Im Juni 2007 entdeckte der Hobbypaläontologe Sönke Simonsen in einer Tongrube bei Nieheim-Sommersell, Kreis Höxter, auf dem Grundstück von Antonius Reckmann Reste eines fossilen Schwimmsauriers. Die Paläontologen haben das vier Meter lange Meeresreptil dann geborgen und nach Münster in die Präparationswerkstatt des LWL-Museums für Naturkunde gebracht. Der Fund soll 2010 in der Landesausstellung im Römisch-Germanischen Museum in Köln und 2011 im LWL-Museum für Archäologie in Herne zu sehen sein, danach kommt er zurück ins LWL-Museum nach Münster.

Die Grabung hatte das wertvolle Fossil vor Verwitterung und der Zerstörung durch den Bagger bewahrt, so dass das Skelett weitgehend vollständig erhalten blieb. Bis jetzt sind vier von zehn Blöcken freipräpariert worden. Der Schwanz, das Becken, die Beine und die Rippen sind mittlerweile sichtbar. Die gesamte Fossilplatte wird am Schluss mehr als vier Meter lang und knapp zwei Meter breit sein. Geborgen wurde der Saurier in zehn Blöcken, die die Präparatoren mit einem Kunstharzlaminat stabilisierten. Sobald die Arbeiten abgeschlossen sind, werden die einzelnen Bestandteile wieder zusammengefügt. Derzeit legt Präparator Manfred Schlösser den Schulterbereich des Ur-Tieres frei.
Die zu den Reptilien gehörenden Plesiosaurier waren an das Leben im Wasser angepasst: perfekte Schwimmer mit bootförmigem Rumpf und vier paddelartigen Flossen. Der im Kreis Höxter geborgene Saurier gehört zu den "Schlangenhalspaddelechsen" mit langem Hals und kleinem Kopf. Sie lebten von der Trias- bis zur Kreidezeit im Erdmittelalter. Damals waren die Saurier die größten Landbewohner. Die Plesiosaurier starben noch vor den Dinosauriern während der oberen Kreidezeit aus.
