Ein Projekt des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe in Zusammenarbeit mit dem Kreis Minden-Lübbecke gefördert mit Mitteln des EU-Programms LEADER+
Der in weiten Teilen ländlich geprägte Kreis Minden-Lübbecke weist noch immer eine Vielzahl charakteristisch erhaltener Dörfer, Hofanlagen und Einzelgebäude der ostwestfälischen Kulturlandschaft auf. Gleichzeitig wird jedoch das Landschaftsbild durch gesichtslose Siedlungserweiterungen und ortsfremd gestaltete Neubauten bedroht, die keinen Bezug mehr zu der überlieferten Architektur aufweisen.
Ziel des EU-geförderten Projektes war daher die Bewusstmachung der baulichen Qualitäten und Eigenarten in den ländlich geprägten Räumen des Kreises Minden-Lübbecke und das Aufzeigen von Leitlinien einer regional und nachhaltig orientierten Dorferneuerung und Siedlungsentwicklung.
Dazu hatte der Kreis Minden-Lübbecke unser Amt damit beauftragt, die im Kreisgebiet prägenden Siedlungsstrukturen und die in den Dörfern typischen Gestaltmerkmale der Höfe und Einzelgebäude systematisch zu erfassen.
Darüberhinaus wurden regionaltypische Entwurfsleitlinien und Gestaltungshilfen entwickelt, die nun sowohl den Kommunen bei der Ausgestaltung von Siedlungsergänzungen, als auch den örtlichen Architekten beim Entwurf von Hausgruppen oder Einzelgebäuden zur Verfügung stehen.
Zielrichtung dabei war nicht der historisierende Rückgriff auf die Architektur der vergangenen Jahrhunderte, sondern vielmehr eine Übersetzung in eine moderne Architektursprache.
Sowohl allgemeingültig und abstrahiert als auch an konkreten Testentwürfen für aktuell anstehende Bauaufgaben im Kreis wird aufgezeigt, dass es eine Fülle übertragbarer Entwurfsprinzipien gibt, an denen sich - auch für zeitgemäße bauliche Hinzufügungen - regionaltypisches Bauen im Mühlenkreis festmachen lässt.
Im Rahmen eines breit angelegten Kommunikationsprozesses wurden die Ergebnisse in allen zuständigen politischen Gremien diskutiert und darüberhinaus in mehreren Veranstaltungen einer breiten Fachöffentlichkeit vorgestellt.