Baufibel Bad Salzuflen
Erhalten und gestalten im historischen Stadtkern von Bad Salzuflen
Die vorliegende Baufibel beschäftigt sich mit den siedlungs- und baukulturellen Vorgaben und Bindungen des historischen Stadtkerns Bad Salzuflen. Sie beschreibt die Bedingungen und Voraussetzungen für das Erhalten, Verändern und Gestalten innerhalb einer empfindlichen Altstadt in der Region Ostwestfalen-Lippe. Schwerpunkte der Betrachtung sind das Einfügen von neuen baulichen Anlagen in das überkommene Gefüge von Siedlung und Bausubstanz. Dabei ist die Herangehensweise der Baufibel durchaus beispielhaft und übertragbar.
Die gestalterischen Maßgaben werden anhand der vor Ort anzutreffenden, verschiedenartigen Gestaltmerkmale untersucht, ableitetet und dargestellt. Diese Betrachtung umfasst u. a. die Siedlung sowie die Kubatur der Gebäude und ihrer Freiflächen. Aber auch die Gliederung und Gestaltung von Dächern und Fassaden werden entsprechend behandelt. Gute Beispiele aus Bad Salzuflen oder aus der Region helfen zudem, die gestalterischen Ansagen zu belegen. Gut-Schlecht- Gegenüberstellungen werden ausdrücklich vermieden. Vielmehr werden im Einzelfall Prinzipien für eine Gestaltung (z. B. "Goldener Schnitt" oder "Lochfassade") grundsätzlich erläutert.
Vorgabe war eine Gestaltungs- und Erhaltungssatzung von 1981. Inhalt der Vereinbarung war, diese fortzuschreiben, die gestalterischen Anforderungen zu begründen und die damit verbundenen Maßgaben zu illustrieren.
Das Arbeitsergebnis wurde im März 2006 der Stadt Bad Salzuflen als "Baufibel" vorgestellt und damit formal übergeben. Die Beschlussfassung über eine neue Erhaltungs- und Gestaltungssatzung ist jedoch nicht zustande gekommen. Die Baufibel dient seitdem neben der bestehenden alten Satzung als Arbeitshilfe bei der Beratung von Bauvorhaben und ist Grundlage für Gespräche mit Bauherren und ihren Architekten. Während der Bearbeitung hat ein Beratungsangebot des LWL-Amtes bestanden, um die angestrebten baukulturellen Ziele zu erreichen.
Um das Bewusstsein für die "Stadtgestaltung" wieder neu zu beleben und zu steigern wurde der Erarbeitung der Baufibel eine Ausstellung zur Stadtbildpflege "Profil zeigen !", eine Vortragsveranstaltung sowie ein Fassadenwettbewerb an die Seite gestellt. Der gewählten Vorgehensweise liegt die Erkenntnis zugrunde, dass inzwischen Stadtgestaltung als "weicher Standortfaktor" für die Attraktivität eines Ortes erkannt worden ist und zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Bau(t)en für die Gemeinschaft
Tagung, 20.11.2008, Soest
