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Innere Landesgründung NRW

Arbeitstitel: Die Innere Landesgründung von Nordrhein-Westfalen. Die Auseinandersetzung zwischen Staat und Selbstverwaltung um den Aufbau des neuen Landes
(Bearbeiter: Ansgar Weißer)


Nach der Gründung Nordrhein-Westfalens 1946 stellte sich die Frage nach dem Staats- und Verwaltungsaufbau des neuen Landes sowie der Integration der Landesteile. Von besonderer Bedeutung für die Formierung der inneren Ordnung war die Neudefinition des Verhältnisses zwischen Staat und Selbstverwaltung. Dieser Klärungsprozess verlief keineswegs konfliktfrei. Umstritten war zwischen Befürwortern eines zentralisierten Staats- und Verwaltungsaufbaues und Vertretern regionaler und kommunaler Interessen vor allem, wie weitgehend es zu einer Dezentralisierung, Regionalisierung und Kommunalisierung von Aufgaben und Entscheidungskompetenzen kommen sollte.

Das Bestreben, eine bürgernahe Verwaltung zu errichten, führte dabei in Nordrhein-Westfalen zu einer Renaissance des Selbstverwaltungsgedankens. Mit der Verabschiedung der kommunalen Verfassungsgesetze und der Errichtung der Landschaftsverbände 1953 wurde die von der britischen Besetzungsmacht eingeleitete Kommunalisierung fortgeführt und die auf einen dezentralen Staats- und Verwaltungsaufbau gerichtete Politik zu einem vorläufigen Abschluss gebracht. Dass die Entscheidung in Nordrhein-Westfalen für mehr Selbstverwaltung nicht selbstverständlich war, zeigt der Vergleich mit der Entwicklung anderer Bundesländer.