An alle Finder
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Archäologische Funde und Fundstellen sind wichtige, für frühe Zeiten sogar die einzigen Zeugen unserer Vergangenheit. Bitte melden Sie daher jede Fundstelle und jeden Fund! Wer für Ihre Gemeinde zuständig ist, erfahren Sie hier.

 
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Eine Ausgrabung ist die fachgerechte, systematische Untersuchung einer archäologischen Fundstelle. Archäologen graben eine Fundstelle nur dann aus, wenn sie zum Beispiel von einer Baumaßnahme unabweisbar bedroht ist. Denn letztendlich ist eine Ausgrabung nichts anderes als eine kontrollierte Zerstörung, bei der die Ausgräber alle Funde und Befunde sorgfältig dokumentieren und bergen. Nach der Grabung existiert die Fundstelle nur noch in Form der Grabungsdokumentation. Dieses Wissen kann auch von folgenden Generationen genutzt werden.


Die Methoden, die bei einer Ausgrabung angewendet werden, hängen von der Art der Fundstelle ab. Generell werden folgende Arbeitsschritte notwendig:
 
Eine Wissenschaftlerin wertet Pläne aus.
Die Auswertung von Karten bringt wichtige Informationen zu bereits bekannten oder neuen Fundstellen.

Fundstellenerfassung
Die systematische Erfassung von Fundstellen bildet Grundlage und Rückgrat der archäologischen Denkmalpflege. Dazu werten die Archäologen Fundmeldungen und Karten, Luftbilder, Sammlungen und schriftliche Quellen aus. So entdecken sie neue Fundplätze und erweitern ihre Kenntnisse über bereits bekannte Fundorte.
Alle Informationen tragen sie in Karten ein und speichern sie in einer speziellen Datenbank. So können sie zuverlässig Auskunft geben, ob auf einer zu bebauenden Fläche eine archäologische Fundstelle bekannt ist.

 
Kreisrunde Gräben zeichnen sich als dunkle Verfärbungen im hellen Boden ab.
Wird die Fläche sorgfältig eben geputzt, werden die Befunde sichtbar.



Auf der Grabung:
die Fläche
Muss eine Fundstelle ausgegraben werden, wird die zu untersuchende Fläche, auf dem das Denkmal liegt, genau bestimmt und abgesteckt. Die Ausgräber tragen dann den Boden in gleichmäßigen, ebenen Flächen so weit ab, bis die sogenannten Befunde - zum Beispiel Mauern oder Verfärbungen, die durch Eingriffen in den Boden in früheren Zeiten entstanden sind - sichtbar werden.

 
Zwei Frauen knien vor einem Skelett, vermessen und zeichnen es. Foto: LWL/R. Klostermann.
Detailgetreu und maßstabsgerecht wird hier ein Skelett gezeichnet.

Auf der Grabung:
Dokumentation
Grabungstechniker vermessen die Befunde und Funde, zeichnen und fotografieren sie. Gegenstände werden geborgen, vorläufig konserviert, vorsichtig verpackt und nummeriert, um sie auch später ihrer Fundstelle genau zuordnen zu können. Für naturwissen-schaftliche Untersuchungen entnehmen die Ausgräber auch Bodenproben und Holzkohlenreste.

 
In langen Regalreihen stehen unzählige Kisten.
Im Zentralmagazin der LWL-Archäologie für Westfalen lagern inzwischen über 400 000 Kisten mit Funden.




Nach der Grabung:
Restaurierung und Inventarisation
In den Werkstatten in Münster konservieren Restauratoren alle Funde fachgerecht, um ihren weiteren Verfall aufzuhalten. Dann werden diese inventarisiert und im Zentralmagazin eingelagert. Die wichtigsten Funde werden gezeichnet und fotografiert. Einige werden für Ausstellungen oder für die Auswertung restauriert.

 
Anthropologin sitzt an einem Tisch und fügt menschliche Wirbel zusammen. Foto: LWL/R. Klostermann.
Anthropologen können anhand von Skelettknochen zum Beispiel wichtige Aussagen zu den Krankheiten in vergangenen Gemeinschaften machen.

Zusammenarbeit mit
anderen Wissenschaften
Zum Beispiel datieren Physiker organische Funde mit der so genannten 14C-Methode. Anthropologen stellen anhand der Knochen fest, wie alt die Menschen früher wurden und an welchen Krankheiten sie litten. Botaniker finden durch Pollen- untersuchungen heraus, welche Pflanzen wuchsen. Und Numismatiker, wo das Geld geprägt wurde. So entsteht ein Bild der Vergangenheit.

 
Zwei Cover von Publikationen
Die wissenschaftliche Publikation ist der Abschluss einer archäologischen Untersuchung.



Archiv der Grabung
Die Funde und die Dokumentation bilden zusammen das Archiv der Grabung. Es ist die Grundlage für die wissenschaftliche Auswertung und es wird für folgende Generationen aufbewahrt. Mit der Publikation schließen die Archäologen die Untersuchung einer Fundstelle ab und machen ihr Wissen der Öffentlichkeit und anderen Forschern zugänglich.

 
In Ausstellungen werden die wichtigsten Funde gezeigt.

Öffentlichkeitsarbeit
Die Ergebnisse der Grabungen vermitteln die Archäologen allen Bürgerinnen und Bürgern: in Ausstellungen und Vorträgen, mit Hilfe der Medien und mit populärwissen- schaftlichen Publikationen.
 
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