Band 59/2009
645 Seiten
Aschendorff Verlag, Münster
€ 69,60 (im Abo € 52,20) - Bezug über den Buchhandel
ISBN 978-3-402-15392-5
Historische Migrationsforschung ist ein mittlerweile etablierter, stark interdisziplinär ausgerichteter Teilbereich der Geschichtswissenschaft. Sie fragt mit dem Blick auf die Ausgangs- und Zielräume von Migration nach den politischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Bestimmungsfaktoren von Wanderungen, mithin letztlich nach den sowohl in den Entsende- wie auch in den Aufnahmegesellschaften ankernden individuellen (stets multiplen) Wanderungsmotivationen. Zunehmend im Vordergrund migrationshistorischer Studien stehen aber auch die in den Zielräumen integrationsbestimmenden Kräfte, mithin die Frage nach dem (generationenübergreifenden) Verlauf der Integration bestimmter Zuwanderergruppen. Durch Wanderungen verursachter gesellschaftlicher Wandel in den Ausgangs- wie auch in den Zielräumen wird in der Migrationsgeschichte sichtbar gemacht. Der von Michael Schubert betreute Band fragt sowohl nach den in der Region Westfalen ausgeprägten migrations- und integrationsbestimmenden gesellschaftlichen Strukturen als auch nach dem durch Wanderungen verursachten gesellschaftlichen Wandel der Region seit dem 18. Jahrhundert. Viele der dabei in den Blick genommenen Wanderungen, wie zum Beispiel die überseeischen und (trans)kontinentalen Auswanderungen des 18. und 19. Jahrhunderts, aber auch die Flucht- und Zwangswanderungen des 20. Jahrhunderts, hatten nicht nur Westfalen als ihren Ausgangs- bzw. Zielraum, lassen die Region aber zu einem Kristallisationsort des Großen im Kleinen werden. Andere Wanderungen, wie zum Beispiel die Arbeitswanderung der lippischen Ziegler im 18. und 19. Jahrhundert oder die der polnischen industriellen Arbeitswanderer in das Ruhrgebiet („Ruhrpolen“) seit dem Ende des 19. Jahrhunderts, können dagegen in diesem Sinne als spezifisch „westfälisch“ bezeichnet werden.
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