Reihendorf, das in waldreichen Gebieten, vor allem des Mittelgebirges, als typische Siedlungsform der Waldrodung entstand (Plansiedlung).
Historische Form der Waldnebennutzung mit dem Eintrieb von Schweinen, Rindern, Schafen und Ziegen in den (Allmend-) Wald. In der Römerzeit wurden Buchenhochwälder und Eichenmischwälder als sog. Mastwälder systematisch gefördert. Dabei löst im Laufe der Zeit das Weidevieh eine regressive Sukzession vom geschlossenen Wald über lichte Bestände bis hin zur Trift aus. Jungpflanzen und Rinden von Holzgewächsen werden verbissen. Durch das stetige Abbeißen der Haupttriebe werden vermehrt Seitentriebe ausgebildet und es entstehen kugelartige Kollerbüsche. Zugleich werden verbissempfindliche Arten wie die Weißtanne allmählich verdrängt. Gemiedene Arten wie Grauerle oder Wacholder werden dagegen begünstigt, ähnliches gilt für Arnika, Germer und Enziane. Schädigend wirken sich zudem die Verdichtungen des Bodens durch den Viehtritt aus mit einer Störung von Luft- und Wasserhaushalt. Diese Beeinträchtigungen und die Auflichtung der Bestände können zu einer erhöhten Erosionsgefahr führen. Sie wurde in früheren Zeiten noch verschärft durch eine gezielte Streuentnahme, für die Ställe genutzt. Aktuelle Programme zum Erhalt tradierter Kulturlandschaften setzen gezielt Schaf- und Ziegenherden ein, um Vegetationstypen mit zahlreichen Pflanzen- und Tierarten der Roten Liste wie beispielsweise Wacholderheiden oder Halbtrockenrasen, mit traditionellen Bewirtschaftungsmethoden erhalten zu können.
Das Walmdach ist eine Dachform. Im Gegensatz zum Satteldach hat ein Walmdach nicht nur auf der Traufseite, sondern auch auf der Giebelseite (das ist die kurze Seite des Hauses) geneigte Dachflächen. Sie werden als Walm bezeichnet.
Ein vollständiger Walm ersetzt den Giebel, das Dach hat also an allen vier Seiten Schrägen. Ein Walmdach hat aber auf jeden Fall auch einen Dachfirst, ansonsten spricht man von einem Zeltdach (Pyramidendach).
Die geneigten Dachflächen bieten weniger Angriffsfläche für Wind, die Windlast auf die Konstruktion wird effektiv verringert.
Derjenige Teil der landwirtschaftlich genutzten Fläche, der im Unterschied zur Wiese von Nutztieren beweidet wird. Unterscheiden lassen sich Weiden in private Weiden und Gemein-Weiden (auch Hutungen). Permanent als Weide genutztes Grünland, die sogenannten Dauerweiden, sind unter anderen an einer stabilen Umzäunung, an hohen Gräsern und an Stellen mit Kuhmist erkennbar. Als Unterform der Dauerweide kann die Umtriebsweide angesehen werden. Im Rahmen der Feldgraswirtschaft werden Wechselweiden betrieben. Zwischen Weide und Wiese steht die intensiv genutzte und gedüngte Mähweide. Dabei besteht ein geregelter Wechsel zwischen Winterfuttergewinnung und Weidegang innerhalb einer Vegetationsperiode. Gewöhnlich werden Mähweiden erst nach dem ersten Grasschnitt beweidet.
Weidenbestand auf dem Land mit 1-3jährigen Umtrieb, das dem Rhein durch Wasserbaumaßnahmen abgerungen wurde.
kleine ländliche Gruppensiedlung mit 3 bis ca. 20 Haus- oder Hofstätten.
In der erhaltenden Kulturlandschaftspflege muss die weitere Entwicklung im Einklang mit den auf den Gesamtraum bezogenen zu erhaltenden Zentralwerten stattfinden. Hierbei sind Konzepte zu formulieren, in denen eine intensive Berücksichtigung des natürlichen Potentials, des regionsspezifischen Landschaftsbildes und der kulturhistorischen Entwicklung erfolgt. Eine bewusste räumliche Weiterentwicklung entspricht dem dynamischen Wesen der Kulturlandschaft.
Baukonstruktion, bei der ein Geflecht aus Holz und Stroh mit einem Lehmputz bestrichen wurde.
Qualtitätsbestimmung von Bevölkerungsgruppen hinsichtlich der Kulturlandschaft als Ganzes und ihrer Einzelelemente sowohl in volkswirtschaftlicher als auch in ideeller (ästhetischer) Hinsicht.
überwiegend vom Menschen durch Rodung und regelmäßigen Schnitt (Mähwiese) geschaffene Lebensräume. Nur Seggenrieder und Röhrichte, deren Standorte von Natur aus aufgrund zu großer Nässe nicht waldfähig sind, und die an der Trockengrenze des Waldes auftretenden Trockenrasen, bilden natürliche Rasengesellschaften. Die Artenzusammensetzung und der Aspekt der Wiesen werden außer von mechanischen Faktoren wie Häufigkeit der Mahd, Verbiss und Tritt von klimatischen und edaphischen Faktoren beeinflusst, vor allem von der Dauer und Wärme der Vegetationsperiode und der Wasser- bzw. Nährstoffversorgung. Insbesondere die Düngung wirkt sich direkt auf die Struktur und den Ertrag der Wiesen aus. So lassen sich nicht nur ein- von mehrschürigen, sondern auch nährstoffarme von nährstoffreichen Wiesen, Feuchtwiesen von Frischwiesen und Tieflandwiesen von Berglandwiesen unterscheiden.
Regionale Bezeichnung für eine Minderstadt
In Westfalen gibt es die alte Bezeichnung Wigbold (auch Wiegbold, Weichbild). Im 19. Jahrhundert wurden u. a. Ochtrup, Metelen, Westerkappeln, Wolbeck und Ottenstein Wigbold genannt.
Noch bis zur kommunalen Neugliederung im Jahr 1969 führten die Orte Nienborg, Südlohn und Schöppingen die Bezeichnung Wigbold.
Hochacker, durch eine spezifische Pflugführung ("Aufackern"; mit Beetpflügen, deren Schar fest eingestellt war und die Scholle nur nach einer Seite, in die Mitte des Feldes, wendete) bedingte Wölbung eines Ackerstücks mit Scheitelhöhen von 30-100 Zentimetern. Meist liegen mehrere solcher Äcker parallel zueinander in einem Verbund. Aspekte der Wasserführung und der Risikominderung werden für gewöhnlich als Gründe für die Anlage genannt. Danach hätte in nassen Jahren die erhöhte und damit trockenere Fläche guten Ertrag gebracht, in trockenen Jahren seien die tieferen Furchen ausreichend feucht gewesen, um eine ausreichende Ernte zu erzielen. Landschaftsgeschichtlich sind fossile Wölbäcker sichere Zeugnisse ehemaligen Ackerbaus, allerdings mit unsicherer Zeitstellung (Wüstung).
Aufgegebene Siedlung, Aufgabe der Nutzung von Wohnplätzen oder Ackerland. Der Begriff ist spätmittelalterlich-frühneuzeitlichen Quellen entlehnt und beinhaltete zunächst, dass mit der Nichtnutzung keine vollen Steuerabgaben mehr erbracht wurden. Diesem ursprünglichen Verständnis folgen die meisten Definitionen von Wüstung durch die Beschreibung des unterschiedlichen Ausmaßes und der Dauer der Aufgabe von Dorf und Flur. Derzeit ist die Tendenz zu beobachten, den Begriff auf eine Vielzahl von außer Funktion gesetzten Erscheinungen der Landschaft anzuwenden ("Industriewüstung", Relikt).
Schon 1923 hatte Mortensen festgestellt, dass ein Wüstungsvorgang sich lediglich auf einen Rückgang von Einzelhöfen beschränken kann, also ein partielles Wüstfallen bewirkt. Außerdem wurde trotz Aufgabe der Wohnplätze die Flur oftmals weiterbewirtschaftet. Eine Totalwüstung ist nur gegeben, wenn Ortswüstung und Flurwüstung zusammenfallen. Wird der Vorgang der Wüstungsbildung vor Erreichen dieses Zustandes unterbrochen, so spricht er von einer partiellen Wüstung, welche üblicherweise der totalen vorausgeht. Eine weitere Wüstungsform ist die temporäre Wüstung. Sie wird im Gegensatz zur permanenten Wüstung, die nach dem Wüstfallen in diesem Stadium verbleibt, nach einer längeren Phase wieder aufgebaut. Es findet jedoch keine oder nur eine stark eingeschränkte Wiederherstellung der früheren Formen statt. Außerdem kann man noch zwischen Wüstungsfluren und Flurwüstungen unterscheiden. Wüstungsfluren sind die ehemaligen agrarischen Nutzflächen einer aufgelassenen Siedlung. Flurwüstungen können mit diesen identisch sein, sind aber auch die wüsten Fluren eines noch bestehenden Ortes. Heute wird der Begriff Wüstung sehr allgemein auf aufgegebene Siedlungselemente angewendet.
Als Ursachen für den spätmittelalterlichen Wüstungsprozess werden vielfältige Gründe angeführt:
Aus geographischer Sicht bedeutsam sind die räumlichen Folgen der spätmittelalterlichen Wüstungsbewegungen: der Wald gewinnt im Spätmittelalter zu Lasten des Siedlungslandes an Fläche und behält diese Anteile dank verschärfter Kontrolle der Feudalherrschaften darüber in der Frühneuzeit und der Flächenstaaten ab dem 19. Jahrhundert, womit sich in den Grundzügen die bis heute übliche Wald-Offenland-Verteilung herausbildet; die Bildung großer Haufendörfer schreitet voran, da sich in den verbliebenen Dörfern die Menschen konzentrieren, die Dreifelderwirtschaft setzt sich dort nahezu überall durch.
Kleiner überwiegend natürlich entstandener Flachsee mit geringer Tiefe ohne lichtarme Tiefenzone, in der Wasserpflanzen wurzeln und bis zur Wasseroberfläche wachsen können. Der Weiher wird dann zu einem Kulturlandschaftselement, wenn er eine entsprechende Funktion z.B. für die Fischzucht (Fischweiher), als kleines Löschwasserreservoir oder sonstiger regional variierender historischer Nutzungsformen hat.