"Zivilisatorischer Fortschritt" und Massenkultur
Arbeitstitel: "Zivilisatorischer Fortschritt" und Massenkultur. Ihre Verbreitung und Rezeption
bei Arbeiterschaft und Bürgertum um die Jahrhundertwende. Ein deutsch-englischer
Städtevergleich (Bearbeiter: Karl Ditt)
Die Sozialgeschichte hat in den 1970/80er Jahren das Handeln und Bewußtsein
der sozialen Großgruppen vielfach auf ihre wirtschaftliche und soziale Situation
zurückgeführt und daraus die Unterschiedlichkeit ihrer Ideologien und Politik
erklärt. In diesem Projekt wird nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden in der
Verbreitung bzw. Rezeption dieser Phänomene der Moderne in Deutschland und
England am Beispiel unterschiedlicher Stadttypen (Industrie-/Verwaltungsstädten)
gefragt, um durch den internationalen Vergleich ihren nivellierenden oder
differenzierenden Einfluß gegenüber den nationalen Traditionen zu beurteilen.
Darüberhinaus wird danach gefragt, ob die Verbreitung und Rezeption von
Modernitätsphänomenen nivellierend oder differenzierend auf Lage und Bewußtsein
von Arbeitern und Bürgern eingewirkt und den wirtschaftlich-sozialen
Interessennexus beeinflußt hat. Aus dem breiten Komplex der
Modernitätsphänomene wird dazu zum einen die Durchsetzung von
technologischen Errungenschaften (Gas, Elektrizität, Haushaltsgeräte und
Telefon), zum anderen von Formen der Massenkultur (Film, Rundfunk und Sport) in
der Frühphase der Zweiten Industriellen Revolution und den Anfängen der Moderne
(ca. 1880-1930) verfolgt.
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