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Kultur und Gesellschaft in Westfalen 1870-1970


Band 47/1997, 975 Seiten, € 69,60 (ISBN 3-402-09226-3)


Der Jahresband 1997 versucht an einzelnen Beispielen einen Überblick über Struktur und Wandel des kulturellen Spektrums in Westfalen zwischen 1870 und 1970 zu geben, insbesondere die Entwicklung der Form der Massenkultur zu behandeln. Ein zweiter Schwerpunkt setzt sich mit sozial und kulturell bestimmten Konflikten in der Frühen Neuzeit auseinander. Beispiele aus Münster und Lemgo zeigen, wie ständische Positionen innerhalb der Stadtgesellschaft verändert und abgesichert werden konnten. Darüber hinaus werden laufende Forschungs -und Verzeichnungsprojekte - u.a. zum demographischen Wandel in Westfalen zwischen 1750 und 1870 und zum Umgang der nordrhein-westfälischen Justiz mit der NS-Vergangenheit - vorgestellt. Eine Replik zur These der Verschränkung von Eugenik und "Euthanasie" und ein Tagungsbericht über einen internationalen Kongress zum Thema "350 Jahre Westfälischer Frieden" beschließen den Band.


Inhalt:


Karl Ditt:
Kultur in Westfalen 1870-1970: Kategorien und Thesen

Eckhard Trox:
Kulturmilieu und Museumsgründungen. Träger der Bestrebungen für den Aufbau historischer Museen in Städten der ehemaligen Grafschaft Mark vor dem Zweiten Weltkrieg

Martin Griepentrog:
Vom Gelehrtenmuseum zur Volksbildungsanstalt? Popularisierungstendenzen und Arbeitsbereiche kulturhistorischer Museen in Westfalen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts

Ulrich Breuer:
Weimar in Hopsten? Die Werkleute auf Haus Nyland als literarische Vereinigung

Matthias Uecker:
Heimatbewußtsein im Industriegebiet? Das bürgerliche Heimat-Konzept im Ruhrgebiet der Weimarer Republik: Inhalte, Funktionen und Probleme

Willi Oberkrome:
Heimat in der Nachkriegszeit. Strukturen, institutionelle Vernetzungen und kulturpolitische Funktionen des Westfälischen Heimatbundes in den 1940er und 1950er Jahren

Ralf Stremmel:
Vom Heimatschutz zur Bürgerbewegung - Hauptgeschäftsführer Wilhelm Wilms und der Bielefelder Verschönerungsverein in den 1950er Jahren

Rainer Noltenius:
Westfälisches Arbeitertheater am Beispiel Dortmunds

Dagmar Kift:
Zwischen Werkgemeinschaften, Arbeiterkulturen und jugendlicher Autonomie: Junge Ruhrbergleute in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts

Gerd Meier:
Vom Parteiorgan zur modernen Zeitung? Die sozialdemokratische Tagespresse im östlichen Westfalen zwischen Kaiserreich und Bundesrepublik

Frank-Michael Kuhlemann:
Gesellschaft, Frömmigkeit und Theologie. Milieubildung und Mentalität im Protestantismus Ostwestfalens um die Jahrhundertwende

Antonius Liedhegener:
Gottessuche, Kirchenkritik und Glaubenstreue unter Münsters Katholiken in den Krisenjahren der Weimarer Republik. Untersuchungen zur katholischen Deutungskultur anhand einer frühen pastoraltheologischen Meinungsumfrage

Heiner Wirtz:
Katholische Vereinskultur und Kultur im katholischen Verein - das Beispiel der Gesellenvereine im Bistum Münster 1852-1960

Daniela Münkel:
Radio für das Land. Der Landfunk in der NS-Zeit

Konrad Dussel:
Bildung, Unterhaltung und Information in ganz unterschiedlichen Mischungen: Strukturen des Abendprogramms des Westdeutschen Rundfunks von den zwanziger bis zu den sechziger Jahren

Siegfried Gehrmann:
Fußball im Ruhrgebiet. Zur Bedeutung einer populären Sportart für die gesellschaftliche Integration von Zuwanderern aus dem Osten 1900-1940

Stefan Nielsen, Klaus Prange:
Soziale und kulturelle Funktionen von Turnen und Sport in Münster während des Kaiserreichs und der Weimarer Republik

Philipp Koch:
Gesellschaftliche Integration und Polarisation im Sport. Zur Sozialgeschichte des Handballspiels in Ostwestfalen 1920 bis 1933

Markus Köster:
Entdecker der Erlebnisgesellschaft? - Weimarer Jugendgeneration und moderne Freizeitkultur in der westfälischen Provinz

Matthias Frese:
Die Herausbildung des Massentourismus in Westfalen. Tourismusförderung, organisierte Reisen und Individualtourismus in der Weimarer Republik und in der NS-Zeit

Stefan Goch:
"Der Ruhrgebietler" - Überlegungen zur Entstehung und Entwicklung regionalen Bewußtseins im Ruhrgebiet


KULTURKONFLIKTE IN DER FRÜHEN NEUZEIT

Friederike Neumann:
Die Schmähung als ‘Meisterstück'. Die Absicherung ständischer Position durch Beleidigung unter Lemgoer Kürschnern im ausgehenden 16. und frühen 17. Jahrhundert

Christine Schedensack:
Formen der außergerichtlichen gütlichen Konfliktbeilegung. Vermittlung und Schlichtung am Beispiel nachbarrechtlicher Konflikte in Münster (1600-1650)

Christof Jeggle:
"Ob sie wol die Leinenweber liessen gute Leute sein ...". Zur Diskriminierung von Leinewebern im frühneuzeitlichen Münster


JAHRESBERICHTE 1996


FORSCHUNGSPROJEKTE

Ludger Kremer, Timothy Sodmann:
Westmünsterländische Flurnamen. Ein Projekt zur Erforschung der Mikrotoponymie am Westrand des Westfälischen

Georg Fertig:
Demographischer Wandel, Marktentwicklung und Regionenbildung in Westfalen 1750-1870: Skizze eines Forschungsprojektes

Hans-Eckhard Niermann:
Die nordrhein-westfälische Justiz und ihr Umgang mit der nationalsozialistischen Vergangenheit. Eine Projektskizze


DISKUSSIONSFORUM

Hans-Walter Schmuhl:
Eugenik und "Euthanasie" - Zwei Paar Schuhe? Eine Antwort auf Michael Schwartz


TAGUNGSBERICHT

Ulrich Winzer:
Der Westfälische Friede. Ein internationaler Kongreß zum Auftakt der Jubiläumsveranstaltungen


ARCHIVE UND BIBLIOTHEKEN IN WESTFALEN

Wolfgang Bender:
Von der Übernahme zur Verzeichnung. Der Bestand L 107 D - Heil- und Pflegeanstalt Lindenhaus - im Staatsarchiv Detmold und seine Bedeutung für die Forschung


ZEITSCHRIFTENSCHAU

Elisabeth Böhm:
Beiträge zur geschichtlichen Landeskunde Westfalens in ausgewählten Zeitschriften des Jahres 1996. Mit Nachträgen des Jahres 1995


BESPRECHUNGEN
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