Wegen Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten wurde das LWL-Museum für Naturkunde in Münster und sein Planetarium vom 12. April bis zum 21. Mai geschlossen. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) brachte das rund 30 Jahre alte Hauptgebäude für 2,7 Millionen Euro energetisch auf den aktuellen Stand, finanziert mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II.
„Zum Jahreswechsel haben die Arbeiten bei uns im Haus bereits begonnen. Bisher führten die Sanierungsmaßnahmen zu erstaunlich wenig Lärmbelästigung der Besucher“, sagt Museumsdirektor Dr. Alfred Hendricks. Dennoch hatte sich der LWL entschlossen, Museum und Planetarium für sechs Wochen zu schließen, um in dieser Zeit die störendsten Baumaßnahmen durchzuführen.
Die Sanierung des Hauptgebäudes war erforderlich, da das Museum wegen der veralteten Dämmung viel Energie für die Heizung im Winter und die Kühlung im Sommer verbrauchte. „Der LWL rechnet nun mit einer deutlichen Energiekostenersparnis. Das Gebäude wurde so gedämmt, dass das äußere Erscheinungsbild des Museums erhalten blieb, erläutert LWL-Baudezernent Matthias Löb.

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Bei den Außenwänden wurde die vorhandene Luftschicht mit Dämmung aufgefüllt. Dazu wurden durch 15.000 Löcher in der Fassade Dämmstoff in die Hohlräume eingeblasen. Die 120 Fenster wurden mit Dreifach-Verglasung, einige außerdem mit automatischem Sonnenschutz ausgestattet. Das Flachdach bekam auf 6.200 Quadratmetern eine zusätzliche Dämm- und Abdichtungsschicht.
Auch innen wurde modernisiert. „Wir wollten den Besuchern zukünftig mehr Service bieten und bekamen deshalb ein elektronisches Besucherinformationssystem, über 200 neue Schließfächer und einen Kassenbereich, der für Rollstuhlfahrer und Familien mit Kinderwagen verbessert ist“, erläutert Hendricks einen Teil der vergangenen Arbeiten. Für den Besucher weniger auffallend ist seit der Wiedereröffnung am 22. Mai etwa der neu verlegte Teppichboden oder die neue Lüftungsanlage. „Diese Arbeiten waren eher unauffällig“, weiß Baufachmann Löb.
Das Museum war nach der Wiedereröffnung im Mai mit einer Präsentation zum „Internationalen Jahr der biologischen Vielfalt“ gestartet und wird ab dem 18. Juni in der Ausstellung. „Messel on Tour“ Originalfunde von Fossilien aus dem UNESCO-Weltnaturerbe-Denkmal Grube Messel präsentieren.
Gleichzeitig wurde die Planetariumstechnik modernisiert. Hendricks: „Die alte Technik wurde gegen ein modernes Projektionssystem ausgetauscht. Jetzt zählt unser Planetarium zu den technisch modernsten der Welt und präsentiert die Wunder des Sternenhimmels noch anschaulicher.“ Fast alle bisherigen Planetariumsprogramme können wegen der neuen Technik nicht mehr gezeigt werden.
Bisher war das Planetarium darauf spezialisiert, den irdischen Sternenhimmel nachzubilden. Jetzt kommt mit der Modernisierung ein großer Schritt in eine neue Richtung: Die Bildtechnik wurde von Grund auf erneuert, um neuartige Darstellungen zu bieten. „Die Projektoren werfen ein riesiges, den Besucher umgebendes Computerbild an den Planetariumshimmel - mit einer weltweit bisher ungekannt scharfen, digitalen Bildauflösung von 35 Megapixeln, der so genannten Fulldome-Technik“, so Hendricks. „Wir bieten jetzt nicht nur die orginalgetreue Nachbildung des Sternenhimmels, sondern lebensecht nachgebildete Reisen durchs Universum. Ein Flug zum Mond, über den Mars oder durch die Saturnringe wird ebenso täuschend echt nachgebildet wie eine Reise zwischen den Sternen und bis zu den fernsten Milchstraßen.“