Einrichtungen unterschiedlicher Art (z. B. Einzelhandels-, Dienstleistungs- oder Freizeiteinrichtungen) zu nutzen.
Kötter, regionale Bezeichnung für einen Besitzer einer kleinen, landwirtschaftlichen Hofstelle. Die Landausstattung der Kötter war gering. Sie waren daher auf Nebenerwerb bzw. Lohnarbeit angewiesen. Die Bezeichnung ist in Nordwestdeutschland seit dem 15. Jahrhundert üblich. Den Kötterstellen wurden neue Parzellen zugeordnet, zum Beispiel aufgeteiltes Markenland, und sie standen meist in Abhängigkeit zu einem Haupthof.
Kreide (Erdzeitalter), Formation des Erdmittelalters. Die Schichten bestehen überwiegend aus Kalk- und Tongesteinen (ehemalige Meeresablagerungen). Verbreitet sind Kreidegesteine beispielsweise auf der Paderborner Hochfläche.
kretazisch, zeitlicher Begriff für Ablagerungen der Kreidezeit oder Kreideformation (136-65 Mio. Jahre vor heute), den zeitlich letzten Systemen des Mesozoikums, des Erdmittelalters.
Kulturkampf, Konflikt zwischen katholischer Kirche und Bismarck im Deutschen Reich 1872-1878.
Kupolofen, Schachtofen.
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L
La Hougette-Keramik, frühneolithische Keramiktradition, benannt nach dem Fundort La Hougette (Normandie).
Landesentwicklungsplan (LEP), Plan, in dem die Ziele der Landesplanung der Bundesländer formuliert sind. Er beruht auf den Landesplanungsgesetzen der jeweiligen Länder und ist an das Bundesraumordnungsprogramm angelehnt.
Landschaftspark Emscherbruch, ein öffentlich-rechtliches Rekultivierungsprojekt im nördlichen Ruhrgebiet, das ehemalige Industrieflächen und Abraumhalden des Steinkohlebergbaus am Rande der Städte Herten und Recklinghausen zu einer Erholungsparklandschaft neu gestaltet.
Landschaftsverband Westfalen Lippe, höherer Kommunalverband in Nordrhein-Westfalen, getragen durch die 18 Kreise und neun kreisfreien Städte in Westfalen-Lippe, mit übergemeindlichen Dienstleistungen (Soziales, Psychiatrie, Jugend/Schule, Kultur).
Landwehr, mit undurchdringlichem Gebüsch bestandenes Wall-Graben-System, das im Mittelalter ab dem 14. Jahrhundert zum Schutz um das wirtschaftliche Umfeld von Städten, Ämtern und Kirchspielen herum angelegt wurde.
Laserscanning, Abtastverfahren zur Entfernungsmessung zwischen Aufnahmeplattform und Erd- bzw. Objektoberfläche zur Erstellung von Gelände- bzw. Oberflächenmodellen mittels Laserstrahlen.
Last Mile Logistik, im Zentrum des Ruhrgebietes haben sich die Städte Gelsenkirchen, Herne und Herten in der "last mile logistik netzwerk gmbh" zusammengeschlossen, um die gewachsenen Stärken des Standortes für Logistik gemeinsam weiter zu entwickeln. Erste Flächen im Last Mile Logistik Park sind seit wenigen Monaten vermarktungsreif. Da die Logistikbranche hohe Wachstumsraten aufweist, bestehen gute Chancen, zahlreiche neue Arbeitsplätze im Themenfeld "letzte Meile" zu schaffen.
Leichenbrand, Rückstände nach der Verbrennung von Toten, bestehend aus verbrannten und kalzinierten Knochen, die aus der Asche des Scheiterhaufens ausgelesen und bestattet wurden.
Linearbandkeramische Kultur, jungsteinzeitliche Kulturgruppe in Mitteleuropa. Der Name leitet sich von der charakteristischen Verzierung der Keramikgefäße aus Bandmustern mit runden und eckigen Spiralbögen ab.
Linienflugverkehr, Linienfluggesellschaften müssen ihre Flüge öffentlich und regelmäßig anhand eines vorab herausgegebenen Flugplans unabhängig von der Auslastung der Kapazitäten abwickeln. Während der Dauer der Aufrechterhaltung der Strecke ist die Airline zur Beförderung von Personen und Gütern verpflichtet. Die Airlines überzeugen durch ein hohes Service-Angebot und eine tendenziell eher gehobene Preisklasse. Handelt es sich um eine große Airline, so weist diese ein aufeinander abgestimmtes Streckennetz mit Anschlussflügen ab einem Hub (s. Drehkreuz) und einer starken Präsenz im Heimatmarkt auf.
Löss, meist schichtungsloser kaltzeitlicher Absatz von im Wind mitgeführten staubkleinen Quarzkörnern, die sich wegen ihrer gerundeten Oberfläche weich anfühlen, in tieferen Teilen noch kalkhaltig. Lössböden weisen hohe Bodenwertzahlen auf.
Lössgrenze, nördliche Verbreitungsgrenze des Löss.
Low-Cost-Airlines, s. Low-Cost-Flugverkehr.
Low-Cost-Flugverkehr, die Kernidee der Low-Cost-Carrier liegt in der Reduzierung der Kosten durch eine effiziente Durchführung der mit der Leistungserstellung verbundenen Aktivitäten und Strukturen, um die Flugtickets somit zu einem möglichst niedrigen Preis verkaufen zu können. So wird an Bord keine kostenlose Verpflegung angeboten, und man konzentriert sich durch weitgehendes Outsourcing auf die Kernkompetenz des Fliegens. Die Airlines operieren idealerweise auf Kurz- und Mittelstrecken mit einer hohen Auslastung und im Punkt-zu-Punkt-Verkehr. Anstatt der großen internationalen Airports fliegen sie verstärkt kostengünstige Sekundärflughäfen an, die sich oft in peripherer Lage befinden.
Luftreinhalteplan, bei Überschreitung der festgelegten Immissionsgrenzwerte zu erstellen. Er muss u. a. enthalten: Ort des Überschreitens, zuständige Behörden, Art und Beurteilung der Verschmutzung, Ursprung der Verschmutzung, Einzelheiten über mögliche Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität, Angaben zu den bereits vor dem Inkrafttreten dieser Richtlinie durchgeführten Maßnahmen oder bestehenden Verbesserungsvorhaben, Angaben zu den nach dem Inkrafttreten dieser Richtlinie zur Verminderung der Verschmutzung beschlossenen Maßnahmen oder Vorhaben, Angaben zu den geplanten oder langfristig angestrebten Maßnahmen oder Vorhaben (nach Anlage 6 zur 22. BImSchV).
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M
Magmatite, magmatische Gesteine, durch Abkühlung aus Magma entstanden. Magmatite gliedern sich in Plutonite (bei Erstarrung unterhalb der Erdoberfläche) und Vulkanite (bei Erkalten nach Austritt aus der Erdkruste).
Malachit, grünes Mineral mit hohem Kupfergehalt; Dichte zwischen 3,6 und 4,05 g/cm3.
Mall, fußläufig gestaltete, häufig teilüberdachte oder überdachte (und klimatisierte) Einkaufsstraße eines Shopping-Centers mit einer Konzentration von Einzelhandels- und Dienstleistungseinrichtungen.
Massenkalk, ungeschichteter, massiger, häufig höhlenreicher Kalk des Paläozoikums und Mesozoikums.
Mayener Basalt, Lavagestein aus der Eifel, aufgrund seiner Härte und Abriebfestigkeit bevorzugtes Material für Mühlsteine, um den Anteil an Gesteinsgrus im Mehl zu reduzieren.
Medianwert, der Medianwert einer Stichprobe ist der Beobachtungswert, bei dem die Hälfte der Beobachtungen kleiner (oder gleich) und die andere Hälfte größer (oder gleich) ist.
Megalithkultur, (griechisch: megas = groß / lithos = Stein) globale Großsteinkultur, in Mitteleuropa geprägt durch 6.000 bis 3.500 Jahre alte neolithische (jungsteinzeitliche; 5.500 bis ca. 2.000 v. Chr.) und bronzezeitliche (2.000 bis 750 v. Chr.) Megalithbauten, und zwar Großsteingräber, Menhire (men = Stein, hir = groß/heilig), Menhirringe und Menhirreihen. Diese sind teilweise atronomische Messanlagen wie die älteren neolithischen, durch Erdwälle / Palisaden gekennzeichneten Kreisgrabenanlagen und spätere eisenzeitliche (750 bis 15 v. Chr.) Anlagen (z. B. an den Externsteinen). Vorläufer der neolithischen Megalithkultur sind pläolithische (altsteinzeitliche) Großskulpturen mit zwar überwiegend natürlichen, aber teilweise bearbeiteten Felskonturen (z. B. an den Externsteinen und den Bruchhauser Steinen im Sauerland).
mesoklimatisch, ausgewählte Klimagrößen über räumliche Entfernungen zwischen 2 und 20 km "geglättet" betrachtend.
Mesolithiker, Menschen auf der Kulturstufe der Mittelsteinzeit, die der Jungsteinzeit vorausging.
Mesolithikum, erste holozäne Zeitstufe nach Ende der Eiszeit, ca. 10.000 v. Chr. bis ca. 5.500 v. Chr. (endet regional unterschiedlich).
Metamorphite, durch Metamorphose entstandene bzw. umgewandelte Gesteine. Voraussetzung sind hohe Temperaturen und Drucke, um das Ausgangsgestein physikalisch und chemisch zu verändern.
Michelsberger Kultur, jungneolithische Kulturgruppe, benannt nach dem Michelsberg bei Bruchsal (Baden-Württemberg).
mikroklimatisch, klimatische Standort-Besonderheiten über räumliche Entfernungen zwischen etwa 200 m und 2 km "ungeglättet" betrachtend.
Mikrolithen, Kleingeräte aus Kieselgesteinen (in der Regel Feuerstein), die als Schneiden von Kompositgeräten (z. B. Sicheln) oder als Pfeilspitzen dienten.
Mikrometer (µm), 1 µm = 0,001 mm.
Milchquotenregelung, um Überschüsse in der EU-Milcherzeugung ("Milchseen", "Butterberge") zu vermeiden, trat 1984 die europäische Milchmengenregelung in Kraft. Jedem einzelnen Milcherzeuger ist eine bestimmte Höchstmenge ("Milchquote") der Milchanlieferung zugewiesen. Will er mehr anliefern, muss er z. B. einem anderen Erzeuger, der seine Quote nicht ausschöpft, Anteile abkaufen. Wird die Milchquote trotz der Quotenregelung übererfüllt, ist eine so genannte "Superabgabe" fällig. Nach einem EU-Ratsbeschluss von 2004 beträgt für Deutschland die maximale Gesamt-Anlieferungsmenge ab 2008 jährlich 28,28 Mio. kg Milch (vorher 27,86 Mio. kg). Die EU beabsichtigt, die Milchquoten zu erhöhen und die Beschränkungen dann (ab 2015) ganz aufzuheben.
Mittellast, Tageszeiten, an denen über die Grundlast (= niedrige Netzbelastung) hinaus zusätzlicher Strom verbraucht wird.
Mittelneolithikum, mittlerer Abschnitt der Jungsteinzeit, ca. 4.900 bis 4.400 v. Chr.
Mittelpaläolithikum, mittlerer Abschnitt des Paläolithikums (Altsteinzeit), ca. 200.000 bis 35.000 Jahre vor heute.
Mittelsteinzeit, s. Mesolithikum.
mittlere Bronzezeit, mittlerer Abschnitt der Bronzezeit, in Mitteleuropa durch Bestattungen in Grabhügeln gekennzeichnet, daher häufig auch als "Hügelgräberbronzezeit" bezeichnet, ca. 1.600 bis ca. 1.200 v. Chr. (regional unterschiedlich).
Miniergänge, von Larven in Pflanzenteilen (zumeist Blättern) angelegte Fraßgänge.
Modal Split, der Modal Split stellt die Verteilung eines Transportaufkommens auf verschiedene Verkehrsträger (Modi) dar. Eine andere Bezeichnung ist im Personenverkehr die Verkehrsmittelwahl.
Mofette, gasförmige Austrittstelle von Kohlendioxid mit relativ niedrigen Temperaturen. Es handelt sich um vulkanische "Nachklänge".
Montanindustrie, Betriebe der eisenerzeugenden und eisenverarbeitenden Industrie und des Bergbaus.
Moor, zu den wichtigsten Moortypen in Deutschland zählen die Niedermoore, Übergangsmoore und Hochmoore. Niedermoore: Niedermoore entstehen vielfach aus verlandeten Seen oder feuchten Senken. Sie sind nährstoffreich, weil sie im Einflussbereich des Grundwassers liegen. Die relativ hohen Nährstoffgehalte und pH-Werte zwischen 4,5 und 7,5 bedingen ein recht artenreiches Pflanzenspektrum. Niedermoore werden auch unter den Begriffen "Sümpfe" und "Riede" gefasst. Übergangsmoore: Sie bilden Übergangsstadien zwischen Niedermooren und Hochmooren mit Pflanzenarten aus beiden Biotoptypen. Hochmoore: Hochmoore sind durch kompakte, schwammartige Torfmoospolster und Zwergstrauchbulte gekennzeichnet. Ihre Wasser- und Nährstoffversorgung erfolgt ausschließlich über den Niederschlag. Sie sind daher extrem nährstoffarm und weisen sehr niedrige pH-Werte von 2,5 bis 3,5 auf. Unter solch extremen Standortbedingungen können nur einige wenige Spezialisten leben wie beispielsweise die anspruchslosen Torfmoose oder die Moorameise.
Muschelkalk, die mittlere Abteilung der so genannten Germanischen Trias aus dem Erdmittelalter. Die Gesteine bilden an der Grenze zwischen den klüftigen Schichten des Unteren Muschelkalks und dem tonigen Oberen Buntsandstein (Röt) einen bedeutenden Grundwasserhorizont.
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N
Nanometer (nm), 1 nm = 0,000001 mm.
Neandertaler (auch: Homo neanderthalensis), pleistozäne Frühmenschenform, benannt nach Skelettfunden im Jahre 1856 in der Kleinen Feldhofer Grotte im Neandertal zwischen Mettmann und Erkrath (Nordrhein-Westfalen). Vorkommen von ca. 130.000 bis 30.000 Jahre vor heute, der namengebende Fund ist ca. 42.000 Jahre alt.
Neolithikum, s. Jungsteinzeit.
Neozoon (Plur. Neozoa, Neozoen), Neubürger in der Fauna eines Gebietes, das unter direkter oder indirekter Mithilfe des Menschen erreicht und besiedelt wurde.
nomothetisch, fachliche Zugriffsweise, im Erdkundeunterricht relevanter, aus der Fachwissenschaft abgeleiteter Zugriff auf den fachlichen Gegenstand: Der nomothetische Zugriff zielt auf die Erfassung allgemeingeographischer Gesetzmäßigkeiten mit dem Ziel der Entwicklung von Modellen und Theorien.
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O
Oberkreide, geologische Epoche der Kreidezeit von 100 bis 65 Mio. Jahren vor heute. Die Obere Kreidezeit gliedert sich grob in die Stufen des Cenoman, Turon und Senon. Das Senon datieren wir seit 90 Mio. Jahren und gliedern es in die Phasen des Coniac, Santon, Campan und Maastricht. Letztere endet vor 65 Mio. Jahren.
Observanten, die O. gehören zu einer Reformbewegung der Franziskaner. Sie zeichnen sich durch eremitische Armut aus und verfolgen die strenge Einhaltung der authentischen Ideale des Hl. Franziskus von Assisi (1181/82-1226).
Okklusion, Front, die durch die Vereinigung einer Kaltfront mit einer Warmfront entsteht. Im Reifestadium eines Tiefdruckgebietes kommt es zur Bildung einer Okklusion, da die Kaltfront schneller wandert als die vorlaufende Warmfront. Die zwischen beiden Fronten liegende Luft wird eingeschnürt und angehoben. Dadurch bedingte Kondensation führt zu Wolkenbildung und Niederschlag.
Oligopol, eine Marktform mit nur wenigen Anbietern und vielen Nachfragern. Ein Beispiel dafür ist der deutsche Strommarkt, den z. Z. lediglich vier große Netzbetreiber (EnBW, E.ON, RWE und Vattenfall) unter sich aufteilen.
oligotroph, (griechisch: oligotrophos = wenig nährend) nährstoffarm.
opak, undurchsichtig.
Orthophoto (digital), ein durch Differentialentzerrung verändertes digitales Luftbild, das geometrisch (weitgehend) einer orthogonalen Projektion abgebildeter Objekte auf eine Bezugsfläche, z. B. einem digitalen Höhenmodell der Erdoberfläche und auf ein übergeordnetes geodätisches Bezugssystem bzw. einen Kartennetzentwurf, entspricht (vgl. DIN 18740-3).
Ostsauerländer Sattel, Hebungsachse des Gebirges während des Erdaltertums im östlichen Sauerland.
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P
Paderborner Gruppe, mittelbronzezeitlicher Grabsittenkreis in Ostwestfalen.
Paläolithikum, Altsteinzeit. Zeit der eiszeitlichen Jäger und Sammler mit dominanten Geräten aus Stein, in Mitteleuropa von ca. 1.000.000 bis 8.000 v. Chr. (älteres P.: bis ca. 100.000 v. Chr., mittleres P.: bis ca. 30.000 v. Chr., jüngeres P. mit anschließendem Mesolithikum (Mittel-Steinzeit der nacheiszeitlichen Jäger und Sammler): bis ca. 5.500 v. Chr.).
Paläozoikum, Erdaltertum. Bezeichnung für die Altzeit der Entwicklung des Lebens auf der Erde. Dieser Zeitabschnitt umfasst die Formationen Kambrium, Silur, Devon, Karbon und Perm.
palatal, am vorderen Gaumen gebildeter heller Laut.
panorthodox, alle orthodoxe Kirchen betreffend.
Parabraunerde, mäßig saurer bis saurer verbraunter Boden mit Tonmineralienverlagerung vom Ober- in den Unterboden. Dieser Vorgang wird auch als Lessivierung bezeichnet. Die beiden typischen Horizonte der Parabraunerde sind der aufgehellte A-Horizont und der dichte, mit Ton angereicherte B-Horizont. Stark versauerte Braunerden werden auch als Fahlerden bezeichnet.
Paramente, Gewänder und Textilien für die kirchliche Liturgie.
Patrozinium, Schutzherrschaft eines/r Heiligen über die ihm/ihr geweihte Kirche oder Altar.
Pauschalreiseverkehr, unter einer Pauschalreise versteht sich der Verkauf eines kompletten Reisepakets aus Flug, Transfer, Unterkunft und eventueller Zusatzleistungen wie Mietwagen über einen Reiseveranstalter. Verschiedene Fluggesellschaften sind neben dem Einzelplatzverkauf im Pauschalreiseverkehr tätig, indem sie ihre Kapazitäten über Reiseveranstalter und Reisebüros vermarkten.
Pendlersaldo, Differenz zwischen Einpendlern (Auswärtigen, die im Ort arbeiten) und Auspendlern (Ortsansässigen, die zur Arbeit eine andere Gemeinde aufsuchen).
perennierend, ständig fließend.
periglaziale Solifluktion, Bodenfließen in der sommerlichen Auftauzone eiszeitlicher Frostböden.
Periglazialgebiet, die Region, welche während einer Eiszeit nicht vom Gletschereis und den Inlandgletschern überfahren wurde, die aber unmittelbar an die Eismassen angrenzte. Dadurch war dieses Gebiet zwar eisfrei, unterlag aber einem kühleren Klima und einem permanent gefrorenen Boden (Permafrost).
Pfostenschlitzmauer, Mauerkonstruktion, bei der die vorderste Front als Trockenmauer ausgeführt ist, in der heute "Schlitze" (Aussparungen für hölzerne Pfosten) zu sehen sind; vor allem bei eisenzeitlichen Wallburgen bekannt.
Phänologie, (griechisch "Erscheinungslehre") analysiert und interpretiert die Eintrittszeiten alljährlich wiederkehrender Erscheinungsbilder ausgewählter Pflanzen (wie auch des Tierlebens) in Abhängigkeit von Klima und Boden.
pH-Wert, Maßeinheit, mit der die Wasserstoff-Ionenkonzentration einer Lösung angegeben wird (vereinfacht). Die Abkürzung stammt aus dem französischen Ausdruck pouvoir hydrogene ("Wasserstoffkraft"), oft wird auch das Neulateinische potentia (= Wirksamkeit) hydrogenii (Hydrogenium = Wasserstoff) angegeben. Die pH-Skala reicht von 0 - 14. Als neutral bezeichnet man eine Lösung von pH 7, für Säuren liegt das pH zwischen 0 und 7, für Laugen zwischen 7 und 14. Niemand macht sich die Mühe, neutrales Wasser als solches mit 1/10000000 g Wasserstoff-Ionen pro Liter oder 10-7 zu bezeichnen. Das Kürzel pH 7 beinhaltet demnach eine Zahl mit 7 Nullen, pH 6 mit 6 und pH 5 mit 5 Nullen. Zu beachten ist, dass 1/100000 zehnmal mehr ist als 1/1000000; eine Säure mit pH 5 ist also zehnmal stärker als eine solche mit pH 6 und hundertmal stärker als eine Lösung mit pH 7. Der pH-Wert entspricht also dem negativen dekadischen Logarithmus der Wasserstoff-Ionenkonzentration.
Pingen, trichter- oder grabenförmige Tagebaue.
Pingenzug, lineare Anordnung von trichterförmigen Tagebauen.
Plaggenstich, Ausstechen durchwurzelter Oberbodenquader aus Heidekraut als Streu für die Ställe, als Baumaterial oder zum Heizen.
planare Lage/Stufe, Begriff für eine Höhenstufung von Meeresniveau bis etwa 150 m Meereshöhe (= Tiefebene).
Pleistozän, Eiszeitalter, seit etwa 2,3 Mio. Jahren vor heute bis etwa 10.000 Jahren vor heute, als das Holozän (die Nacheiszeit) begann.
Pochwerk, wasserradbetriebene Zerkleinerungsmaschine, deren Stempel Erzbrocken zu feinem Pulver zerstoßen.
Podsolböden, bei hohen Niederschlägen und niedrigen Jahrestemperaturen vorwiegend in der kühlgemäßigten Klimazone entstandene Böden mit aschgrau entfärbtem Oberboden und aus quarzreichen Gesteinen (Sandsteine u. a.) hervorgegangen.
Primärenergieträger, natürliche Rohstoffe, deren gespeicherte Energie in Nutzenergie (z.B. Strom, Benzin, Fernwärme = "sekundäre Energien") umgewandelt werden kann.
Produktivität, Ertrag je Aufwandseinheit. In der Landwirtschaft wird unterschieden nach Arbeitsproduktivität = Ertrag je Arbeitskraft, Flächenproduktivität = Ertrag je ha landwirtschaftlich genutzter Fläche und Rentabilität = Verzinsung des eingesetzten Kapitals.
Produktlinie, eine Gruppe von Produkten (Dienstleistungen), die am Markt zusammen angeboten werden, weil sie für den gleichen Zweck Alternativen darstellen (z. B. Güte, Preis) oder miteinander verbunden sind (funktionell, thematisch).
protoindustriell, Proto-Industrialisierung bedeutet so viel wie "Vor-Industrialisierung". Gemeint ist damit ein Prozess, der teilweise schon im 15. Jh. einsetzte. In dieser Zeit begannen ländliche Bewohner, Güter (v. a. Textilien) für den Export dezentral auf dem Land herzustellen. Mit steigender Nachfrage entwickelte sich vielerorts eine Marktproduktion. Folglich entstand eine ländliche Hausindustrie, die noch nicht von Maschinen, aber auch nicht mehr von der Landwirtschaft bestimmt war.
Provinz- / Bezirkshauptstadt, in Deutschland z. B. Kreisstadt, Sitz eines Regierungsbezirkes oder Landeshauptstadt.
Provinzialverband Westfalen, Vorläufer des Landschaftsverbandes Westfalen Lippe.
Pseudogley, Bodenklasse der grundwasserbeeinflussten Böden. Der Grundwasserspiegel steigt nur kurzfristig bis etwa 40 Zentimeter unter Flur und erzeugt einen rostfleckigen Grundwassersenkenhorizont. Vermittelt zu echten Gleyböden.
Public Private Partnership (PPP), Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Hand und privaten Akteuren.
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Q
quartäre Zeit/Quartär, jüngster Abschnitt der Erdgeschichte, der die letzten 2,4 Mio. Jahre umfasst und der durch kühles Klima mit mehreren langen Kaltzeiten gekennzeichnet ist (Pleistozän). Die letzten 10.000 Jahre nach der letzten Eiszeit werden als Holozän bezeichnet.
quartärer Sedimentationskörper, seit dem Beginn der Eiszeit(en) im Allgemeinen nicht mehr verfestigte erdgeschichtliche Ablagerungen.
quartärer (Wirtschafts-) Sektor, Dienstleistungsaktivitäten, für deren Ausübung höhere Ausbildung und Schulung erforderlich sind und die z. T. einen großen Beitrag zu Entscheidungsprozessen leisten (z. B. Einrichtungen der Regierung und öffentlichen Verwaltung, gehobene personenbezogenen Dienstleistungseinrichtungen wie Ärzte, Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer etc.).
Quarzite, vorwiegend aus Quarz bestehende, zumeist durch Druck und Temperatur beeinflusste harte, splittrige Gesteine.
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R
Radarvermessung, Abtastverfahren zur Entfernungsmessung zwischen Aufnahmeplattform und Erd- bzw. Objektoberfläche zur Erstellung von Gelände- bzw. Oberflächenmodellen mittels Radarstrahlen.
Rasterweite, Abstand der Rasterpunkte in einem digitalen Bild bzw. Abstand der Höhenpunkte in einem rasterförmigen Gelände- bzw. Oberflächenmodell.
Raugerinne-Beckenpass, naturnahe Fischaufstiegshilfe.
Reform des Staatsangehörigkeitsrechts 1999, seit dem 1. Januar 2000 erwerben in Deutschland geborene Kinder, deren beide Elternteile noch Ausländer sind, kraft Gesetzes mit der Geburt neben der Staatsangehörigkeit ihrer Eltern die deutsche Staatsangehörigkeit. Damit ist eine Unterscheidung zwischen deutschen und Ausländern in Bevölkerungsprognosen nicht mehr sinnvoll möglich.
Refugialraum, im Gegensatz zum Periglazialgebiet eine Region in Eisrandlage, wo die Temperaturen für die höheren Pflanzen so günstig waren, dass sie dort während der Eiszeit überleben und überdauern konnten.
Regionaler Verkehrsflughafen, von der ADV ARBEITSGEMEINSCHAFT DEUTSCHER VERKEHRSFLUGHÄFEN vergebener Status, der besagt, dass der Flughafen zwar planmäßige Linien- und Touristikflüge aufweisen kann, der jedoch zu einem Großteil mit kleinen Flugzeugen zwischen Regionalflughäfen stattfindet. Regionale Verkehrsflughäfen müssen kein Instrumenten-Landesystem vorweisen. Der Begriff "Regionalflughafen" ist juristisch nicht definiert.
Regionalisierung, Übertragung der Zuständigkeit für die Planung, Koordinierung, Leistungsbestellung und Leistungskontrolle vom Bund auf regionale Gebietseinheiten.
Regionalverband Ruhr (RVR), der Regionalverband Ruhr (früher: Siedlungsverband Ruhrkohlenbezirk bzw. Kommunalverband Ruhrgebiet) ist seit 1920 der älteste Zusammenschluss von Kommunen im Bundesgebiet.
Re-Immigration, Rückwanderung.
religiöse Kleindenkmäler, religiöse Kleindenkmäler traditioneller Art sind: Wegekreuze, mit und ohne Korpus, aus Holz oder Stein. Sie stehen außerhalb eines Gebäudes: an der Außenwand eines Hauses, an der Hofzufahrt, an Straßen und Wegen in Siedlungen und im Offenland, am Waldrand oder weithin sichtbar auf Erhebungen. Bildstöcke sind vertikal mehrteilige Baulichkeiten aus Sockel, Schaft und Aufsatz, nicht selten mit einem Abschluss versehen, z. B. mit einem Dach. Der Aufsatz kann eine Platte mit Halbrelief oder ein einseitig offenes Gehäuse mit einer Vollplastik enthalten. Heiligenhäuschen werden in mancher heimatkundlichen Literatur nicht von Bildstöcken unterschieden. In der vorliegenden Veröffentlichung wird als Heiligenhäuschen bezeichnet: eine Baulichkeit, dessen Wände vom Erdboden oder Sockel ausgehend - anders als beim Bildstock - ungegliedert ein Gehäuse mit offener Schauseite bilden. Es enthält in der Regel ein Bild oder eine Figur. Die Wegekapelle kann wie das Heiligenhäuschen aussehen, aber man kann in sie hineingehen. Sie enthält häufig einen Altartisch mit Kreuz oder Figur und manchmal auch eine Kniebank. Es gibt außerdem kleine, geschlossene Wegekapellen. Freiplastiken stellen Christus oder Heilige dar und stehen ohne ein schützendes Gehäuse auf einem Sockel oder in der Außennische einer Hauswand, im Fall des Hl. Johannes Nepomuk auch auf einem Brückengeländer (Märtyrertod durch Ertrinken). Grotten erinnern an eine große Felsnische bei Lourdes in den französischen Pyrenäen. Die beteiligten Personen der Ereignisse um 1858 werden als Figuren dargestellt: Maria und oft auch Bernadette Soubirous.
Rennfeuerverfahren, Verhüttungsmethode, bei der in von Hand errichteten einfachen Schachtöfen mit einer Wandung aus Lehm in Lagen Erz und Holzkohle eingefüllt wurden. Durch die Befeuerung mit Holzkohle waren Temperaturen bis ca. 1.300 °C möglich, bei denen Schlacke (als Abfallprodukt) und Luppe (schlackehaltige, schwammartige Eisen- oder Weichstahlklumpen) entstanden.
Residualtone, Resttone.
Retentionsräume, (lateinisch: Retentio = Zurückhalten) gewässernahe Flächen (Auen), die aufgrund ihrer Lage und der Beschaffenheit des Untergrunds als Rückhalteflächen u. a. bei Hochwasser fungieren. Fehlen diese natürlichen, unverbauten Flussauen, können Starkregenereignisse zu einem veränderten Wasserabfluss und Überschwemmung von angrenzenden Siedlungsbereichen führen. Falsche Siedlungsentwicklung und begradigender Flussausbau haben zu den bekannten katastrophalen Überschwemmungen geführt.
Riffkalke/Riffkalkstein, Kalke, die in Meeresriffen von Korallen aufgebaut wurden.
römische Kaiserzeit, frühgeschichtlicher Zeitabschnitt, ca. 12 v. Chr. bis ca. 375 n. Chr.
Rössener Kultur, mittelneolithische Kulturgruppe, benannt nach dem Fundort Rössen bei Leuna (Sachsen-Anhalt).
Röt, oberer Buntsandstein. Eine erdgeschichtliche Abteilung der so genannten Germanischen Trias, einer Gesteinsserie aus dem Erdmittelalter. Die Schichten des Röt sind überwiegend tonig ausgebildet und stellen einen bedeutenden Grundwasserstauer dar.
Ruderalstellen, nährstoffreiche offene und gestörte Standorte (Industriebrachen, Schutt- und Mülldeponien).
Rundholz, auf bestimmte Längen quer zur Faser gesägte Holzstämme als Rohstoff für die Holzwirtschaft.
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S
Saale-Kaltzeit / -Eiszeit, vorletzte große Eiszeit in Nord- und Mitteleuropa, die um 230.000 vor heute begann und ca. 130.000 vor heute endete.
Säkularisation/Säkularisierung, Einziehung kirchlicher Hoheitsrechte und Vermögenswerte durch den Staat. Nach dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 wurden Preußen Entschädigungen aus kirchlichem Besitz rechts des Rheins für die linksrheinischen, an Frankreich verlorenen Gebiete zugesprochen. Damit wurden ab 1804 die Hoheitsrechte zahlreicher Bistümer, Abteien und Klöster aufgehoben.
Schengener Abkommen, 1985 unterzeichnete Vereinbarung mehrerer europäischer Staaten zum Abbau der Personenkontrollen an den Binnengrenzen zwischen den Vertragsparteien. Die Inkraftsetzung fand am 26.03.1995 statt.
Schichtrippe, in durch Gebirgsbildung etwa senkrecht aufgerichteten Sedimentgesteinen nach einer intensiven Abtragung als steilrandiger Rücken erhalten gebliebenes, besonders resistentes Schichtglied.
Schichtstufenlandschaft, weit verbreiteter geomorphologischer Landschaftstyp, der sich aus einer Abfolge von Geländestufen zusammensetzt, die voneinander durch geotektonisch bedingte Dachflächen meist geringer Neigung getrennt sind.
Schledden, regionale Bezeichnung für die vom Haarstrang nach Norden in die Westfälische Bucht verlaufenden Täler, die in Schichten aus Kalkstein verlaufen und wegen Lösungsprozessen im Untergrund (Karst) nur episodisch Wasser führen.
Schlüssellochgraben, schlüssellochförmige Grabenanlage um einen Grabhügel, bestehend aus einem Kreisgraben und einem rechteckigen oder trapezförmigen Annex vor dem Grabhügel; Charakteristikum der jungbronzezeitlichen Ems-Gruppe.
Schubverband, besteht aus einem oder mehreren Schiffsgefäß(en) ohne eigenen Antrieb sowie einem Schubboot, das die starr zusammengekoppelte Formation vor sich herschiebt.
Schwarztorf, als Schwarztorf bezeichnet man den tiefer anstehenden, stärker zersetzen Sphagnumtorf (H 6-10).
Sedimentdynamik, Transportverhalten von Ablagerungen aus Ton, Schluff, Sand und Kies, das sich zeitlich und räumlich von Ablagerung zu Abtrag ändern kann.
Sedimentgesteine, durch hohen Druck verfestigte Ablagerungen an der Erdoberfläche.
Segregation (soziale), beschreibt das Ausmaß der disproportionalen (ungleichen) Verteilung und Trennung von Bevölkerungsgruppen oder sozialen Schichten in Bezug auf räumliche Teileinheiten der Stadt.
Siechenhaus, Haus, in dem im Mittelalter ansteckend Kranke, so genannte Aussätzige, untergebracht wurden. Wegen der Ansteckungsgefahr befanden sich diese caritativen Einrichtungen außerhalb der Ortschaften, aber immer entlang von Straßen, um den Bewohnern das Betteln an belebten Wegen zu ermöglichen.
Sögel-Typ, mittelbronzezeitliche Schwertform, benannt nach dem Fundort Sögel (Niedersachsen); als Grabbeigabe kennzeichnend für den Sögel-Wohlde-Kreis.
Sögel-Wohlde-Kreis, mittelbronzezeitlicher Grabsittenkreis in Nordwestdeutschland.
Solitärstadt, bezeichnet im Sinne der Raumforschung die Kernstadt einer einpoligen Stadtregion, die Funktionen eines Ober- oder Großzentrums für ein weites Umlandgebiet wahrnimmt. Sie ist in ihrem örtlichen Verflechtungsbereich (zumeist planlos) über die Stadtgrenzen hinausgewachsen und bestimmt als Kernstadt einer städtischen Agglomeration die Entwicklung ihres regionalen Verflechtungsbereiches. Sie benötigt den regionalen Verflechtungsbereich auch als Ergänzungs- und Entwicklungsraum (z. B. Einkaufsbeziehungen). (nach G. Müller (ca. 1970): Der Raumbedarf von Solitärstädten, ermittelt aus ihren Verflechtungsbeziehungen - untersucht und dargestellt am Beispiel der Städte Aachen, Hamm, Münster und Siegen. München)
solitäres Verdichtungsgebiet, laut Landesentwicklungsplan I/II des Landes NRW (1995) die räumlich isoliert im so genannten ländlichen Raum gelegenen Verdichtungsgebiete Münster, Bielefeld, Paderborn und Siegen (s. auch Solitärstadt).
Sparganophyllumkalk, ein aus der Koloniekoralle Sparganophyllum aufgebauter Riffkalk.
Spitzenlast, die vorübergehend auftretende hohe Energienachfrage im Stromnetz. Dieser Bedarf wird mit Spitzenlastkraftwerken, die schnell regelbar sind und innerhalb kurzer Zeit viel Strom erzeugen können, gedeckt.
Städteranking, Städtevergleich auf der Basis "harten" Kennziffern und Umfrageergebnissen, der in einer Rangliste der Städte mündet.
Steinkistengrab, s. Galeriegrab.
Steinzeit, Zeitabschnitt der Menschheitsgeschichte vor der technischen Nutzung von Metallen. Die Steinzeit gliedert sich in das Paläolithikum (= Altsteinzeit; ab 2,5 Mio. Jahre B. C.), Mesolithikum (= Mittelsteinzeit; ab 8.000 Jahre B. C.) und Neolithikum (= Jungsteinzeit; ab 5.500 Jahre B. C.), wobei die zeitliche Abgrenzung dieser Stufen regional schwanken.
Strontium-Isotopen-Analyse, naturwissenschaftliches Messverfahren zur Analyse des Migrationsverhaltens bzw. der Herkunft von Menschen. Strontium wird abhängig vom geographischen Ort in unterschiedlichen Isotopenverhältnissen mit der Nahrung aufgenommen und in Knochen und Zähnen eingelagert. Es wird im Körper ebenso wie Calcium zum Aufbau von Knochen und Zähnen verwendet. Da die Entwicklung der Zähne im Kindesalter abgeschlossen wird, ist an der Strontium-Isotopen-Signatur feststellbar, auf welchen Böden und in welchen Höhenlagen eine Person aufgewachsen ist.
suburban, mit diesem Begriff wird das städtische Umland beschrieben, das durch Bevölkerungszuwachs aus der Kernstadt, dem ländlichen Raum und anderen Regionen sowie der Ansiedlung von Produktion, Handel und Dienstleistungen einen Bedeutungszuwachs erhielt.
Süderbergland, umfasst als Teil des Rheinischen Schiefergebirges das Bergische Land, Sauerland und Siegerland.
Sukzession, natürliche zeitliche Abfolge von Entwicklungsstadien eines Lebensraumes.
Sulfat, Salz der Schwefelsäure. In Mineralwässern sind Sulfate häufig vorhanden. Sie haben anregende Wirkung auf Gallenfluss und Verdauung.
Suspensionsanteil, kleine feste Bestandteile, insbesondere Schluff und Ton, die im Karstwasser aufgeschwemmt sind.
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T
Tertiär, warmer Zeitabschnitt der Erdgeschichte, der dem Quartär vorausging und der vor 65 Mio. Jahren begann und vor 2,4 Mio. Jahren endete.
thermophile Arten, wärmeliebende Arten.
Torfmoose (auch: Sphagnen), sie sind eine von drei Unterklassen der Laubmoose aus der Abteilung der Moose. Global gibt es ca. 150 - 200 unterschiedliche Arten. In Deutschland existieren ca. 35 verschiedene. Durch die Zerstörung der zumeist sauren und nährstoffarmen Lebensräume sind die Torfmoose stark gefährdet und teilweise in deutlichem Rückgang begriffen.
Tourismusförderung, Aufgabenbereich der (kommunalen) Wirtschaftsförderung. Sie strebt den Ausbau und die Optimierung der Tourismusinfrastruktur an (Standortfaktoren), die Bestandspflege und Ansiedlung touristisch relevanter Unternehmen (z.B. Gastronomie, Beherbergung), die touristische Angebotsentwicklung, touristische Profilbildung und Vermarktung zur Steigerung der Gästeankünfte und Nutzung der Infrastruktur.
Trading-Down-Effekte, (Trading-Down i. S. v. Abwertung) Auftreten von Billiganbietern sowie discount- und fachmarktartig geführten Kettenläden; auch Leerstände in der Innenstadt als Reaktion auf die Veränderung der Besucherstrukturen und -nachfrage.
Trias, Zeitabschnitt der Erdgeschichte zwischen etwa 245 und 200 Mio. Jahren vor heute. Sie ist die älteste Periode des Mesozoikums (Erdmittelalter).
Trichterbecherkultur, jungneolithische Kulturgruppe, benannt nach einer ihrer typischen Keramikformen.
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U
ubiquitär, allgegenwärtig, überall verbreitet.
Uferfiltrat, Wasser aus einem oberirdischen Gewässer, das durch das Gewässerufer oder die Gewässersohle in den Untergrund versickert und sich dort mit dem anstehenden Grundwasser vermischt.
Urhandriss, Lageplan vor der Preußischen Uraufnahme ab 1830.
USP, Abkürzung für "unique selling proposition"; steht im Marketing für ein i. d. R. rationales Nutzenversprechen, das als Alleinstellungsmerkmal die Einzigartigkeit des eigenen Produkts (oder Dienstleistung) oder einer seiner konkreten Eigenschaften gegenüber konkurrierenden Produkten herausstellt.
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V
velar, am hinteren Gaumen gebildeter dunkler Laut.
Velmerstot, höchster Berg des Teutoburger Waldes, bestehend aus zwei Bergkuppen: dem "Preußischen V." (468 m ü. NN) und dem "Lippischen V." (441 m ü. NN).
verborgene Säure, nach chemischem Säureverständnis sind Säuren Protonendonatoren. Dazu zählt auch das Ammonium (NH4+), entstanden aus Ammoniak (NH3), einem Gas aus der Massentierhaltung. Ammoniak gilt heute als der größte Säurebildner, sein Folgeprodukt Ammonium kann im Boden maximal 2 Mol H+-Ionen freisetzen. Im Regen bleibt diese Säurewirkung verborgen.
Verbundstandort, ein gemeinsamer Standort mehrerer Unternehmen, die verwandte Zwischen- oder Endprodukte herstellen. Dadurch werden die Transportwege der Güter minimiert sowie Kosten, z. B. für die Infrastruktur, gesenkt.
Verkehrsflughafen, für den allgemeinen Verkehr zugelassener Flughafen, der nach der Luftverkehrs-Zulassungs-Ordnung eines Bauschutzbereiches bedarf. Dieser legt fest, wie hoch im Flughafenbereich und im Anflugsektor gebaut werden darf.
Verkehrslandeplatz, für den allgemeinen Verkehr zugelassener Landeplatz, der keines Bauschutzbereiches bedarf.
vernetzte Ökosysteme, Ökosysteme unterschiedlicher Ausprägung (z. B. terrestrische, amphibische, aquatische), die durch lineare Strukturen, z. B. ein Fließgewässer, in Verbindung stehen. Fließgewässer durchziehen die gesamte Landschaft als feinverzweigtes Netz und sind daher in idealer Weise geeignet, ein linienartiges System naturnaher Strukturen zu schaffen. Durch die strukturelle Vernetzung von Ökosystemen können der starken Zersplitterung und Isolation naturnaher Lebensräume in der Kulturlandschaft entgegengewirkt und ein oftmals lebensnotwendiger Stoff- und Energieaustausch ermöglicht werden.
Vorläufersubstanzen, z. B. Stickoxide und Schwefeldioxid aus Verbrennungsprozessen oder auch Ammoniak aus der landwirtschaftlichen Tierhaltung.
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W
Wacholdertriften, durch den Wacholder (Juniperus communis) geprägte Landschaftsform, die durch Beweidung (z. B. mit Heidschnucken) aus einer Heide oder einem Magerrasen hervorgeht. Dabei wird der Wacholder vom Weidevieh aufgrund seiner stechenden Nadeln gemieden und somit ausgelesen. Der Begriff "Trift" leitet sich von "Treiben" ab und beschreibt im engeren Sinne den Weg des Viehs zwischen Stall und Weideland.
Wallburg, Befestigungsanlage aus ur- und frühgeschichtlicher Zeit, deren Mauern heute verfallen und noch als mehr oder weniger deutliche Wälle, meist mit vorgelagerten Gräben, erkennbar sind.
Wartbergkultur, jungneolithische Kulturgruppe, benannt nach dem Wartberg bei Niedenstein (Hessen).
Wasserstraßenklasse Vb, die europäischen Binnenwasserstraßen sind - je nach max. Breite, Länge und Tiefgang der zulässigen Schiffstypen - in verschiedene Klassen eingeteilt. Maximale Schiffsmaße der Klasse Vb (DEK-Südabschnitt nach beendetem Ausbau): Länge: 185 m; Breite 11,4 m; Tiefgang: 4,5 m.
Weichsel-Kaltzeit / -Eiszeit, jüngste Kaltzeit in Nordeuropa, die in Norddeutschland vor ca. 100.000 Jahren begann und rund 10.000 Jahre B. C. (vor Christi Geburt) endete.
Weißtorf, Weißtorf nennt man den über dem Schwarztorf liegenden weniger stark zersetzen Sphagnumtorf (H 1-5).
Wirkungsgrad, bei Kraftwerken das Verhältnis zwischen der "erzeugten" Nutzenergie und der eingesetzten Primärenergie. Neuere Steinkohlekraftwerke haben z. B. einen Wirkungsgrad von ca. 45 %. Moderne Gas- und Dampfturbinenkraftwerke können die eingesetzte Energie besser nutzen. Sie erreichen einen Wirkungsgrad von etwa 60 %.
Wohlde-Typ, mittelbronzezeitliche Schwertform, benannt nach dem Fundort Wohlde (Schleswig-Holstein); als Grabbeigabe kennzeichnend für den Sögel-Wohlde-Kreis.
Wüstung, aufgegebene Siedlungs- oder Wirtschaftsfläche, daher die unterscheidenden Begriffe Ortswüstung und Flurwüstung.
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Y
Yuppies, Young Urban Professionals (jüngere, häufig allein lebende, meist in hochqualifizierten Dienstleistungsberufen tätige Beschäftigte mit in der Regel überdurchschnittlichem Einkommen).
Z
Zechstein, erdgeschichtliche Stufe im Perm (Erdaltertum). Die Zechsteinschichten (z. B. Kalke und Gipse) entstanden vorwiegend aus Ablagerungen im so genannten Zechsteinmeer.
Zehnteinnahmen, ein Zehntel des erwirtschafteten Gewinns gehörte dem Grundherrn.
Zukunftsstandort Ewald, etwa 50 ha großes, ehemaliges Bergwerkgelände in Herten, das zu einem hochwertigen Dienstleistungs-, Gewerbe- und Industriezentrum umfunktioniert wird.
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