Weiblichkeit und Männlichkeit als soziale und kulturelle Praxis im 19. und 20. Jahrhundert
Band 45/1995, 548 Seiten, € 69,60 (ISBN 3-402-09224-7)
"Weiblichkeit und Männlichkeit als soziale und kulturelle Praxis im 19. und 20. Jahrhundert" lautet der geschlechtergeschichtliche Themenschwerpunkt des 45. Bandes. Nach einer Einführung zum Thema verfolgen 11 Autorinnen und Autoren in interdisziplinärer Perspektive an Beispielen aus Politik-, Sozial-, Kultur- und Mentalitätsgeschichte die Frage, wie Weiblichkeit und Männlichkeit in unterschiedlichen sozialen Gruppen und Kontexten erlebt und gedeutet, adaptiert und genutzt wurden. Besonderes Interesse verdient darüber hinaus eine volkskundlich-kulturhistorische Studie über die regionale westfälische Küche zwischen Stereotyp und Realität. Zwei Beiträge stellen Bestände aus Lippischen NS-Kreisleitungen im Staatsarchiv Detmold sowie den vom Westfälischen Institut für Regionalgeschichte erworbenen Nachlass des Rabbiners Hans Chanoch Meyer vor. Eine Reihe von Forschungsberichten sind den Themen Katholische Konfession und Kirchenzucht im 17. und 18. Jahrhundert, 350 Jahre Westfälischer Friede, West- und ostdeutsche Stahlindustrie 1950-1970 sowie der Arbeit des Landeskundlichen Instituts Westmünsterland gewidmet.
Inhalt:
Susanne Rouette:
Einführung
Lynn Abrams:
Restabilisierung der Geschlechterverhältnisse: Die Konstruktion und Repräsentation von Männlichkeit und Weiblichkeit in Scheidungsprozessen des 19. Jahrhunderts
Claudia Belemann:
Positionsbestimmung. Elise von Hohenhausen, geb. von Ochs (1789-1857) zwischen Restauration und Revolution
Karin Bruns:
"Skandalöse Bilder". Geschlechterdifferenz und politische Praxis um 1900
Katrin Dördelmann:
‘Private' Konflikte und staatliches Interesse: DenunziantInnen im nationalsozialistischen Deutschland
Matthias Frese:
"Samstags gehört Vati mir". Arbeit und Freizeit von Frauen und Männern in der gewerkschaftlichen Diskussion der frühen Bundesrepublik Deutschland (1949-1965)
Gudrun Gersmann:
Die Hexe als Heimatheldin. Die Hexenverfolgung der Frühen Neuzeit im Visier der Heimathistoriker
Heide-Marie Lauterer:
"Das Recht, anders geartete Menschen, weibliche Menschen zu sein." Zur Frage einer gemeinsamen politschen Praxis von Parlamentarierinnen in der Weimarer Republik, in der britischen Besatzungszone und in der frühen Bundesrepublik Deutschland
Ortrun Niethammer:
"Ein jeder hat eine gewisse Art zu denken und sich auszudrücken". Aspekte der Diskussion um Frauenbriefe und -werke zu Beginn des 19. Jahrhunderts
Thomas Rohkrämer:
Das Militär als Männerbund? Kult der soldatischen Männlichkeit im Deutschen Kaiserreich
Gerlinde Volland:
Zärtlich dem Tod zugewandt - "Marianische" Aspekte und Todesbezug am Beispiel einer Nepomukstatue in Ostwestfalen
Thomas Welskopp:
Leben im Rhythmus der Hütte. Geschlechterbeziehungen in Stahlarbeitergemeinden des Ruhrgebiets und Pennsylvanias, 1890-1920
KARL-ZUHORN-STIPENDIUM
Barbara Krug-Richter:
"Das Land der Pumpernickel und der Schinken?" Zur Relevanz des Regionalen oder Ernährungsgewohnheiten in Westfalen zwischen Stereotyp und Realität
JAHRESBERICHTE 1994
ARCHIVE UND BIBLIOTHEKEN IN WESTFALEN
Andreas Ruppert:
Bestände aus Lippischen NS-Kreisleitungen im Staatsarchiv Detmold
Ralf Klötzer:
Der Nachlaß des Rabbiners Prof. Dr. Hans Chanoch Meyer. Eine Erwerbung des Westfälischen Instituts für Regionalgeschichte
FORSCHUNGSPROJEKTE UND FORSCHUNGSINSTITUTIONEN
Andreas Holzem:
Katholische Konfession und Kirchenzucht. Handlungsformen und Deliktfelder archidiakonaler Gerichtsbarkeit im 17. und 18. Jahrhundert
Gunnar Teske:
350 Jahre Westfälischer Friede
Stefan Unger, Werner Plumpe:
Die Stahlindustrie der beiden deutschen Staaten zwischen 1950 und 1970 in vergleichender Sicht - Ein Projektbericht
Ludger Kremer:
Landeskundliches Institut Westmünsterland. Aufgaben und Arbeitsergebnisse einer regionalen Forschungseinrichtung
ZEITSCHRIFTENSCHAU
Elisabeth Böhm:
Beiträge zur geschichtlichen Landeskunde Westfalens in ausgewählten Zeitschriften des Jahres 1994. Mit Nachträgen des Jahres 1993
BESPRECHUNGEN
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