
von Hans Friedrich Gorki und Heinz Heineberg
Am 1.1.2000 lebten in Westfalen-Lippe 828458 Ausländer - darunter 297808 Türken. Gemessen an der Gesamtbevölkerung betrug der durchschnittliche Anteil der ausländischen Bevölkerung in Westfalen-Lippe 9,8%. Am 31.12.2005 wurden lediglich 745840 Ausländer/-innen registriert. Der Rückgang in der Gesamtzahl resultiert wohl in erster Linie aus der Reform der Staatsangehörigkeit in Deutschland auf der Grundlage des seit dem 1. Januar 2000 gültigen Gesetzes zur Reform des Staatsangehörigkeitsrechts vom 15.7.1999. Demnach erwerben in Deutschland geborene Kinder, deren beide Elternteile noch Ausländer sind, ebenfalls bereits mit der Geburt kraft Gesetzes die deutsche Staatsangehörigkeit. Dieser Staatsangehörigkeitserwerb nach dem Geburtsprinzip setzt allerdings voraus, dass sich mindestens ein Elternteil seit acht Jahren rechtmäßig und gewöhnlich in Deutschland aufhält und über ein Daueraufenthaltsrecht verfügt. Die Modernisierung des Staatsangehörigkeitsrechts hat auch für Einbürgerungswillige insgesamt einige wesentliche Erleichterungen mit sich gebracht (www.zuwanderung.de). Seit dem Inkrafttreten der Staatsangehörigkeitsreform haben bis Ende 2004 ca. 787000 Personen in Deutschland von ihrem Recht auf Einbürgerung Gebrauch gemacht. Da ab 2000 die Zugehörigkeit "deutsch/nichtdeutsch" durch die Reform des Staatsangehörigkeitsrechts deutlich beeinflusst wurde, sind die jüngsten amtlichen statistischen Zahlen (31.12.2005) mit den älteren nur bedingt vergleichbar. Die in diesem Beitrag anhand der Abb. 1 auf der Grundlage einer Lieferung (mit Begleittext) des "Geographisch-landeskundlichen Atlas von Westfalen" von H. F. Gorki (2002) getroffenen Aussagen beziehen sich somit in Bezug auf die statistischen Daten von 2000 auf noch größere (realistischere) Anteile von Personen mit Migrationshintergrund in den Städten und Gemeinden Westfalens (z.B. im Vergleich zu 2005). Um die Unterschiede zwischen 2000 und 2005 zu verdeutlichen, wurden in Abb. 2 für die nichtdeutsche Bevölkerung in den Kreisen und kreisfreien Städten die jüngsten Daten vom 31.12.2005 berücksichtigt, wenngleich diese - wie erläutert - nur annähernd mit den älteren vergleichbar sind.
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Gorki, H. F. (2002): Bevölkerung I: Dichte und Zahl 2000, Entwicklung 1950-2000 und Bevölkerung II: Entwicklung in Phasen 1939-2000, Zuwanderer 1950 und 2000. In: Geographische Kommission für Westfalen (Hg.): Geographisch-Landeskundlicher Atlas von Westfalen, 11. Lieferung. Münster |
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Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik NRW (LDS) (Hg.) (2006): Bevölkerungsstand nach Nationalität - Gemeinden am 31.12.2005. Düsseldorf (www.landesdatenbank-nrw.de) |
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Ministerium für Gesundheit, Soziales, Frauen und Familie des Landes Nordrhein-Westfalen (Hg.) (2004): Zuwanderung und Integration in Nordrhein-Westfalen. 3. Bericht der Landesregierung. Düsseldorf |
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www.zuwanderung.de |
Erstveröffentlichung 2007