Sonderausstellungen
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Korinthisches Kapitell aus Ingelheim. Foto: Landesmuseum Mainz.
 
Rekonstruktion des großen Pfostenbaus in Tilleda. Foto: M. Dapper.
 
1.10.2008 - 4.1.2009: Der reisende König
Das ostfränkische und das spätere deutsche Reich verfügten über keine feste Hauptstadt. Zur Herrschaftsausübung reisten die Könige und Kaiser durch das gesamte Land. Mit ihnen waren die Mitglieder der Familie und der Hofkapelle sowie Bischöfe, Adelige und Soldaten unterwegs. Als Stationen wurden im ganzen Reich Pfalzen eingerichtet. Sie waren Schauplatz wichtiger Hoftage, Synoden und hoher kirchlicher Feste.
Die Teilnahme an dem Umritt setzte eine hohe physische Stabilität voraus, denn weite Strecken wurden auf dem Rücken eines Pferdes zurückgelegt. So reiste Konrad II. im Jahr 1036 ca. 4750 km durch das Reich und bis nach Italien.

Die Ausstellung zeigt die Pfalzen als wichtigste Station des reisenden Königs und beleuchtet ihre Architektur, Funktion und die mit ihnen verbundenen Personen. Den Ausgangspunkt bildet das Paderborner Pfalzgelände, das mit einer karolingischen und einer ottonisch-salischen Pfalz zwei wichtige Epochen abdeckt. Die Ausstellung vergleicht die Paderborner Pfalzen mit denjenigen in Ingelheim, Werla und Tilleda und präsentiert somit eine bisher nicht dagewesene Zusammenstellung.

Zu den Exponaten aus Ingelheim zählen prächtige Kapitelle, qualitätsvolle Bodenplatten aus Marmor, Schiefer und Kalkstein sowie zahlreiche weitere architektonische Elemente. Sie sollen den repräsentativen Charakter der Anlage zur Zeit Karls des Großen hervorheben, der sich bestens als Hintergrund zur Herrschaftsausübung eignete.
Die Funde und die bauliche Gestaltung der Pfalzen Werla und Tilleda belegen, dass Königspfalzen nicht nur Orte der Herrschaft sondern auch der Versorgung waren. Denn es war ein Großereignis, wenn der König mit seinem Hof tagte. Zahlreiche Begleiter mussten verpflegt werden, Pferde brauchten neue Hufeisen und Reparaturen an der Ausrüstung mussten vorgenommen werden. Gab es bei der Verpflegung Engpässe, konnte es zu tumultartigen Übergriffen kommen. Unter den Exponaten aus Werla und Tilleda befinden sich Hufeisen und Sporen, Handwerksgerät und Produktionsabfälle sowie Spielsteine und ein Jagdbolzen.

Ein großformatiges Modell des Pfalzortes Paderborn im 11. Jahrhundert, ein Modell der Pfalz Tilleda in ottonischer Zeit, sowie eine aufwendige Computeranimation der königlichen Halle der Pfalz Ingelheim geben ein anschauliches Bild der königlichen Reisestationen.

Presse-Info

 
Führungen und Programme
Auf Einladung des Königs
Der König reist ständig durch sein Reich, um nach dem Rechten zu sehen. In seinen Palästen, in denen er unterwegs Station macht, trifft der König Gesandte, Berater und Gäste aus fremden Ländern. Ausgehend von erhaltenen Mauerresten und Funden aus karolingischer Zeit erkunden die SchülerInnen die Paderborner Palastanlage Karls des Großen. Wo empfing er vor 1200 Jahren seine Gäste und wie hat er sie bewirtet?
Prächtige Wandmalereien sind Vorbild für einen Wandfries, den die Teilnehmer aus den Klassen 3-4 erstellen und der anschließend das Klassenzimmer schmücken kann.
Einen Einblick in die mittelalterliche Bewirtung geben die Gefäße der königlichen Tafel, von denen die SchülerInnen der Klassen 5-6 zum Schluss eines nachbasteln und mitnehmen.

Altersstufen: Klasse 3 bis 6
Dauer: 1,5 Stunden
Kosten: 37,50 Euro inklusive Museumseintritt


Paläste des Königs
Der König schlichtet Streitfälle und trifft allerlei Entscheidungen in seinen Territorien. Da er aber ständig durch sein Reich reist kann er nicht überall persönlich sein, wo Konfliksituationen gemeistert werden müssen. Aus diesem Grund setzt er Gefolgsleute ein, auf die er sich hundert prozentig verlassen kann und die an seiner Statt Recht sprechen und seine Gebiete verwalten.
In kleinen Gruppen empfangen die SchülerInnen eilige Depeschen und erhalten Aufträge, für den König strategische, politische und gesellschaftliche Probleme an verschiedenen Pfalzorten zu lösen. Im abschließenden Auswertungsrundgang im Klassenverband informieren die Gruppen über Aufgaben und Problemfelder des Reisekönigtums und die Funktion der Königspfalzen.

Altersstufen: Klasse 7 bis 10
Dauer: 1,5 Stunden
Kosten: 37,50 Euro inklusive Museumseintritt


Residenzen im Reich ohne Hauptstadt
Das ostfränkische und das spätere deutsche Reich verfügten über keine feste Hauptstadt. Zur Herrschaftsausübung reisten die Könige und Kaiser durch das gesamte Land. Mit ihnen waren die Mitglieder der Familie und der Hofkapelle sowie Bischöfe, Adelige und Soldaten unterwegs. Als Stationen wurden im ganzen Reich Pfalzen eingerichtet. Sie waren Schauplatz wichtiger Hoftage, Synoden und hoher kirchlicher Feste.
Der Ausstellungsrundgang vergleicht die Pfalzen Paderborn, Ingelheim, Werla und Tilleda und beleuchtet ihre Architektur, Funktion, den höfischen Alltag und die mit ihnen verbundenen Personen.

Altersstufen: Klasse 10 bis 13
Dauer: 1,5 Stunden
Kosten: 37,50 Euro inklusive Museumseintritt

Altersstufen: Erwachsene
Dauer: 1,5 Stunden
Kosten: 37,50 Euro plus Museumseintritt

 
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