Gesellschaft in Westfalen
Arbeitstitel: Gesellschaft in Westfalen. Kontinuität und Wandel 1930-1960
(Betreuer: Matthias Frese, Franz-Werner Kersting, Julia Paulus, Michael Prinz)
Das Projekt will einen Beitrag zur Sozialgeschichte der Bundesrepublik leisten.
Seine methodische Konzeption zielt auf das Verhältnis zwischen
sozialhistorischen bzw. politischen Entwicklungen und geläufigen
Epochengrenzen. Leitender Gesichtspunkt des Projektes ist die kritische
Auseinandersetzung mit der vieldiskutierten Kontinuitätsfrage. Mit Hilfe
interregionaler, internationaler und interepochaler Vergleiche soll nicht nur die
These von der "Modernisierungsfunktion" nationalsozialistischer Herrschaft
überprüft, sondern auch nach den traditionszerstörenden Folgen von Teilung,
Flucht und Vertreibung, nach der Rolle äußerer Einflüsse ("Amerikanisierung" etc.)
und ihrer Bedeutung für den sozialen Wandel sowie nach dem Einfluß des
Wirtschaftswachstums der fünfziger Jahre auf die gesellschaftliche und kulturelle
Entwicklung in der Bundesrepublik gefragt werden.
Die Bearbeitung des breit gefächerten Forschungsprogramms, das auf mehrere Jahre angelegt und in insgesamt 17 Teilprojekte untergliedert ist, erfolgt zum einen durch Mitarbeiter/innen des WIR, zum anderen durch (Post-)Doktoranden, für die ein eigenes Stipendienprogramm aufgelegt worden ist. Geplant sind außerdem begleitende wissenschaftliche Tagungen (bisher 1994 und 2000) und Kolloquien. Die im Rahmen des Projekts entstehenden Einzelstudien werden in der Institutsreihe "Forschungen zur Regionalgeschichte" veröffentlicht.
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Teilprojekte
Peter Exner: Ländliche Gesellschaft und Landwirtschaft in Westfalen 1919-1969 [abgeschlossen]
Gerd Meier: Zwischen Milieu und Markt. Tageszeitungen in Ostwestfalen (1920-1970)
[abgeschlossen]
Corinna Nauck: Kommunale Selbstverwaltung und Kommunalbürokratie im Raum Siegen 1930 bis 1960 unter besonderer Berücksichtigung der Stadtentwicklung
[abgeschlossen]
Martin Löning: Die politischen Führungsgruppen in Bielefeld und Münster 1930-1960. Kontinuitäten und Diskontinuitäten
Frank Nienhaus: Kirchenglocken und Werksirenen. Das Münsterland - ein katholisches Milieu in den Umbrüchen zur modernen Gesellschaft
Helene Albers: "Landfrauen" - zwischen Tradition und Wandel. Arbeits- und Lebensbedingungen von Bäuerinnen in der westfälischen Landwirtschaft 1920-1960
[abgeschlossen]
Rainer Auts: Freie Wohlfahrtsverbände und Sammlungswesen in Westfalen 1930-1960
[abgeschlossen]
Willi Oberkrome: Zur Sozial- und Kulturgeschichte der Heimatbewegung 1930-1960. Westfalen-Lippe und Thüringen im Vergleich [abgeschlossen]
Marlene Klatt: Umgang mit der unbequemen Vergangenheit. Judenverfolgung und Wiedergutmachung in Westfalen
Detlef Briesen: Massenwohlstand und kulturelle Verwestlichung in Rheinland-Westfalen 1920-1970 [abgeschlossen]
Norwich Rüße: Bauern und Agrarunternehmer? Westfälische und niederländische Landwirtschaft 1920-1960
Markus Köster: Jugend, Wohlfahrtsstaat und Gesellschaft im Wandel. Westfalen zwischen Kaiserreich und Bundesrepublik [abgeschlossen]
Wolfhart Beck: Soziale und mentale Kontinuitäten und Umbrüche protestantischer Gemeindemilieus in Westfalen 1920-1960 am Beispiel des Kirchenkreises Lübbecke [abgeschlossen]
Michael Prinz: Gesellschaftliche Zukunftsvorstellungen und der Wandel von Wohn- und Siedlungsformen am regionalen Beispiel 1918-1960
Matthias Frese: Arbeitsbeziehungen im öffentlichen Dienst am Beispiel kommunaler Betriebe und Verwaltungen 1920-1970
Sandra Schürmann: Dornröschen und König Bergbau. Kulturelle Urbanisierung und bürgerliche Repräsentationen am Beispiel der Stadt Recklinghausen (1930-1960) [abgeschlossen]
Julia Paulus: "Berufene Arbeit" Geschlechtsspezifische Segregationen im Berufs- und Ausbildungswesen
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