Die Sozialgeschichte hat in den 1970/80er Jahren das Handeln und Bewusstsein der sozialen Großgruppen vielfach auf ihre wirtschaftliche und soziale Situation zurückgeführt und daraus die Unterschiedlichkeit ihrer Ideologien und Politik erklärt. In diesem Projekt wird nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden in der Verbreitung bzw. Rezeption dieser Phänomene der Moderne in Deutschland und England am Beispiel unterschiedlicher Stadttypen (Industrie-/Verwaltungsstädten) gefragt, um durch den internationalen Vergleich ihren nivellierenden oder differenzierenden Einfluss gegenüber den nationalen Traditionen zu beurteilen. Darüber hinaus wird danach gefragt, ob die Verbreitung und Rezeption von Modernitätsphänomenen nivellierend oder differenzierend auf Lage und Bewusstsein von Arbeitern und Bürgern eingewirkt und den wirtschaftlich-sozialen Interessennexus beeinflusst hat. Aus dem breiten Komplex der Modernitätsphänomene wird dazu zum einen die Durchsetzung von technologischen Errungenschaften (Gas, Elektrizität, Haushaltsgeräte und Telefon), zum anderen von Formen der Massenkultur (Film, Rundfunk und Sport) in der Frühphase der Zweiten Industriellen Revolution und den Anfängen der Moderne (ca. 1880-1930) verfolgt.