Ansgar Weißer
• Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Tel. 0251/591-5706
Fax: 0251/591-3282
eMail:
ansgar.weisser@lwl.org
Kurzvita
1970
Geboren in Aurich
1991-2000
Studium an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster: Geschichte, Germanistik, Erziehungswissenschaften (Lehramt für die Sekundarstufe II)
1995
Praktikum im Staatsarchiv Aurich
1996-1999
Studentischer Volontär beim Westfälischen Institut für Regionalgeschichte und anschließender Werkvertrag
2000
Staatsexamen (Thema der schriftlichen Arbeit: Die Darstellung des Dritten Reiches und des Holocaust in Geschichtslehrbüchern und Unterrichtsmaterialien der DDR 1949 bis 1989)
Juli 2000 - Juni 2003
Wissenschaftlicher Volontär beim Westfälischen Institut für Regionalgeschichte
seit November 2003
Stipendiat am Westfälischen Institut für Regionalgeschichte
seit Januar 2008
Wissenschaftlicher Mitarbeiter des LWL-Instituts für westfälische Regionalgeschichte
Forschungsprojekt
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Die Frühgeschichte des Psychiatriestandortes Eickelborn (1870er bis 1920er Jahre)
Bis weit in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts war der größte Teil der psychisch Kranken auf die Hilfe der Familie angewiesen. Darüber hinaus waren die Städte und Gemeinden zuständig, die diese Menschen vor allem in Arbeits- und Armenhäusern oder in so genannten „Irrenverschlägen“ von Krankenhäusern unterbrachten. Vor dem Hintergrund von Industrialisierung und Urbanisierung kam es zur Ablösung der traditionellen Armen- durch eine moderne Wohlfahrtspflege. Zuständig für die Bewahrung und Pflege hilfsbedürftiger Kranker in geeigneten Einrichtungen wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts der Provinzialverband Westfalen, der damit zum Hauptträger der geschlossenen Geisteskrankenfürsorge avancierte.
Erste psychiatrische Einrichtungen waren in Westfalen bereits seit Beginn des 19. Jahrhunderts entstanden. Mit dem gesetzlichen Anspruch auf stationäre Versorgung nahm die Zahl der Patienten sprunghaft zu und machte die bauliche Erweiterung bestehender sowie die Errichtung weiterer psychiatrischer Einrichtungen notwendig. Im gesamten deutschen Kaiserreich kam es zwischen den 1870er Jahren und dem Vorabend des Ersten Weltkrieges zu einer erheblichen Expansion des Anstaltswesens.
Vor diesem Hintergrund beschloss der Westfälische Provinziallandtag 1882 die Errichtung einer weiteren „Irren-Siechen-Anstalt“ in Eickelborn, die bereits im Oktober 1883 eröffnet wurde. Innerhalb Westfalens besaß der Psychiatriestandort Eickelborn von Beginn an eine Sonderstellung: Hauptaufgabe der „Provinzial-Pflege-Anstalt“ war zunächst die Aufnahme von „unheilbaren Geisteskranken“ aus den übrigen Pflege- und Heilanstalten des Provinzialverbandes, um diese zu entlasten und Überbelegungen abzubauen. Erst im Laufe der folgenden Jahrzehnte entwickelte sich aus der Pflegeeinrichtung eine „Heilanstalt“, deren Aufgabe nicht auf die bloße Verwahrung psychisch Erkrankter beschränkt blieb.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erhielt der Psychiatriestandort Eickelborn eine weitere Zweckbestimmung, die Unterbringung so genannter „gemeingefährlicher Geisteskranker“: Bei ihnen handelte es sich zum einen um als „gefährlich“ eingestufte Kranke anderer psychiatrischer Einrichtungen, zum anderen um psychisch kranke Straftäter, die aus westfälischen Strafanstalten nach Eickelborn überwiesenen wurden.
Aus Anlass des 125 Bestehens des LWL-Psychiatriestandorts Eickelborn wird in dem Projekt die Geschichte der Klinik zwischen 1883 und 1930 untersucht. Neben den Motiven für die Gründung und den Ausbau der Provinzial-Pflege-Anstalt sowie der Spiegelung der allgemeinen Entwicklungen der Anstaltspsychiatrie am Standort Eickelborn wird vor allem die Frühgeschichte der Forensik im Mittelpunkt des Interesses stehen. Dabei soll auch gefragt werden, wie die Öffentlichkeit vor Ort auf die Errichtung der Pflegeanstalt und die Unterbringung von psychisch kranken Straftätern nach der Jahrhundertwende reagierte. Ausgewertet werden neben den Protokollen des Provinziallandtags und den gedruckten Berichten der Provinzialverwaltung die Aktenüberlieferung von Provinzialverwaltung, Klinik und Oberpräsidium sowie verschiedene Lippstädter Tageszeitungen und ausgewählte Patientenakten.
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Die Innere Landesgründung von Nordrhein-Westfalen. Die Auseinandersetzung zwischen Staat und Selbstverwaltung um den Aufbau des neuen Landes (Dissertationsprojekt)
Nach der Gründung Nordrhein-Westfalens 1946 stellte sich die Frage nach dem Staats- und Verwaltungsaufbau des neuen Landes sowie der Integration der Landesteile. Von besonderer Bedeutung für die Formierung der inneren Ordnung war die Neudefinition des Verhältnisses zwischen Staat und Selbstverwaltung. Dieser Klärungsprozess verlief keineswegs konfliktfrei. Umstritten war zwischen Befürwortern eines zentralisierten Staats- und Verwaltungsaufbaues und Vertretern regionaler und kommunaler Interessen vor allem, wie weitgehend es zu einer Dezentralisierung, Regionalisierung und Kommunalisierung von Aufgaben und Entscheidungskompetenzen kommen sollte.
Das Bestreben, eine bürgernahe Verwaltung zu errichten, führte dabei in Nordrhein-Westfalen zu einer Renaissance des Selbstverwaltungsgedankens. Mit der Verabschiedung der kommunalen Verfassungsgesetze und der Errichtung der Landschaftsverbände 1953 wurde die von der britischen Besetzungsmacht eingeleitete Kommunalisierung fortgeführt und die auf einen dezentralen Staats- und Verwaltungsaufbau gerichtete Politik zu einem vorläufigen Abschluss gebracht. Dass die Entscheidung in Nordrhein-Westfalen für mehr Selbstverwaltung nicht selbstverständlich war, zeigt der Vergleich mit der Entwicklung anderer Bundesländer.
Weitere Forschungsschwerpunkte
• Geschichte des Landes Nordrhein-Westfalen
• Geschichte des Provinzialverbandes Westfalen bzw. des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe
Veröffentlichungen
• (Hg), Staat und Selbstverwaltung. Quellen zur Entstehung der nordrhein-westfälischen Landschaftsverbandsordnung von 1953 (Forschungen zur Regionalgeschichte, Bd. 45), Paderborn 2003
• Die Entstehung der Landschaftsverbandsordnung und die Auseinandersetzung zwischen Staat und Selbstverwaltung um den inneren Aufbau Nordrhein-Westfalens, in: Geschichte im Westen 18 (2003), Heft 2, S. 205-225
• Staatsexamens- und Magisterarbeiten zur Geschichte Westfalens, in: Westfälische Forschungen 52 (2002), S. 633-642.
• Artikel "Oberpräsident" für das für das Internet-Portal
Westfälische Geschichte
• Artikel "Regierungspräsident" für das Internet-Portal
Westfälische Geschichte
• Artikel "Regierungsvizepräsident" für das Internet-Portal
Westfälische Geschichte
• Artikel "Landeshauptmann/Landesdirektor" für das Internet-Portal
Westfälische Geschichte
• Erläuterung zum Landeswappen von Nordrhein-Westfalen, Artikel für das Internet-Portal
Westfälische Geschichte
• Artikel "Entscheidung zur Gründung der Ruhr-Universität Bochum" für das Internet-Portal
Westfälische Geschichte
• Artikel "Geschichte des Provinzialverbandes Westfalen und des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL)" für das Internet-Portal
Westfälische Geschichte
• Operation "Marriage", in: Westfalium. Magazin für Gesellschaft, Kultur und Lebensart, Heft 19, Herbst 2006, S. 22-24.
Rezensionen
• Rezension zu Heinrich Burgdorf u.a. (Hg.), Zwangsarbeiterinnen und Kriegsgefangene in Blomberg (1939-1945), Bielefeld 1996, in: Westfälische Forschungen 47 (1997), S. 927f.
• Rezension zu Thomas Schilp (Hg.), Himmel, Hölle, Fegefeuer. Jenseitsvorstellungen und Sozialgeschichte im spätmittelalterlichen Dortmund, Essen 1996, in: Westfälische Forschungen 47 (1997), S. 939f.
• Rezension zu Uli Kahmann, Die Geschichte des J.F.A. Lampe, Ein Beamtenleben im Dorf Schildesche um 1800, Bielefeld 1995, in: Westfälische Forschungen 47 (1997), S. 940f.
• Rezension zu Alfons Kenkmann/Bernd-A. Rusinek (Hg.), Verfolgung und Verwaltung. Die wirtschaftliche Ausplünderung der Juden und die westfälischen Finanzbehörden, Münster 1999, in: Westfälische Forschungen 51 (2001), S. 590f.
• Rezension zu Joseph Walk (Hg.), Das Sonderrecht für die Juden im NS-Staat. Eine Sammlung der gesetzlichen Maßnahmen und Richtlinien – Inhalt und Bedeutung, Heidelberg 1996, in: Westfälische Forschungen 51 (2001), S. 603f.
• Rezension zu Sabine Mecking, Didaktische Mappe „Verfolgung und Verwaltung: die wirtschaftliche Ausplünderung der Juden und die westfälischen Finanzbehörden“, Münster 2001, in: Westfälische Forschungen 52 (2002), S. 739f.
• Rezension zu Christian Handschell (Bearb.), Handbuch zur Statistik der Parlamente und Parteien in den westlichen Besatzungszonen und in der Bundesrepublik Deutschland. Teilbd. 1: Abgeordnete in Bund und Ländern. Mitgliedschaft und Sozialstruktur 1946-1990, Düsseldorf 2002, in: Westfälische Forschungen 54 (2004), S. 603-606.
• Rezension zu Thomas Gießmann/Rudolf Marciniak, „Fast sämtliche Kinder sind jetzt weg.“ Quellen und Zeitzeugenberichte zur Kinderlandverschickung aus Rheine 1941-1945, Münster 2001, in: Westfälische Forschungen 54 (2004), S. 721-723.
• Rezension zu Günther Högl/Hans-Wilhelm Bohrisch (Hg.), „Die Person immer ganz weit hinter der Sache.“ Fritz Henßler 1886-1053. Sozialdemokrat, Reichstagsabgeordneter und Dortmunder Oberbürgermeister, Essen 2003, in: Westfälische Forschungen 55 (2005), S. 823f.
• Rezension zu Marion Heistermann, Demontage und Wiederaufbau. Industriepolitische Entwicklungen in der „Kruppstadt“ Essen nach dem Zweiten Weltkrieg (1945-1956), Essen 2004, in: Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte 93 (2006), Heft 1, S. 110f.
• Rezension zu Joachim Lilla (Bearb.), Der Preußische Staatsrat 1921-1933. Ein biographisches Handbuch. Mit einer Dokumentation der im „Dritten Reich“ berufenen Staatsräte (Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien, Bd. 13), Düsseldorf 2005, in: Westfälische Forschungen 56 (2006), S. 637-640.
• Rezension zu Handbuch zur Statistik der Parlamente und Parteien in den westlichen Besatzungszonen und in der Bundesrepublik Deutschland (Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien, Bd. 12). Teilband. 2: CDU und CSU. Mitgliedschaft und Sozialstruktur 1945-1990, bearbeitet von Corinna Franz und Oliver Gnad, Düsseldorf 2005; Teilband. 3: FDP sowie kleinere bürgerliche und rechte Parteien. Mitgliedschaft und Sozialstruktur 1945-1990, bearbeitet von Oliver Gnad, Daniela Gniss, Marion Hausmann und Carl-Wilhelm Reibel, Düsseldorf 2005; Teilband. 4: SPD, KPD und kleinere Parteien des linken Spektrums sowie Die Grünen. Mitgliedschaft und Sozialstruktur 1945-1990, bearbeitet von Josef Boyer und Till Kössler, Düsseldorf 2005, in: Westfälische Forschungen 56 (2006), S. 627-629.
• Rezension zu Marina Wiech (Red.), 1946 - Politik und Alltag im Gründungsjahr des Landes Nordrhein-Westfalen. Eine Ausstellung des Landesarchivs und des Landtags Nordrhein-Westfalen 26.10.-26.11.2006 (Veröffentlichungen des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen, Bd. 12), Düsseldorf 2006, in: Westfälische Forschungen 57 (2007), S. 660f.
• Rezension zu Joachim Lilla (Bearb.), Der Reichsrat. Vertretung der deutschen Länder bei der Gesetzgebung und Verwaltung des Reichs 1919-1934. Ein biographisches Handbuch. Unter Einbeziehung des Bundesrates Nov. 1918 - Febr. 1919 und des Staatenausschusses Febr. - Aug. 1919 (Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien, Bd. 14), Düsseldorf 2006, in: Westfälische Forschungen 57 (2007), S. 644-646.
Websites
• (mit Sven Peters):
Geschichte im Internet
Lehrveranstaltungen am Historischen Seminar der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster
• Wintersemster 2004/2005
Übung: Entstehung und Entwicklung eines neuen Bundeslandes: Nordrhein-Westfalen von 1945/46 bis 1966 (in Zusammenarbeit mit Dr. Sabine Mecking)
• Sommersemster 2005
Übung: Gesellschaft und Kultur in Nordrhein-Westfalen von 1960 bis 1980 (in Zusammenarbeit mit Dr. Sabine Mecking)
Lehrveranstaltungen am Historischen Seminar der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
• Wintersemster 2007/2008
Projektseminar: Landesgeschichte im Internet (in Zusammenarbeit mit Dr. Sabine Mecking)
Mitgliedschaft in wissenschaftlichen Vereinigungen
•
Mitglied im Brauweiler Kreis für Landes- und Zeitgeschichte e.V.