
Während seines Rußlandaufenthaltes von 1757 bis 1762 radierte Georg Friedrich Schmidt das sogenannte "Selbstbildnis mit der Spinne", das durch seine atmosphärische Wirkung und technische Meisterschaft zu den schönsten druckgraphischen Selbstbildnissen des 18. Jahrhunderts gerechnet werden darf.

Über die Bekanntschaft von Bettine Brentano, verehelichte von Arnim (1785-1859), und Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) ist häufig nachgedacht und geschrieben worden. Den wenigen realen Begegnungen zwischen der temperamentvollen und geistreichen Bettine und dem schon zu Lebzeiten zum Mythos gewordenen Goethe steht eine umfangreiche Korrespondenz, die Bettine nach Goethes Tod literarisch ausgestaltete, und ihre über Jahrzehnte entwickelte, immer wieder veränderte Konzeption eines Goethe-Denkmals gegenüber. 1838, sechs Jahre nach Goethes Tod und drei Jahre nach der Erstausgabe von "Goethes Briefwechsel mit einem Kinde" zeichnet Ludwig Emil Grimm (1790-1863) seine Jugendfreundin Bettine. Die hiernach entstandene Radierung, die uns im folgenden näher beschäftigen soll, gibt Bettines lebenslanger Beschäftigung mit Goethe bildhaften Ausdruck.

Vier Jahre nach dem in Paris großartig gefeierten und auch in Münster mit einer Ausstellung graphischer Porträts bedachten "Bicentenaire", der Zweihundertjahrfeier der Französischen Revolution, soll noch einmal an eine der tragischsten Figuren jener Zeit, die Königin Marie-Antoinette, erinnert werden.

Auf der 1918 entstandenen Radierung stellt sich Corinth in seinem Atelier dicht an der Staffelei stehend dar. Er ist frontal dem Betrachter, das heißt im Grunde seinem eigenen Spiegelbild zugewandt. Hinter ihm hängen links einige mit wenigen Linien angedeutete Gemälde, rechts wird der Raum mit noch weniger Linien fast unkenntlich gestaltet. Vielleicht sind ein Wandschirm und eine Tür gemeint. Corinth konzentriert sich ganz auf seine Selbstdarstellung als arbeitender Künstler. Sein Blick ist düster, sein Gesicht verschattet, die Stirn und die buschigen Augenbrauen gerunzelt.

Am 28. August 1749, vor 250 Jahren, wurde Johann Wolfgang von Goethe in Frankfurt am Main geboren. 1999 ist die Stadt Weimar, in die Goethe 1775 von Herzog Carl August beordert wurde, zur europäischen Kulturhauptstadt ausgerufen, und Scharen von Menschen pilgern zu der kleinen thüringischen Stadt, um ihre große Zeit im 18. und 19. Jahrhundert zu feiern oder auch um ihre kulturelle Bedeutung für die jüngere Kunstgeschichte zu würdigen, nicht ohne der Gräueltaten des Nationalsozialismus in dem ganz nahe gelegenen Konzentrationslager Buchenwald zu gedenken.