
Hermann tom Ring (1521–1596),Bildnis des Domherrn Goddert von Raesfeld, 1566, Öl auf Eichenholz, Inv.-Nr. 72 WKV, Leihgabe des Westfälischen Kunstvereins
Kunstwerk des Monats November 2009 als Download (PDF)
Seit 1836 als Dauerleihgabe in der Sammlung und stets im Museum des Kunstvereins und dann ab 1908 des Landesmuseums ausgestellt, zeigt dieses Hauptwerk des „bedeutendsten münsterischen Malers aller Zeiten“ (Max Geisberg 1931) den Domherren Goddert von Raesfeld aus Hameren bei Billerbeck. Es entstand in dem Jahr, in dem sein Bruder Bernhard auf das Amt eines Bischofs zu Münster verzichtete – einen von diesem gesiegelten Brief trägt er in der Hand. Die Bibelsprüche des originalen Rahmens beschreiben die Vergänglichkeit und Vergeblichkeit menschlichen Tuns – das Lebenswerk des Goddert v. Raesfeld aber wirkt bis heute nach. Seine Bücher, die heute die Universitätsbibliothek bewahrt, hinterließ er der Dombibliothek – das Bildnis war Teil dieser Schenkung ! Testamentarisch stiftete er das Jesuitenkolleg, aus dem viel später die Universität hervorgegangen ist. In Lüdinghausen baute er die bis heute stehende Burg, die seine Wappen noch trägt, und seinen Wohnhof schenkte er seinen Nachfolgern als Domdechant. Der barocke Nachfolgebau ist heute das Bischöfliche Palais am Domplatz.
Das Bildnis verewigt den adelsstolzen Prälaten und Propst des Stiftes St. Mauritz als willensstarken Menschen, der als Dechant und Leiter des Domkapitels das konfessionell unentschiedene Land auf den Weg zurück zur katholischen Kirche brachte – und Spuren hinterließ.