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Rahmenprogramm
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Das Forscherlabor wurde im Dezember mit dem international renomierten Designpreis "red dot: grand prix“ des Design Zentrums Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet worden. Den Ehrenpreis erhielt das Museum zusammen mit dem Gestalter, Atelier Brückner aus Stuttgart, in der Kategorie „Information Design/Public Space“.

 
Gerichtsmediziner aus Paris gaben einem der Toten von Warburg sein Gesicht zurück. Foto: LWL/S. Brentführer.
 
In Modellen wird deutlich, wie sich die Forscher die Bestattungen in den Großsteingräbern von Warburg vorstellen. Foto: LWL/S. Brentführer.
 
Blick in das Forscherlabor mit der Mittelinstallation zu den Großsteingräbern von Warburg. Foto: LWL/J. Sager.
 
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Tatort Forscherlabor

Im Forscherlabor können die Besucherinnen und Besucher die Methoden nachvollziehen, mit denen Wissenschaftler die Spuren der Vergangenheit entschlüsseln.

Auf die Spurensuche an der Fundstelle folgt die Arbeit hinter den Kulissen: Wie bei Kriminalfällen führt erst die Analyse vieler kleiner Spuren zur Rekonstruktion des Geschehens. Dabei arbeiten die Archäologen mit Wissenschaftlern verschiedener Ressorts zusammen.

Das Besondere: Alle Methoden werden an einem konkreten Beispiel erläutert. Im Zentrum des Forscherlabors stehen die Großsteingräber von Warburg mit den Resten der Toten und ihren Beigaben für das Jenseits. Es gilt, mit archäologischen und historischen, medizinischen, physikalischen und chemischen Methoden möglichst viel über die Menschen und ihr Umfeld herauszufinden.


Themenstationen

14 Themenstationen sind in dem 140 Quadratmeter großen Raum im Osten des unterirdischen Ausstellungs-geschosses eingebaut. An jeder Station können die Besucher eine Methode erkunden.

 
01 Prospektion - Spuren-suche am Boden und aus der Luft
Luftbilder, geophysikalische Messungen und Begehungen liefern den Wissenschaftlern Informationen über archäolo-gische Fundstellen. Sie sind Grundlage für den Schutz und die Pflege der im Boden verborgenen archäologischen Denkmäler.
 
02 Stratigraphie – Geschichte schichtenweise
Durch die Aktivitäten von Natur und Mensch entstehen Schichten im Boden. Archäologen werten sie genau aus und erfahren dadurch viel über die Entstehung sowie über die Datierung der Schichten und der in ihnen enthaltenen Funde.
 
03 Typologie – Typ - Typisch - Typologie
Die Typologie untersucht, wie sich Gegenstände durch technische Entwicklungen und ästhetische Vorstellungen im Laufe der Zeit verändern. Mit ihr sieht der Archäologe, welche Objekte voneinander abhängen und wo sich an jüngeren Stücken Überreste älterer Formen erhalten haben.
 
04 DNA-Analyse – Der ganze Mensch in einer Zelle
Mutter, Vater, Tochter, Sohn? Woher stammten diese Menschen? Die DNA-Analyse entwickelt sich schnell weiter und kann daher immer mehr Fragen zu einzelnen Menschen und ganzen Menschengruppen vergangener Zeiten beantworten.
 
05 Anthropologie – Keine knochentrockene Wissen-schaft
Anthropologie ist die Lehre vom Menschen. Anthropologen untersuchen auch alte Knochen und bestimmen, ob diese zu einem Mann, einer Frau oder einem Kind gehörten, wie alt die Leute wurden, wie sie sich ernährten und unter welchen Krankheiten sie litten.
 
06 Archäologisch-Historische Methode – Ein Zeit-Gerüst für Archäologen
Manchmal lassen sich archäo-logische Funde mit historisch überlieferten Personen und Ereignissen verbinden. Dann können sie genauer datiert werden, manchmal bis auf das Jahr genau.
 
07 Dendrochronologie – Die hölzerne Festplatte
Baumringe können jahrgenau datiert werden. 12 000 Jahre reicht das „gewachsene Archiv“ zurück. Außerdem speichern Bäume in jedem Wachstumsjahr die Klimadaten und damit ihre Umweltbedingungen.
 
08 Radiokarbondatierung – Die Atomuhr tickt
Nach dem Tod eines Organismus beginnt der in jedem Lebewesen – ob Mensch, Tier oder Pflanze – enthaltene radioaktive Kohlenstoff zu zerfallen. Aus der Zerfallsrate in bestimmten Zeiteinheiten kann sein Alter errechnet werden.
 
09 Archäometallurgie – Neue Werkstoffe: Metalle
Metalle sind seit über 4000 Jahren faszinierende und vielseitige Werkstoffe. Die Archäometallurgie beantwortet viele Fragen: Was für ein Metall ist es? Woher kamen die Rohstoffe? Wie wurde es bearbeitet?
 
10 Gesteinsbestimmung – Geschichte in Stein
Vom Werkzeug bis zum Monumentalbau: Menschen verwenden seit frühester Zeit die unterschiedlichsten Gesteine. Analysen zeigen, welches Gestein wofür genutzt wurde und woher es kam.
 
11 Materialanalyse – Vom Stoff, aus dem die Dinge sind
Woraus besteht ein Fund? Woher kam das Rohmaterial? Wie wurde es verarbeitet? Solche Fragen beantworten Materialanalysen für die unterschiedlichsten Objekte zum Beispiel aus Ton, Stein, Metall, Glas oder textilen Stoffen.
 
12 Experimentelle Archäo-
logie / Ethnoarchäologie – Versuch macht klug!

Die Experimentelle Archäo-logie will durch Versuche das Leben und die Techniken unserer Vorfahren nachvollzie-hen. Unterstützt wird sie dabei von der Ethnoarchäologie, die die vielfältigen Beobachtungen bei traditionell lebenden Völkern nutzbar macht.
 
13 Archäozoologie – Noahs Passagiere
Die Geschichte von Menschen und Tieren ist eng miteinander verknüpft. Oft können uns aber nur noch die Knochen von den wilden und gezähmten Tieren früherer Zeiten erzählen.
 
14 Archäobotanik – Pflanzenreste als Spiegel der Umwelt
Bäume, Gräser, Blumen, Getreide und Früchte – allen Pflanzenresten sind Archäo-botaniker zum Beispiel in Mooren und Latrinen auf der Spur. Welche Pflanzen wuchsen an einer Stelle zu einer bestimmten Zeit? Was aßen die Menschen? Wofür nutzten sie die verschiedensten Pflanzen?
 
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