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(Preisangaben ohne Gewähr)


 


 
Westfälische Forschungen 57 (2007)


Themenschwerpunkt:
Natur- und Umweltgeschichte in Westfalen

ISBN 978-3-402-15390-1



Herausgegeben von Jürgen Büschenfeld




Die Umweltgeschichte gilt noch immer als „junge“ Teildisziplin der Geschichtswissenschaft. Dabei liegen die ersten Arbeiten, angeregt von den neuen Umweltbewegungen und den Erweiterungen der politischen Agenda, inzwischen weit über dreißig Jahre zurück. Die Gründe dafür, warum sich das Forschungsfeld offenbar bis heute eine jugendliche Aura bewahrt hat, haben nicht zuletzt mit einer langen Identitätssuche zu tun. So ist die wissenschaftliche Diskussion seit Beginn der 1990er Jahre weitgehend von Definitionsfragen und Überlegungen zum theoretischen Rahmen der Umweltgeschichte beherrscht worden. Schließlich bewegen sich die Forschungen von Beginn an zwischen den „zwei Kulturen“ der Geistes- und Naturwissenschaften mit ihren ganz unterschiedlichen methodischen Möglichkeiten und Konzepten. Heute präsentiert sich die Umweltgeschichte als ein Forschungsfeld, das seinen Aktionsradius in den letzten zwanzig Jahren enorm erweitert hat. Längst geht es nicht mehr nur um industriell verursachte Umweltbelastungen, sondern z.B. auch um die Umweltgeschichte der Landwirtschaft oder um Fragen der Wahrnehmung von Heimatschutz, Naturschutz und jüngeren sozialen Bewegungen. Der von Jürgen Büschenfeld betreute Themenschwerpunkt zur Natur- und Umweltgeschichte im 57. Jahrgang der „Westfälischen Forschungen“ unterstreicht die Lebendigkeit des Forschungsgegenstandes und bietet - angesichts seiner Vielfalt an industriell und agrarisch geprägten Regionen - facettenreiche Blicke auf die Umweltgeschichte Westfalens.

Der Band behandelt darüber hinaus die kommunikativen Funktionen politischer Inszenierung in den Fürstbistümern Münster und Osnabrück, die Beeinflussungsversuche des Freiherrn vom Stein bei der Ausgestaltung der Revidierten Städteordnung, Beispiele für die Veränderlichkeit der Erinnerungskultur in Siegen und den sozialintegrativen Charakter bürgerlicher Revolutionskultur 1848/49 in Werne. Untersuchungen zum Sprachwechsel vom Nieder- zum Hochdeutschen sowie Berichte über eine Tagung zu „Räumen“ und „Identitäten“ in Westfalen und ein neues Projekt des LWL-Instituts für Regionalgeschichte, das die Entgrenzung zwischen Stadt und Land im 20. Jahrhundert unter erfahrungs- und kommunikationsgeschichtlichen Fragestellungen verfolgen will, beschließen den Jahresband 2007.

Verlag Aschendorff, Münster 2007, 824 Seiten,
€ 69,60 (im Abo € 52,20) - Bezug über den Buchhandel.

 



 
Gerd Dethlefs/Armin Owzar/Gisela Weiß (Hg.),
Modell und Wirklichkeit. Politik, Kultur und Gesellschaft im Großherzogtum Berg und im Königreich Westphalen 1806-1813, Paderborn u.a. 2008, 549 Seiten,
€ 52,-

ISBN 978-3-506-75747-4




Lange Zeit hat die Idee des Nationalstaats die Erinnerungskultur und das Geschichtsbild in Deutschland so sehr bestimmt, dass man diejenigen staatlichen Gebilde, die sich diesem Paradigma entzogen, kritisch bis negativ beurteilte. Zu ihnen zählten auch das auf Initiative Napoleons 1806 gegründete Großherzogtum Berg und das ein Jahr später ins Leben gerufene Königreich Westphalen – zwei Staaten, von denen trotz ihres nur kurzen Bestehens weitreichende Modernisierungsimpulse auf rechtlichem, sozialem, wirtschaftlichem und verfassungspolitischem Gebiet ausgingen.

Wer sich heute einen Überblick über die Geschichte der beiden napoleonischen Modellstaaten in Nordwestdeutschland verschaffen will, ist nach wie vor auf Darstellungen angewiesen, die gegen Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts verfasst wurden. Der vorliegende Band, der Beiträge von Wissenschaftlern/-innen aus den Bereichen Geschichte, Volkskunde und Kunstgeschichte zusammenführt, unternimmt deshalb den Versuch, Westphalen und Berg in einem anderen Licht zu zeigen und einige noch vorhandene Lücken zu schließen. Untersucht werden vor allem die zentralen Aspekte der Modernisierung in beiden Staaten: der Umgang mit Repräsentation und Staatskult, kirchliche und religiöse Fragen, die Neuausrichtung der Gewerbepolitik, die Reform von Justiz und Verwaltung. Deutlich wird dabei zum einen die Diskrepanz zwischen Reformanspruch und gesellschaftlicher Wirklichkeit; zum anderen geht es um die mittel- und langfristigen Folgen der napoleonischen Reformpolitik für Deutschland.

Der Sammelband ist im Buchhandel erhältlich.
 


 
Karl Ditt/Klaus Tenfelde (Hg.),
Das Ruhrgebiet in Rheinland und Westfalen
Koexistenz und Konkurrenz des Raumbewusstseins im 19. und 20. Jahrhundert, Paderborn u.a. 2007, 522 Seiten,
€ 49,-

ISBN 978-3-506-75748-7




Rheinland, Westfalen, Ruhrgebiet, Nordrhein-Westfalen - welche Vorstellungen dieser unterschiedlichen Räume haben sich im Verlauf der Zeit entwickelt, wie ist hier räumliches Bewusstsein entstanden, und wie hat es das Handeln der Akteure beeinflusst? In den 1920er Jahren unternahm die Forschung den Versuch, Räume und ihre Wahrnehmung anhand der Verbreitung wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Merkmale zu bestimmen. In den 1950er Jahren wurden die raumstrukturierenden Funktionen zentraler Orte für ihr näheres und weiteres Umland betont. Seit den 1980er Jahren gehen Geographen und Historiker verstärkt dazu über, die in den Köpfen der Menschen vorhandenen „mental maps“ - die zwischen den sozialen Gruppen und Individuen variierenden räumlichen Begriffe und Sichtweisen - zu untersuchen. Diesem Ansatz folgt der vorliegende Band.

Das Ruhrgebiet ist eine vergleichsweise junge, im 19. Jahrhundert entstandene Wirtschaftsregion, die Bestandteil der größeren, historisch gewachsenen Kultur- und Verwaltungsräume Rheinland und Westfalen blieb. Dieses Ensemble unterschiedlicher Räume eignet sich besonders für eine vergleichende Analyse räumlicher Perspektiven und Identifikationen. Die Ergebnisse der vorliegenden Beiträge deuten darauf hin, dass auf längere Sicht drei Ausprägungen des Ruhrgebietsbewusstseins möglich sind: Die immer noch bestehende Klammer eines montanindustriell geprägten Selbstverständnisses kann sich auflösen und in ältere und neue Formen subregionalen Bewusstseins übergehen. Das faktische Zusammenwachsen des Ruhrgebiets mit der „Rheinschiene“ kann aber ebenso einen neuen Großraum mit eigener Identität entstehen lassen. Denkbar ist schließlich auch eine dritte Variante: Der Mythos der früheren wirtschaftlichen Sonderstellung des Ruhrgebietes, die Qualität des urbanen Siedlungsraumes und die Entfaltung der neuen Kultur- und Freizeitangebote entwickeln eine ausreichende Kraft, um für die kontinuierliche Erneuerung des Ruhrgebietsbewusstseins zu sorgen.

Der Band ist über den Buchhandel zu beziehen.
 


 
Michael Prinz (Hg.),
Gesellschaftlicher Wandel
im Jahrhundert der Politik.
Nordwestdeutschland im internationalen Vergleich 1920-1960, Paderborn u.a. 2007, 558 Seiten,
€ 52,-

ISBN 978-3-506-75749-4




Unbestritten sind die Jahre zwischen 1920 und 1960 in Deutschland von tiefen politischen Umbrüchen gekennzeichnet gewesen. Doch welcher Einfluss geht von diesen Veränderungen auf die Gesellschaft aus? Bildet der politische Wandel kurzfristig auch den Ausgangspunkt für sozialen Wandel? Oder folgen die gesellschaftliche Prozesse einem eigenen Rhythmus, der nicht ohne weiteres mit den vertrauten politischen Epocheneinteilungen übereinstimmt?

Das vorliegende Buch mit seinen mehr als zwanzig Beiträgen von deutschen und ausländischen Historikern zeigt, dass die Antworten auf solche Fragen unterschiedlich ausfallen - abhängig davon, welcher gesellschaftlicher Ausschnitt in den Blick genommen wird. Während zum Beispiel das Schicksal der jüdischen Bürger oder der Psychiatriepatienten in existentieller Weise vom Wechsel des politischen Regimes abhing, änderte sich in anderen Bereichen von Wirtschaft und Gesellschaft oft erstaunlich wenig. Die eigentliche Antwort auf die Frage nach dem Einfluss von Politik auf die Gesellschaft erlaubt jedoch erst der Blick über die nationalen Grenzen hinweg. Deshalb ist dieser Band konsequenter als andere Vorhaben auf den Vergleich mit den Gesellschaften der Nachbarländer - der Niederlande, Österreichs und der Schweiz - ausgerichtet.

Das Buch ist im Verlag Schöningh (Paderborn) erschienen und im Buchhandel erhältlich.
 


 
Bastian Gillner,
Unkatholischer Stiftsadel. Konfession und Politik des Adels im Fürstbistum Paderborn (1555-1618), Münster 2006, 150 Seiten, € 12,90

ISBN 10: 3-87023-107-6
ISBN 13: 978-3-87023-107-1



Die konfessionelle Entwicklung des Paderborner Landes wurde seit den Zeiten Bischof Dietrichs von Fürstenberg von einem dominierenden Katholizismus bestimmt, der Kultur und Gesellschaft des westfälischen Hochstifts bis heute prägt. Da sich dieser Katholizismus letztlich auf der ganzen Linie gegenüber konkurrierenden Bekenntnissen durchsetzen konnte, geriet die ursprüngliche Offenheit der Konfessionsentwicklung zwischen dem Augsburger Religionsfrieden und dem Dreißigjährigen Krieg kaum in den Blick der Forschung. Doch für rund hundert Jahre nach Bekanntmachung der Thesen Martin Luthers waren auch hier starke Einflüsse reformatorischen Denkens spürbar. Neben den Städten war es besonders der Adel des Landes, der sich der neuen Lehre öffnete. Abgesehen vom Einfluss persönlicher Frömmigkeit spielten dabei handfeste politische Interessen eine gewichtige Rolle, die mit der Bekenntniswahl und der konfessionellen Positionierung verteidigt, bewahrt oder durchgesetzt werden konnten.

Bastian Gillner schildert die Entwicklung der adeligen Bekenntnisbildung im Spannungsfeld von fürstbischöflicher Landesherrschaft, ritterlicher Landstandschaft, territorialer Adelskirche und tridentinischem Reformkatholizismus. Er beschreibt die Abgrenzung des Adels gegenüber den Paderborner Bischöfen, die Abwehr kirchlicher Eingriffe in die lokale adelige Herrschaft und die Stärkung des eigenen Standes durch eine konfessionell geprägte Identität als Elemente eines adelig-protestantischen Konfessionalisierungsprozesses.


Das Buch ist als Band 13 der Reihe "Forum Regionalgeschichte" im Ardey-Verlag (Münster) erschienen und im Buchhandel erhältlich.
 
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